Bayreuth an einem Tag: Zum Glück gibt's nicht nur Wagner
Ralf Julke
07.05.2012
Bayreuth an einem Tag.
Foto: Ralf Julke
Bayreuth? - Nur ja nicht nach Bayreuth! - Die Stadt ist doch nur Wagner und Festspiele und Aufgalopp der deutschen Schickeria! - Nein! - Oder doch? - Manchmal braucht es doch wieder einen handlichen Stadtführer, der zwar ohne Wagnerei nicht auskommt. Aber man kann auch wegen anderer Leute hinfahren. Wegen Jean Paul zum Beispiel oder Max Stirner.
Anzeige
Die Bayreuther sind nicht ganz unschuldig an ihrem Ruf. Festspiel- und Universitätsstadt nennen sie sich. Das wäre, als würde sich Leipzig Bachfest- und Universitätsstadt nennen. Das ist wie ein Absacker, als schrumpfe die Stadt schon beim Aussprechen um zwei Konfektionsgrößen. Den Hamburgern ginge es wohl ähnlich: Musical- und Universitätsstadt.
In Deutschland gibt es mittlerweile 105 Universitäten. Wir leben in einer Zeit, in der eine Universität zur Standardausstattung einer Groß- oder Mittelstadt gehört. In Sachsen sah man das vor einer Weile auch so. Aber die neulich gewählte Regierung hat da etwas andere Ansichten und hält Bildung eher für einen überflüssigen Kostenblock.
Die Bayreuther Universität stammt aus dem Jahr 1975. Und ist eigentlich schon die zweite. Die erste gründete 1742 Markgraf Friedrich. Der wird in diesem kleinen Stadtführer nicht am Rande erwähnt. Michael Schulze, der Autor des Heftes, fand dessen Frau wichtiger, Friederike Sophie Wilhelmine von Preußen, Tochter des preußischen Soldatenkönigs, die 1731 den künftigen Bayreuther Markgrafen heiratete. In kleinen Kolumnen - auffällig am Rand - werden auch in diesem Heft einige der berühmten Bayreuther gewürdigt. Und vielleicht wäre Friedrich auch gar nicht auf die Idee gekommen, eine Universität zu gründen ohne die forsche Preußin - sie installierte im verschlafenen Bayreuth einen Musenhof, der europaweit ausstrahlte. Sie machte aus dem Nest erst mal eine Residenzstadt - mit Eremitage, neuem Schloss und Opernhaus. Das Opernhaus soll in diesem Jahr noch in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen werden. Das wird dem Leipziger Opernhaus vielleicht auch mal passieren - in 200 Jahren. Denn Wilhelmines Opernhaus ist heute eines der letzten original erhaltenen barocken Opernhäuser. Augenblicklich wird es saniert.
Ein Grund für den guten Erhalt wohl auch: Nach Wilhelmines Tod 1758 erlosch der Spielbetrieb. Sowas schützt die Substanz. Später beschaute sich Richard Wagner das faszinierende Kleinod - und fand es für seine Zwecke nicht geeignet. Weswegen er sich von einem Leipziger extra ein Festspielhaus bauen ließ. So schnell ist man bei Wagner. Besagter Leipziger Architekt war Otto Brückwald. Er hatte kurz zuvor (von 1864 bis 1868) auch in Leipzig ein großes Theater gebaut - das Neue Theater am Augustusplatz, das im 2. Weltkrieg zerbombt wurde. Heute steht da das Opernhaus, das in 200 Jahren in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen wird.
Michael Schulze: Bayreuth an einem Tag.
Foto: Ralf Julke
Wilhelmine hat Bayreuth auch die präsentable Friedrichstraße verschafft, wo seinerzeit alles wohnte, was Rang und Namen hatte. Später siedelte sich hier mit "Steingräber & Söhne" eine der berühmtesten Klavierfabrikationen Deutschlands an. Und ein paar nicht ganz so gut Betuchte wohnten auch zeitweilig hier - Jean Paul natürlich, der in Bayreuth ein Denkmal hat und der in Leipzig studiert hat. Bayreuth ist eigentlich eine Stadt der Schriftsteller. Malwida von Meysenburg lebte ebenfalls in der Friedrichstraße - war Trauzeugin bei der Hochzeit von Richard Wagner mit der Liszt-Tochter Cosima. Weswegen auch Liszt ein Museum in Bayreuth hat. Genauso wie Jean Paul und Richard Wagner.
Von den Schriftstellern noch zu erwähnen: Oskar Panizza und Max von der Grün. Und als kleine Entdeckung für Mozart-Freunde: Marianne Thekla Mozart, die Cousine von Wolfgang Amadeus, die er liebevoll das "Bäsle-Häsle" nannte. Sie lebte in der "Postei", in der auch ein Jahr lang Friedrichs Universität untergebracht war, bevor sie nach Erlangen verlegt wurde, wo sie heute als Friedrich-Alexander-Universität existiert.
Noch öfter als auf Wagner und alles, was man in Bayreuth als Gedächtnisstätten für ihn bewundern kann, trifft man bei diesem Ein-Tag-Rundgang auf die Zeugnisse der alten markgräflichen Residenz. Mit Schlossterrassen, Harmoniehof, Altem und Neuem Schloss, Markgrafenbrunnen, Hofgarten, Opernhaus und Eremitage. Dazwischen immer wieder das barocke und das noch ältere Bayreuth.
Bestellen Sie dieses Buch versandkostenfrei im Online-Shop – gern auch als Geschenk verpackt.
Und das neue - etwa mit dem Rathaus, von dessen Dachterrasse man sich die Bayreuther Innenstadt von oben beschauen kann. Samt Spitalkirche, Villa Wahnfried, Bürgerspital und alter Lateinschule. Freisitze gibt's auch - die Maximilianstraße ist dafür wie gebaut. Das Alte Rathaus findet man in der Nr. 33. Heute ist ein Kunstmuseum drin. Und nebenan ist gleich das Haus Nr. 31, in dessen Vorgängerbau Max Stirner geboren wurde.
Womit man wohl etwas fußmüde ist, noch etwas Zeit hat, bevor man zum Bahnhof zurück muss, und sich die Wohltaten der fränkischen Küche und ein Bier aus einer der 1.000 fränkischen Brauereien mehr als verdient hat.
Im Rahmen des Wave-Gotik-Treffen 2013 in Leipzig präsentieren die Passage Kinos am Sonntag, dem 19. Mai um 11:30 Uhr in den Passage Kinos den Horrorfilm Evil Dead – das Remake des Originals „Tanz der Teufel“ (OT: The Evil Dead) aus dem Jahr 1981. Für WGT-Besucher mit einem gültigen Festival-Bändchen ist der Eintritt frei! mehr…
Auszüge aus Liedsammlungen des Bach-Umkreises erklingen am Pfingstsonntag, dem 19. Mai, um 15 Uhr im barocken Sommersaal des Bach-Museums Leipzig im Rahmen eines moderierten Konzerts. In der Interpretation von Studenten der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig werden ausgewählte Lieder von Thomaskantor Johann Friedrich Doles (1715-1797) und Johann Ernst Bach (1722-1777) voraussichtlich erstmals wieder seit der Mitte des 18. Jahrhunderts aufgeführt. mehr…
Pfingsten gilt als der Geburtstag der Kirche. Für die sächsische evangelische Landeskirche bedeutsam ist zugleich das Pfingstfest 1539. Gottesdienste nach evangelischer Lehre in Anwesenheit Martin Luthers symbolisieren die Einführung der Reformation in Leipzig. Für Superintendent Martin Henker „mehr als ein städtisches, nur lokales Ereignis“. mehr…
Um nun den Politikern den Elster-Saale-Kanal attraktiv zu machen, schlagen die Analysten der "Touristischen Potenzialanalyse" ja auch noch eine Aufwertung des eigentlich komplett langweiligen Gebietes um den Kanal herum vor. "Das Kerngebiet ist das einzige Gebiet rund um Leipzig, in dem touristisch außer Geschäftsreisetourismus bislang wenig passiert ist. Trotz seiner zentralen Lage liegt das Gebiet abseits der touristischen Ströme. Dies gilt nicht nur für den privat motivierten Urlaubstourismus, sondern auch für den Tagestourismus." mehr…
Es hat ein bisschen gedauert, aber irgendwann hat man sich auch durch die 400 Seiten "Touristische Potenzialanalyse und Betrachtung der Grobvarianten der Trassen des Projektes Anbindung des Elster-Saale-Kanals an die Saale für das Gebiet der sächsischen und sachsen-anhaltinischen Kommunen und Landkreise" gewühlt - 2011 erstellt und 2013 Grundlage jener Leipziger Ratsvorlage, die eine Zustimmung des Stadtrates für den 106 Millionen Euro teuren Ausbau des Kanals abholen will. mehr…
"Tatatata!" macht das Sächsische Kultusministerium am gestrigen Freitag, 17. Mai. Zum kommenden Schuljahr 2013/2014 wolle man 510 Neueinstellungen von Lehrkräften an den allgemein- und berufsbildenden Schulen vornehmen, verkündete es. Darüber hinaus sollen im Umfang von 83 Stellen bis zum Ende des laufenden Schuljahres befristete Arbeitsverhältnisse zum neuen Schuljahr entfristet werden. mehr…
Dem SC DHfK fehlt nur noch ein Punkt zum Klassenerhalt. Nach einem 29:26 (13:12)-Heimsieg der 2.Liga-Handballer gegen Eintracht Hildesheim scheint das Minimal-Saisonziel greifbar nah. Im zweiten und letzten Heimspiel von Michael Biegler trumpften vor allem Gabor Pulay, Matthias Gerlich und die 1.699 Zuschauer groß auf. Der Funke solle überspringen, forderte Aufsichtsrat und Co-Trainer Stefan Kretzschmar im Vorfeld der Heim-Partie gegen Hildesheim vom Publikum. mehr…
Viel zu trinken soll ja gesund sein und den Körper von innen schön feucht halten, so wird’s gesagt. Aber immer nur stilles Wasser oder ungesüßten Tee hinter zu gluckern ist irgendwann einfach öde und man verzehrt sich nach etwas frischem, spritzigem, mit feinem Geschmack. Natürlich könnte man sich in Momenten wie diesen ganz einfach eine Saftschorle mixen oder eine Cola einverleiben. Könnte man, theoretisch. mehr…
Pöbeleien und schwerste Beleidigungen über soziale Netzwerke nehmen immer mehr zu. Nach einer aktuellen Untersuchung des Bündnisses gegen Cyber-Mobbing war bundesweit bereits fast jeder fünfte Schüler und Jugendliche Opfer einer solchen Attacke. "Auch in Leipzig nimmt das Problem immer mehr zu", berichtet Villa-Geschäftsführer Oliver Reiner. mehr…
Ersatzbusse fahren in Stötteritz am Wochenende 25./26. Mai zwischen dem Haltestellen Altes Messegelände und Stötteritz, Holzhäuser Straße ersatzweise für die Straßenbahnlinie 4. Grund dafür sind die andauernden Bauarbeiten der DB AG an der Eisenbahnbrücke in der Stötteritzer/ Papiermühlstraße in Höhe der Schönbachstraße, teilen die LVB mit. In den Nächten vom 24. bis 26. Mai fährt zudem der Nachtbus N8 mit örtlicher Umleitung. mehr…
Aus gesundheitlichen Gründen muss der für den 22. Mai 2013 im Literaturhaus Leipzig geplante Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe "Zwie Sprache" mit Nadja Küchenmeister (Berlin) und Andreas Reimann (Leipzig) auf den Spätsommer verschoben werden. Am Mittwoch, 22. Mai, startet im „literaturcafé“ vom Haus des Buches um 19:30 Uhr mit „Zwie Sprache“ eine neue Veranstaltungsreihe. Zu erleben sind in der Begegnung „Zwei Stimmen, zwei Schreibweisen, zwei Temperamente“. Den Auftakt der neuen Lesereihe, die künftig zweimal pro Jahr stattfinden soll, bilden Nadja Küchenmeister und Andreas Reimann. mehr…
Das deutsch-türkische Verhältnis ist leidlich verworren. Die etwa 1,6 Millionen Türken in Deutschland stellen nicht nur die größte Minderheit, sie sind auch Teil einer deutschen Gesellschaft, die sich allzu oft darüber definiert, eben diesen Teil zu diskriminieren. Zu den Rufen nach einer Leitkultur gesellen sich mediale Debatten über den EU-Beitritt der Türkei, die Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland, Kopftücher und Religionsfreiheit, die Integrationsproblematik und ihr Scheitern, Moscheenbau, Döner Kebab, Parallelgesellschaft. mehr…
Am Samstag, 25. Mai, findet zum 21. Mal in Leipzig der Aktionstag Lehrstellen statt. Auch in diesem Jahr präsentieren sich etwa 150 Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von 10 bis 14 Uhr im Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig am Ritterschlösschen und suchen ihren Fachkräftenachwuchs. Der größte Open-Air-Berufsorientierungstag in Mitteldeutschland hat mittlerweile einen festen Platz im Veranstaltungskalender von Jugendlichen, Eltern und Unternehmen der Region gefunden. mehr…
Auch Opa wird nicht vergessen in dieser kleinen Reihe, die Barbara Brüning aufgelegt hat. Man freut sich ja immer über solche kleinen Geschenkideen für die liebe Verwandtschaft. Und immer nur Zigarren und Schnaps kann man ja Opa auch nicht schenken. Einen neuen Bierhumpen für seine Sammlung - oder doch besser ein Buch voller Kreuzworträtsel? Opa ist ein schwieriges Thema. mehr…
Am Donnerstag, den 02.05.2013, lud der OV Ost der Leipziger SPD Mitglieder sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung zum Ausbau von Kita-Plätzen in der Stadt ein. Bildungsbürgermeister Thomas Fabian stellte dabei Bedarfszahlen dar und sprach über Mittel und Wege sowohl kommunaler Träger als auch privater Organisationen im frühkindlichen Bildungsbereich. mehr…