Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche



Malt mir den Himmel bunt: Die fröhlich-naiven Gedichte Hans-Peter Grünebachs

Ralf Julke
Hans-Peter Grünebach: Malt mir den Himmel bunt.
Hans-Peter Grünebach: Malt mir den Himmel bunt.
Foto: Ralf Julke
Es gehört Mut dazu. Aber warum nicht? Warum nicht im ach so perfekten Jahr 2012 dazu stehen, dass der nächste Seelenverwandte Carl Spitzweg heißt? Ja, das ist der Bursche, der den "Armen Poeten" malte, den "Bücherwurm", den "Abgefangenen Liebesbrief", das ganze beschauliche Biedermeierdeutschland des frühen 19. Jahrhunderts. Man sehnt sich ja zurück. Tat man ja zu Spitzwegs Zeiten auch schon.


Sonst wären die humorvollen Miniaturen des Münchner Malers nicht schon zu seiner Zeit so beliebt gewesen. Sie gehören zu unserem Bild vom Biedermeier. Sie gehören neben die "Volkslieder" aus dieser Zeit, die Romane und Novellen - auch wenn sie schon damals nichts anderes waren als der humorvoll verklärte Blick auf eine Beschaulichkeit, die gerade mit fauchenden Lokomotiven aus der Zeit gepustet wurde.

Aber selbst das stört nicht. Es gehört zur großen Sehnsucht der Deutschen nach einem Ort, an dem es sich aushalten lässt. Die meisten Deutschen sind bis in die Zehenspitzen hinein schrecklich sentimental. Das deutsche Paradies ist der kleinstädtische Winkel – auch wenn dort tatsächlich niemand wohnen möchte. Der Deutsche lebt zum größten Teil seiner Zeit im eigenen Kopf. Und Hans-Peter Grünebach widmet nicht nur das Ausklanggedicht in diesem Band dem Münchner Carl Spitzweg, er bekennt sich auch zur Dichtung als täglich Brot, Ausgleich, Vergnügen. Das kann sie nämlich auch sein, die Dichtung. Ohne Ambition auf den Nobelpreis. Dichten als genügsamer Selbstzweck, ganz klassisch, in sauber gereimten Strophen, wie ein romantisches Tagebuch. Und am Ende zusammengebunden und im Selbstverlag herausgebracht für Freunde, Verwandte und Bekannte.

Hans-Peter Grünebach: Malt mir den Himmel bunt.
Hans-Peter Grünebach: Malt mir den Himmel bunt.
Foto: Ralf Julke

Es ist nicht der erste Gedichtband, den der Bayer auf diese Weise herausbringt. Doch mittlerweile rückt die Zeit, als er als Pressearbeiter durch die Welt reiste, immer weiter in den Hintergrund. Nach Afghanistan, Mazedonien, Italien, in die Niederlande, die USA und nach Russland hat ihn seine Arbeit geführt. Er hat sicherheits- und friedenspolitische Arbeiten verfasst. Als Ausdauersportler ist der 1948 Geborene noch immer aktiv. Und sein Training führt ihn natürlich jeden Tag hinaus in die freie Natur, ins wilde Treiben der Jahreszeiten.

Das darf man genießen. Genauso wie das Leben als Großvater. Da darf man auch wieder ein bisschen kindlich sein und sich auf den Zeittakt einlassen, wie er vielleicht mal zu Spitzwegs Zeiten galt. Das Ergebnis ist das, was man auch schon zu Goethes Zeiten Gelegenheitsgedichte nannte. Man ist beeindruckt und fasst sein Staunen und Freuen über die Welt in Verse. Vier Verse pro Strophe, hübsche Reime. "Frühlingstraum", "Rausch des Frühlings", "Osterfreude" heißen die ersten Gedichte im Buch, das Grünebach aus seinen Jahreszeiten-Gedichten zusammengestellt hat. Nicht illustriert mit Spitzweg-Bildern.

Dafür mit romantischen Bildern des hessischen Kunstmalers Burkhard Niebert, der seinerseits deutlich macht, dass er sich in der Welt des Romantischen zuhause fühlt: Kunstmaler, Heimatmaler, Nostalgiemaler.

Und wahrscheinlich ist diese beschauliche Sicht auf die Welt auch nicht mehr wegzudenken aus der Selbstwahrnehmung der Deutschen in ihrem nun schon fast 200-jährigen Zwiespalt zwischen kleinbürgerlicher Nische und dem Anspruch, die Welt mit großen Taten aus den Angeln heben zu wollen oder Exportweltmeister zu werden, dabei aber nicht auf Lederhose und Lodenmantel verzichten zu wollen. Irgendwo muss sich dann auch die Idylle der unversehrten Natur erhalten, irgendwo da unten in Bayern bestimmt, wo Hans-Peter Grünebach wohnt und einfach genießt, was die Jahreszeiten so bringen. Aufgeschrieben wird's abends, wenn die Trainingsstrecke absolviert ist.



Bestellen Sie dieses Buch versandkostenfrei im Online-Shop – gern auch als Geschenk verpackt.

Malt mir den Himmel bunt
Hans-Peter Grünebach, Engelsdorfer Verlag 2012, 16,00 Euro
Selbst die Kritik der Leute nimmt er hin, die das, was er malt und dichtet, möglicherweise am Anspruchsvollen aus der oberen Dichterklasse messen. Kann man machen, funktioniert nur nicht. Das sind verschiedene Welten. Und vielleicht ist es gar keine so abwegige Entscheidung, sich gar nicht erst mit den Genialen messen zu wollen. Warum auch?

Verseschreiben kann durchaus auch etwas zutiefst Naives sein. Und Naivität kann sehr erholsam sein, wo die ewigen Kritiker immer nur nach dem Neuesten und Post-Post-Modernsten Ausschau halten. Deswegen hängt man sich eben den Spitzweg ins Zimmer, kauft sich einen Lodenmantel und sagt zu dem, was man so ganz aus eigener Freude tut, mit besten Gründen wieder mein "klein Plaisir".


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks



Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Hilfe für Kids nach einer Inobhutnahme: Neue Übergangs-WG in Leipzig startet erfolgreich

Das Team Hermann-Liebmann-Straße.
Solide Bilanz nach drei Monaten meldet die Outlaw Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe für ein Projekt im Leipziger Osten. Seit Mitte Juni arbeitet das hoch motivierte Team der neuen Jugend-WG von Outlaw in der Leipziger Hermann-Liebmann-Straße 73. Die Einrichtung hat den Charakter einer Übergangs-WG und kann insgesamt acht Kinder und Jugendliche für die Dauer von sechs Monaten aufnehmen. mehr…

Personalwechsel im Prorektorat: Senat der HTWK Leipzig wählt Thomas Fischer als Nachfolger für Gerhard Hacker

Professor Thomas Fischer.
Thomas Fischer wird neuer Prorektor für Bildung an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig). Der 62-jährige Professor für Produktionsmanagement wurde gestern mit großer Mehrheit vom Senat der Hochschule gewählt. Der gebürtige Chemnitzer lehrt seit August 2001 an der HTWK Leipzig, war zuletzt Dekan der Fakultät Maschinenbau und Energietechnik. mehr…

400.000 Euro für Markkleeberg: Freistaat fördert Sanierung der Brücke über die Pleiße im Agra-Park

Die Brücke über die Pleiße mit Blick zur B2.
Die Stadt Markkleeberg erhält einen Fördermittelbescheid über rund 400.000 Euro vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Die Förderung bekommt die Stadt für die Sanierung der Brücke über die Pleiße im Agra-Park Markkleeberg. Die Mittel werden vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr für die Verbesserung der kommunalen Infrastruktur bereitgestellt. mehr…

Am 2. November: Matinee zu Ehren Gellerts im Gohliser Schlösschen

Werner Marx.
Am Sonntag, 2. November, um 11 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. zu einer Matinee zu Ehren Christian Fürchtegott Gellerts in den Festsaal ein: Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769) war Mitte des 18. Jahrhunderts der meistgelesene deutsche Schriftsteller. Er verfasste zahlreiche Fabeln, Lustspiele, einen Roman, religiöse und moralische Dichtungen sowie Abhandlungen. mehr…

Wie das junge Leipzig tickt: 35 bunte, kurze Stadtgespräche aus Leipzig

Lene Hoffmann, Volly Tanner: Stadtgespräche aus Leipzig.
Mit seinen Interviews aus der Leipziger Kulturwelt - jetzt hätte ich doch beinah „Szene“ geschrieben - gehört Volly Tanner zu den beliebten Autoren der L-IZ. "Urgestein der Leipziger Literaturszene" nennt ihn der Gmeiner Verlag, der jetzt eine Tannersche Co-Produktion vorgelegt hat: Mit Lene Hoffmann zusammen hat er 35 Leipzigerinnen und Leipziger porträtiert. Ein echtes Leipziger Buch, auch wenn es bei Gmeiner als Serie erscheint. mehr…

L-IZ-Medien-Kompass 29.10.2014: Heiliger Bimbam ohne Pause, der Zauberer Dobrini stolpert und Schäuble hat nicht mehr alle Latten am Zaun

Täglich im Netz unterwegs ...
Immer diese verdammten Schweden. Erst nehmen sie pro Kopf mehr Flüchtlinge als Deutschland auf, verabschieden sich von der sächsischen Braunkohle und nun erkennen sie auch noch Palästina als Staat an. Und all das schadet noch nicht mal ihrem Sozialstaat - was auch immer sie beweisen wollen, es nervt langsam. Vor allem natürlich die arische Königsrasse, die immer dachte, da das Ursprungsland zu haben. Die tobt sich derzeit weiter in Deutschland aus, die Übergriffe auf Asylbewerberheime häufen sich. Was Die Welt nicht abhält, von Aufklärung zu schwadronieren, während ein NTV-Reporter Wolfgang Schäuble attestiert, nicht mehr alle Latten am Zaun zu haben. Der Zauberer Dobrini hat unterdessen den Mauttrick vorgeführt und liegt bereits bäuchlings. mehr…

Schwulen-Komödie "Pride": Mit Bronski Beat und "Bread & Roses" gegen Thatcher

Schwule und Lesben für Bergarbeiter ...
"Solidarity Forever!" In der Kino-Komödie "Pride" trifft die englische Schwulen- und Lesbenbewegung im Sommer 1984 auf stockkonservative Bergarbeiter im Arbeitskampf. Ein erfrischender Comedy-Hit von der Insel. mehr…

Salafisten, Hooligans und Rechtsradikale – da wächst zusammen … Ein Weckruf zum Reformationstag

Der Leipziger Thomaspfarrer i.R. Christian Wolff
Irgendwann im Frühjahr dieses Jahres taucht in den Medien der Name einer neuen Terrorgruppe auf: ISIS, Abkürzung für „Islamischer Staat im Irak und Syrien“. Für den Normalbürger geschieht dies so unvermittelt wie eine Invasion von einem fremden Planeten: eine anscheinend gut organisierte Truppe einer Handvoll Terroristen treibt in den Kriegsgebieten des Nahen Ostens ihr Unwesen. mehr…

Eine neue Tafel für den Brecher: Gedenktafel für Friedrich Nietzsche eingeweiht

Dass es Nietzsche mit alten Tafeln nicht so hatte, kann man in seinem populärsten Werk nachlesen. In „Also sprach Zarathustra“ lässt er seinen persischen Prediger gegen die Guten wettern, die den Schaffenden, der neue Werte auf neue Tafeln schreibt, kreuzigen wollen. Was in diesem „vierten Evangelium“ des studierten Philologen schon anklingt, ist die von Nietzsche angekündigte Umwertung aller Werte, die bisher bestand hatten und über Jahrtausende vor sich hinsedimentierten. Und damit die „Menschen-Zukunft“ verhindern. „Die Guten – die waren immer der Anfang vom Ende. Nun hat er dennoch eine Tafel in Leipzig, wenigstens eine neue. mehr…

Katholikentag 2016 in Leipzig: Aktion zum Reformationstag am Neuen Rathaus

Das neue Rathaus und die Propsteikirche davor
Die Stadtverwaltung ist über das Vorhaben informiert, die Uhr für die Initiatoren läuft. Ein Bürgerbegehren setzt sich für die Rücknahme der Zusage an den Katholikentag ein, diesen mit einer Million Euro aus dem Leipziger Kommunalhaushalt auszustatten. Rund 25.000 Unterstützer-Unterschriften müssen die Mannen und Frauen um Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) nun bis zum 16. Dezember 2014 einwerben. Nun geht’s am 31. Oktober ab 14 Uhr zum Thesenanschlag ans Neue Rathaus. mehr…

Schöner schmausen an der HTWK Leipzig: Mensa Academica eröffnet nach Modernisierung

Die neu gestaltete Mensa Academica.
Das Studentenwerk Leipzig hat die Mensa und Cafeteria Academica wieder in Betrieb genommen – zunächst mit leicht eingeschränktem Angebot. Ab Montag, 3. November, startet das Mensateam dann mit der vollen Angebotspalette und einem für die Mensa neuen Konzept, teilt das Studentenwerk Leipzig mit. mehr…

Polizeibericht: Streit eskaliert, Trickbetrüger unterwegs, Langfinger vorläufig festgenommen

Am vergangenen Dienstagabend eskalierte in der Wurzner Straße ein Streit zwischen drei Männern – Zeugen gesucht +++ Die Polizei warnt vor Betrügern, die sich als Polizisten ausgeben +++ Ein Langfinger, der sich an mehreren geparkten Fahrzeugen zu schaffen machte, konnte festgenommen werden. mehr…

Wachgeküsst im November: Im Felsenkeller darf wieder getanzt werden

Der Felsenkeller an der Karl-Heine Straße
Lange war es ruhig um das alte Ballhaus am Eingang des Karl-Heine-Boulevards. Nach ein paar kleineren Protesten gegen eine mögliche Umnutzung des Felsenkellers für den Einzelhandel und Demos für die Erhaltung der Möglichkeit der Einrichtung eines freien Theaterzentrums wurde im Verborgenen weiter geplant und gearbeitet. Wer des Nachts am neobarocken Bauwerk vorbeifährt, kann sehen wie durch die Schlitze einiger angeklappter, schwarz getönter Fensterscheiben Licht nach draußen dringt. Etwas ist im Gange. mehr…

Ökolöwe, NABU und NuKla kritisieren Leipzigs Auenpolitik: Wohin geht die Reise in der Burgaue?

Zusammenfluss von Nahle und Kleiner Luppe.
Schöne Worte fand ja Heiko Rosenthal, Leipzigs Umweltbürgermeister, am Mittwoch, als er mit ein paar Pressevertretern in die Burgaue radelte und dort zeigte, wo er ab 2018 gern bauen möchte. "Für die Stadt Leipzig sind der Erhalt und die Entwicklung des unter Naturschutz stehenden Auwaldes aus stadtklimatischer Sicht, aus Naherholungssicht und als nachhaltiger forstwirtschaftlicher Standort von großer Bedeutung", sagte er. mehr…

Kohlekraftwerke bringen keine Rendite mehr: Vattenfall prüft Optionen für Verkauf seines Braunkohlegeschäfts

Ein Kraftwerksblock in Lippendorf wird von Vattenfall betrieben.
Da brauchte es eigentlich keinen Regierungswechsel in Schweden. Die Zeit der Braunkohleverstromung geht zu Ende - auch wenn nun jeder Politiker aus Sachsen nach Stockholm fliegt, um dort mit der neuen Regierung zu verhandeln. Dass Vattenfall jetzt ernsthaft den Verkauf seiner Braunkohlesparte prüft, hat mit dem simplen Geschäftsergebnis zum Oktober 2014 zu tun. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Die L-IZ-Suche.
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Nachspiel
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Weltnest
Tüpfelhausen
Hafenbar
Zuletzt auf L-IZ.de veröffentlicht.
Alle Artikel von heute in der Tagesansicht.
Anzeigen.
Gewinnspiele & Aktionen.
Bücher:
Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher aus Leipzig.
Unser Senf
Anzeigen.
Größter Indoor-Spielplatz in Mitteldeutschland
Link-Tipps.
Forum Café LE
Bildblog