Ich koche nie für zwei. Oder: James Cooks kleines Studinudelkochbuch
Ralf Julke
30.07.2011
Kleines Studinudelkochbuch.
Foto: Ralf Julke
Wenn in Leipzig ein neuer Verlag seine Arbeit aufnimmt, kommt nicht der OBM mit dem Spaten vorbei. Denn für gewöhnlich braucht ein Verleger keine neue Werkhalle oder ein modernes Logistikzentrum in einem neu erschlossenen Gewerbegebiet. Ihm genügt meist eine geräumige Wohnung mitten in der Stadt, ein ordentlicher Computer und - naja - eine kleine Küche wäre auch nicht schlecht. Zum Nudelkochen auf die Piratenart.
Anzeige
Der Einbuch Buch- und Literaturverlag Leipzig ging im Februar mit seinen ersten Büchern an den Start. Darunter ein schmales Buch, das möglicherweise einigen jungen Leuten helfen könnte, von Fast Food loszukommen und sich an das Ungetüm zu wagen, das in der Küche neben der Spüle steht - den Herd. Da kann man Töpfe draufstellen und Wasser drin kochen lassen. Und dann? Wie bekommt man dann ohne Katastrophe und großen Zeitaufwand leckere Nudelgerichte zustande?
Mancher macht dann die Entdeckung, dass ihn ein gewöhnliches Kochbuch zum Grübeln bringt. Wann sind Nudeln bissfest? Was ist genug Salz im Wasser? Wann schüttet man die Nudeln rein? Und wie bekommt man sie wieder raus, ohne dass sie matschen oder verkleben?
Nahrungszubereitung ist - wenn man das noch nie getan hat - eine kleine Kunst. Muss aber keine Wissenschaft sein. Manchmal fehlt nur ein Bursche wie James Cook, der in diesem Studinudelkochbuch das macht, was man sich von Kochbuchschreibern manchmal wünscht: Er erzählt wirklich locker und hübsch der Reihe nach, wie das funktioniert mit dem Topf, dem Wasser, den Nudeln und dem Herd. Für ganz gewöhnliche Menschen, die das noch nie gemacht haben. Eins nach dem anderen, so, wie er es selbst macht. Schön hemdsärmelig. Ist ja seine Küche. Hier kann er das alles so machen, wie es ihm gefällt. Nur mit dem Aufräumen hat er es nicht so.
James Cooks kleines Studinudelkochbuch.
Foto: Ralf Julke
James Cook ist natürlich ein Pseudonym. In einem kleinen Beileger ("Die James Cook Short-Story") erzählt der Nudelkoch die Geschichte hinter dem Namen, verrät, dass er eigentlich aus einem Dorf nahe Chemnitz kommt, eigentlich Karl-Marx-Stadt, so hieß die Stadt noch, als er jünger war und Ärger mit der Polizei bekam, weil er schon damals herumstreunte als Beschatter. Heute hat er schon ein paar graue Haare, erzählt, dass er arbeitslos ist und allein wohnt und immer noch Leute beschattet. Am liebsten junge Frauen. Ein Großstadtpirat, der erfahren will, was passiert - dass die jungen Mädchen dann auf Wiesen landen und mit richtigen Männern herumknutschen, ist - so findet er - eigentlich keine Geschichte.
Verständlich, dass er da keine kleine Köchin zu Hause hat, die ihm die Tagliatelle arrabiata, die Spaghetti Milano oder das Chili con Carne zaubert. Aber wer allein lebt, lernt das irgendwann alles selbst zu machen. Und wenn man den Dreh erst mal raus hat, dann ist das alles ganz einfach. Dann kann es jeden Tag Nudeln geben. Mit immer neuen Zutaten, Soßen, oder gar überbacken mit Spinat und Schinkensahne.
Und damit man nicht vergisst, dass hier ein Seemann beim Kochen ist, gibt es Salz und Pfeffer nicht als Prise (denn das ist ja bekanntlich unter Piraten eine geraubte Schiffsladung), sondern als Brise.
"Ich koche nie für zwei", erklärt der Nudelkoch zwar bei jedem Rezept. Eben weil er James Cook ist. Aber die Rezepte gibt's trotzdem für zwei. Es ist schon vorstellbar, dass das Ausprobieren der hier versammelten zehn, elf Nudelrezepte so manchem jungen Großstadtpiraten hilft, eine begeisterte Seemannsbraut zu finden. Denn eigentlich mögen ja junge Frauen auch Seemänner, die was Leckeres kochen können. Vielleicht erwarten sie dann nur noch das kleine Bisschen mehr, was der selbsternannte Beschatter James Cook nicht so mag: dass der Koch hinterher auch noch abwäscht, aufräumt und die Herdplatte wieder sauber macht.
Dann macht das Nudelkochen am nächsten Tag nämlich auch wieder Spaß.
Das mit dem U-Boot-Bau haben wir ja traditionell ganz gut raus. Doch wo Dönitz noch so blöd war, die eigenen Männer zum Wolf spielen rauszuschicken, gibt’s die Stahlsärge heute im Dutzend billiger direkt ins geplante Kriegsgebiet. Ohne Besatzung versteht sich. Das Verhältnis zwischen Profit und Eigenverlust bleibt also diesmal intakt. mehr…
Überraschung beim 1. FC Lok: Kurz vor dem ersten Oberliga-Punktspiel im neuen Jahr hat Trainer Willi Kronhardt den bisherigen Kapitän Thorsten Görke in die zweite Mannschaft gesteckt. Zum neuen Kapitän wählte die Mannschaft Außenverteidiger Jens Werner. mehr…
Möglicherweise erlebt die Messestadt am Sonnabend, 25. Februar 2012 ein Rechtsrockkonzert. Die Hooligan-Band "Kategorie C" plant im "Großraum Leipzig" einen Balladenabend. Einladungen zum Auftritt geistern seit wenigen Tagen durch soziale Netzwerke. mehr…
Mit "Bonbons und Schokolade" wirbelten in den frühen Achtzigern vier junge Männer durch die DDR. Die Folge-Werke wurden noch besser aufgenommen. Dann in den Neunzigern das Aus. "Positiv" war das Comeback. Mit "Treibstoff" kommt Sänger und Bandkopf Mike Kilian auch nach Leipzig. Er hofft auf zahlreiche Besucher, Girls und vielleicht auf den einen oder anderen "Prinzen". mehr…
Im Zusammenhang mit dem Raubkopierer-Portal kino.to wurde bei einer Razzia in Sachsen und Hessen laut Generalstaatsanwaltschaft Dresden der Betreiber eines Zuliefererportals für kino.to festgenommen. Auch ein weiterer mutmaßlicher Mitstreiter des Betreibers von skyload.net, ein Hesse, ging den Strafverfolgern ins Netz. mehr…
Doris Dörrie setzt sich in ihren Filmen gern mit Antihelden auseinander. Oft sind ihre Protagonisten liebevolle Außenseiter vom Bodensatz der Gesellschaft. Nach ihrem durchwachsenem Ausflug in die Welt der übergewichtigen Friseuse Kathi ("Die Friseuse", 2010) hat die Münchenerin mit "Glück" ein rührseliges Liebesdrama inszeniert. mehr…
Gerhard Pötzsch vertritt die Leipziger SPD als kulturpolitischer Sprecher und als Mitglied im Betriebsausschuss Kulturstätten im Stadtrat. Was er von der Debatte um das Actori-Gutachten hält und um was es sich bei Kultur allgemein drehen sollte, erzählt er im L-IZ-Kurzinterview. mehr…
Der Beschuldigte schweigt eisern, doch die Staatsanwaltschaft hat offenbar genug Indizien gesammelt, um eine Anklage wegen Mordes zu erheben. Genau das hat jetzt die Leipziger Strafverfolgungsbehörde im Falle der im letzten November getöteten Studentin getan. mehr…
Detlev F. (54) sah gezeichnet aus, als Richter Norbert Göbel am Dienstag, 21. Februar, kurz vor 12 Uhr im Landgericht das Urteil verkündete. Der Oschatzer soll sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Staatsanwältin Anett Schneider warf dem gelernten Eisenbahner vor, in 50 Fällen drei seiner sieben Kinder missbraucht zu haben. Nachdem die Verfahrensbeteiligen einen Deal aushandelten, gestand er und zeigte Reue. mehr…
Nach einer 5:7-Niederlage am letzten Wochenende in Königs Wusterhausen und einem 5:3-Heimsieg gegen Breitenhagen haben die Hockeyherren des Leipziger Sport-Club weiter alle Chancen auf den Klassenerhalt. Den Verbleib in der Regionalliga können die Schleußiger bereits am kommenden Sonnabend beim Tabellenletzten HTC Spandau klarmachen. mehr…
Es tut sich was in letzter Zeit an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Ob Förderungen oder Wissenschaftspreise, das „Einheimsen“ von Drittmitteln wird in Zeiten einer rigiden Sparpolitik seitens der Landesregierung zu einer immer wichtigeren und unverzichtbareren Einnahmequelle. Da kommt der Leipziger Uni ihre hohe Qualität in Sachen Forschung sehr zugute. mehr…
Am Donnerstag, 23. Februar, beginnt die Immobilien-Messe in Leipzig. Sie ist ein Gradmesser. Sogar ein ganz guter. Denn wenn Häuser und Grundstücke in einer Ecke der Welt liegen bleiben wie Blei, dann geht's dieser Weltecke ganz bestimmt nicht gut. Aber so ist es nicht. Im Gegenteil: Sogar die Mieten steigen. mehr…
In Leipzig sind demnächst die Saurier im Linienbetrieb unterwegs. Ab dem ersten März ziert ein neuer Straßenbahnzug im Dinosaurierdesign die Straßen der Stadt. Die fauchenden Abbilder der Urzeitgestalten des Saurierparks in Kleinwelka, nordwestlich von Bautzen gelegen, fahren dann für drei Jahre über die Bahngleise der Leipziger Verkehrsbetriebe. mehr…
Am Lindenauer Markt suchen zehn große Schaukästen Künstler zwecks Gestaltung. Im Mai 2012 soll auf Anregung der dortigen Immobilien- und Standortgemeinschaft das unabhängige Projekt Kunstraum [10].lindenau entstehen. Die Schaukästen von 3,5 Metern im Quadrat sind Teil des architektonischen Konzepts am künftigen Einkaufszentrum. mehr…
Da kann man jetzt wieder gespannt sein, wie andere das aufbereiten, was die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Dienstag, 21. Februar, als neues Ranking präsentiert hat. Natürlich mit Leipzig drin. Zehn deutsche Städte hat die FAZ zusammen mit der Unternehmensberatung Roland Berger verglichen. Titel: "Deutschlands lebendigste Städte". mehr…