Studie aus Leipzig: Familienunternehmen rücken in der Finanzkrise noch enger zusammen
Redaktion
26.09.2009
Wirtschaft geht auch anders ...
"Wie gehen Unternehmerfamilien mit der Krise um?", das war die Frage bei einer Studie, die an der Handelshochschule Leipzig (HHL) in Zusammenarbeit und auf Anregung des AlphaZirkel, einer deutschlandweiten Diskussionsplattform für Familienunternehmer, entstanden ist.
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Der Mittelstand gilt als Rückgrat und Motor der deutschen Wirtschaft, weshalb ihm auch für die Bewältigung der aktuellen Finanz- und Konjunkturkrise eine besondere Rolle zukommt. Welche Maßnahmen ihm in der aktuellen Situation helfen, was er unternimmt, um auch mittel- und langfristig erfolgreich zu bleiben, und wie die Krise die Wahrnehmung kleiner und mittelgroßer Unternehmen verändert hat, wollte die Studie erkunden.
Und traf dabei – man hätte es fast erwartet – auf ein völlig anderes Wirtschaftsverständnis, als es in vielen der auf Rendite getrimmten "Weltkonzerne" üblich ist. Über 200 mittelständische Unternehmen in Deutschland nahmen sich Zeit, die 30 zum Teil sehr detaillierten Fragen der Wirtschaftsforscher zu beantworten – vom Kleinbetrieb mit weniger als zehn Angestellten bis hin zum Großunternehmen mit über 5.000 Beschäftigten.
„Uns hat insbesondere die Frage interessiert, wie stark Familien- beziehungsweise mittelständische Unternehmen von der aktuellen Krise betroffen sind, welche Maßnahmen in Strategie, Führung und Finanzierung sie ergreifen und was die Krise konkret für die Unternehmerfamilie bedeutet“, erläutert Andreas Mach, als Initiator und “Spiritus Rector“ des AlphaZirkels eine der treibenden Kräfte hinter der Studie. „Dies ist vor dem Hintergrund der in vielen Familienunternehmen in den nächsten Jahren anstehenden Nachfolgeregelung von besonderem Interesse.“
So zeigt sie, dass der deutsche Mittelstand von der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise zwar durchaus betroffen ist. Panikreaktionen oder Massenentlassungen sind aber dennoch kein Thema. Prof. Dr. Torsten Wulf, Inhaber des Lehrstuhls für Strategisches Management und Organisation der HHL und wissenschaftlicher Leiter der Studie: „Die mittelständischen und familiengeführten Unternehmen verhalten sich sehr besonnen; sie bleiben ihrer grundsätzlichen strategischen Ausrichtung treu und fokussieren sich auf kurzfristig realisierbare Kostensenkungen. Dabei erkennen zahlreiche Unternehmen die Krise als Chance und versuchen, mit innovativen Produkten und Leistungen neue Kunden zu erreichen.“
Die aktuelle Studie zeigt auch, dass insbesondere familiengeführte Unternehmen in der Krise scheinbar noch enger zusammenrücken. Wo entsprechende Regelungen in nächster Zeit zu erwarten sind, ziehen rund 80 Prozent der Befragten eine familieninterne Nachfolgeregelung anderen Lösungsformen, etwa der Hinzunahme eines externen Managers, vor. Das bedeutet: Im Zuge der Krise ist die Tendenz zur internen Nachfolge weiter gestiegen.
„Diese Erkenntnis ist besonders spannend, wenn man sich vor Augen hält, dass wir vor einer Welle von Führungswechseln stehen – wie die Ergebnisse der Studie zeigen, planen über die Hälfte der Unternehmen einen internen Nachfolgeprozess innerhalb der nächsten fünf Jahre“, so Andreas Mach. „Für diese neue, junge Generation an Familienunternehmern wird es besonders wichtig sein, im Detail zu verstehen, wie ihr Unternehmen es geschafft hat, die aktuelle Krise erfolgreich zu meistern. Denn wir alle wissen: Nach der aktuellen Krise ist vor der nächsten Krise.“
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