Schönheit ist ein Problem in einer Gesellschaft, in der ein winziger Klüngelkreis aus sehr pekuniärem Interesse dekretiert, was als schön zu gelten hat. Jeder Blick an die nächste Leuchtsäule zeigt: Hier wird ein unerfüllbares Ideal verkauft. Doch diese Allgegenwart eines Ewige-Jugend-Ideals hat auch Folgen. Sie setzt die ganz gewöhnlichen Menschen beiderlei Geschlechts unter Legitimationsdruck. Das hat auch René Koch in seinem Berufsleben gelernt. mehr…
Wer viel liest, hat immer eine Heimat. Egal, wie das Wetter draußen ist und die politische Stimmung. Egal auch, ob Ebbe in der Börse ist und der Bankautomat die Scheckkarte einzieht. Was soll's. In einer Jackentasche findet sich bestimmt ein handlicher Band Albert Camus. "Der Mensch in der Revolte". Da darf man träumen, bis die Reifen quietschen. mehr…
Kann man in Stralsund Urlaub machen? Lohnt sich ein Besuch für einen Tag? Immerhin ist die Altstadt ja so kompakt und übersichtlich wie die Leipziger. Sogar als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt. Hier hat sich der Glanz einer der wichtigsten Hanse-Städte bis heute erhalten. Markenzeichen: Giebelhäuser. mehr…
Es ist ein Buch wie extra geschrieben für die aktuelle Leipziger Kulturdebatte. Dabei hat Eva Pehl die Fakten schon 2010 für ihre Dissertation im Fach Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim zusammengetragen. Sie hat sich dafür extra durch die Leipziger Archive gewühlt. Denn: Wissen denn die Leipziger selbst, wie ihre Kultureinrichtungen entstanden sind? mehr…
Görlitz machte im letzten Jahr von sich Reden. Da fand - bis Ende Oktober - im Kaisertrutz die große sächsische Landesausstellung zur Via Regia statt. Bei einem solchen Großereignis überschneiden sich auch schon mal die Buchtitel. In diesem Fall begegnet die Westentaschen-Serie des Buchverlags für die Frau der "An einem Tag"-Serie des Lehmstedt Verlags. Beide Leipzig. mehr…
Kinderbücher hat er geschrieben, Vorlagen für "Tatorte". Aber bekannt wurde der Leipziger Jan Flieger als Krimi-Autor. Schon in DDR-Zeiten schrieb er Krimis, die weit über das Übliche hinausgingen, zeichnete in seinen Büchern auch die finsteren Seiten des Menschen. Doch seit 1996 war kein neuer Krimi aus seiner Feder erschienen. Mit dem jetzt vorgelegten Buch geht er wieder in die Tiefen der menschlichen Hölle hinab. mehr…
Schön zu wissen, dass es in Magdeburg einen Bahnhof gibt. Man kann mit dem Zug hinfahren. Und landet auf einer Baustelle. Bis 2017 wird er für 300 Millionen Euro umgebaut. Dafür bekommt der Gast 1.200 Jahre Geschichte. Oder besser: das, was davon noch übrig ist. mehr…
Es hätte ein kluges Buch werden können. Es ist ein Mädchenbuch geworden. Wer im bevorstehenden All-inclusive-Urlaub Lektüre sucht, in der nichts Schlimmes passiert, der kann sich Lena in den Koffer stecken. Wenn noch Platz drin ist. Die Beastie Boys auf den Stick, dann hat man auch Lenas Musik. Und dann auf nach Kreta. mehr…
Bei Ute Scheffler muss man aufpassen. Sie experimentiert gern. Und es kann passieren, dass man bei ihr mitten in die neue Experiment-Serie "Richtig scharf" gerät. Und dann zum Kosten eingeladen wird. Das kann heftig werden. Aber auch das Leben bereichern. mehr…
Bayreuth? - Nur ja nicht nach Bayreuth! - Die Stadt ist doch nur Wagner und Festspiele und Aufgalopp der deutschen Schickeria! - Nein! - Oder doch? - Manchmal braucht es doch wieder einen handlichen Stadtführer, der zwar ohne Wagnerei nicht auskommt. Aber man kann auch wegen anderer Leute hinfahren. Wegen Jean Paul zum Beispiel oder Max Stirner. mehr…
Der Buchverlag für die Frau hat ein neues Imprint gegründet: Edition Lebenslinien. Eine Idee, die so nahe liegt, dass man erst einmal drauf kommen muss. Denn über die demografischen Veränderungen in der Gesellschaft reden ja fast alle. Die Gesellschaft wird immer älter. Die Lebenserwartung ist hoch. Senioren bestimmen immer stärker das öffentliche Bild und - die Politik. Die Frage ist nur: Nehmen sie überhaupt noch an den gesellschaftlichen Diskussionen teil? mehr…
Dann, wenn die Kanonen verstummt sind und sich die feigen Generäle als alte Weiber verkleidet aus der Schusslinie entfernt haben, dann kommt all das wieder zu Wort, was tatsächlich die Sprache und die Seele der Völker ausmacht. So auch im ehemaligen Jugoslawien, in dem vor 20 Jahren die wild gewordenen Nationalisten tobten. Während Musiker wie Milan Mladenović ansangen gegen den Wahnsinn dieser Meute. mehr…
Er schreibt und schreibt und schreibt. Kinderbücher, Gedichtbände, Theaterstücke, Romane. Praktisch jedes Jahr ein Buch seit 1990, seit ihm niemand mehr vorschreiben kann, was er und wo er es veröffentlichen darf. Dabei ist der Leipziger Schriftsteller Gunter Preuß mittlerweile 71. Aber im Herzen jung geblieben. Da lässt ihn was nicht los. mehr…
Nürnberg hat einen schönen alten Ruf. Obwohl die Stadt tatsächlich sogar jünger ist als Leipzig. Doch wer es schafft, zu einer Kaiserburg zu kommen und zu einem später mehr als nur berühmten Burggrafengeschlecht, der spielt natürlich historisch auf einer ganz eigenen Bühne. Mit den Burggrafen, den berühmten Zollern, aus denen dann die Hohenzollern und preußischen Könige wurden, gab es freilich Zoff. mehr…
Es blüht und schäumt und leuchtet. Der Frühling lockt jetzt alle aus ihren Höhlen, die sich bei all der lange währenden Bärenkälte doch lieber noch verkrochen hatten. Der Himmel ist wieder blau. Und frühmorgens sieht man emsige Frauen beiseite springen ins bunte Grün. Sie sammeln. Kräuter und Blüten. Und auch die Blüten nicht nur zur Zier. Die Devise lautet: Das Auge isst mit. mehr…
Natürlich ist der deutsche Lyrik-Betrieb völlig gaga. Es gibt mehr Lyrikerpreise im Land als Dichter. Dafür haben etliche Lyriker mehr Preise abgeräumt als Gedichte geschrieben. Man kennt sich. Man trifft sich. Man posiert. Und eigentlich darf man da gar nicht mit Steinen schmeißen. Macht Ulf Stolterfoht aber trotzdem. Mit Stil natürlich. mehr…
In den deutschen Geschichtsbüchern steht das Jahr 1888 als Drei-Kaiser-Jahr. Aber auch in der Leipziger Geschichte ist dieses Jahr ein besonderes. Und zwar auf Leipziger Art: Es ist das Jahr, in dem sich die berühmtesten Komponisten der Zeit in Leipzig die Klinke in die Hand gaben. Und wäre die Fotografie damals schon digital gewesen, wir besäßen ein ganz besonderes Foto: Johannes Brahms, Edvard Grieg und Peter Tschaikowsky nebeneinander an einem Tisch. Nicht ganz einträchtig. mehr…
Mord und Totschlag sind Frauensache in Sachsen. - Zumindest, wenn es um ihre literarische Verarbeitung geht. Einige der fleißigsten Krimi-Autorinnen ist Beate Baum, in Dortmund geboren und auf Umwegen über Thüringen zur Tageszeitungsjournalistin geworden. Was der Grund dafür ist, dass ihre Heldin keine Polizeikommissarin ist, sondern eine Redakteurin, die die Neugier treibt. Seit 1998 lebt sie in Dresden. Seit 2009 veröffentlicht sie in Leipzig. mehr…
Jens Kassner steigt aus dem Auto. Geparkt hat er's im Parkhaus des Kornmarkt-Centers. So kommt man heute nach Bautzen. Früher konnte man auch den Zug nehmen. Doch in Sachsen mag man Züge nicht mehr. Da spart man lieber. Das ist auch für die schönen alten Städte an der Via Regia nicht gut. Auch nicht für Besuche an einem Tag. Nicht jeder will dafür extra mit dem Auto fahren. mehr…
Irgendwo zwischen Weltmeeren und Wandel in Europa ist es im Lehrplan der Gymnasialklasse 10 eingeklemmt: Sachsen in Deutschland, 12 Unterrichtsstunden, Wirtschaftsraum Sachsen, 16 Unterrichtsstunden. Viel Platz ist da nicht für das eigene Heimatland Sachsen im sächsischen Lehrplan. Dabei ist selbst dieser Flecken Erde vollgepackt mit Erdgeschichte. Zum Anfassen und Selbsterleben. Das hier könnte ein echtes Lehrbuch sein. mehr…