Was stellt man mit einer 1960er-Jahre-Wohnung an: UNITAS lud Leipziger Studenten zum Wettbewerb ein
Redaktion
09.02.2010
Ausstellung mit den Siegerentwürfen in der HTWK.
Wie wollen junge Menschen leben? Welche Anforderungen stellen sie an eine Wohnung? Um die Bedürfnisse dieser Zielgruppe zu erfüllen, sind neue Ideen und Wege gefragt. Und wer wäre da besser gefragt als die jungen Leute selbst – zum Beispiel die Studenten der HTWK Leipzig?
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Die Wohnung muss flexibel sein, sich den Lebenssituationen anpassen, die gerade bei jungen Menschen häufig wechseln. Die Leipziger Wohnungsgenossenschaft UNITAS stellt sich nun dieser Aufgabe. Sie hat ein Projekt in Kooperation mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig ins Leben gerufen, das die für die 1960er Jahre typischen Blockbauten völlig neu denkt und marktadäquat an jungen Familien ausrichtet. Die Ergebnisse kann man zurzeit in der Hochschule begutachten.
„Wir haben für die Architekturstudenten des 2. Semesters der HTWK Leipzig einen Wettbewerb ausgeschrieben. Aufgabe war, nicht mehr marktfähige Wohnungen neu zu konzipieren und zu gestalten“, erläutert Steffen Foede. der Prokurist der WG UNITAS, die Wettbewerbsidee. „Für die Innenraumgestaltung hatten wir ein Limit von 10.000 Euro vorgegeben. Nicht inbegriffen waren die Kosten für eine eventuelle Grundrissänderung. Ansonsten gab es keine Einschränkungen. Wir wollten, dass die jungen Architekten sich gedanklich frei dieser Aufgabe stellen und wegweisende Möglichkeiten der Wohnraumgestaltung entwickeln.“
Es galt, ein Wohnobjekt in der Arthur-Hoffmann-Straße zu gestalten, das bisher vor allem aus kleinen und verwinkelten Wohnungen bestand. Die Flure waren dunkel, Toilette und Dusche oft noch durch kleine Kammern voneinander abgetrennt sowie ohne Tageslicht.
Bei der Erläuterung der Siegerentwürfe: Prof. Marina Stankovic (HTWK, M.) und Objektbetreuer Christian Piechotta (UNITAS, r.).
Foto: Unitas
Steffen Foede: „Die Studenten haben bei ihren Planungen bewiesen, dass sie diese Aufgabe mit Bravour meistern können. Wände wurden herausgerissen, lichtdurchflutete Innenräume geschaffen und die Möbel so gestaltet, dass sie bei minimalem Platzaufwand maximale Nutzbarkeit aufweisen. Von über 80 Einsendungen haben wir deshalb beschlossen, die 15 besten öffentlich auszustellen. Wir wollen damit den Blick für den demografischen Wandel und die damit aufkommenden Fragestellungen schärfen. Außerdem haben wir mehrere Siegerentwürfe gekürt, die wir in dieser Form auch umsetzen wollen.“
So wird demnächst eine Musterwohnung entstehen, die sich an den vier besten Vorschlägen orientiert.
Bis zum 15. März sind die Arbeiten der Architekturstudenten im Foyer Lehrstuhl Architektur (4. Etage) der HTWK Leipzig (Karl-Liebknecht-Straße 132) zu bestaunen. Mit dem Bau der Musterwohnung nach Vorgabe der Siegerentwürfe soll voraussichtlich im April begonnen werden.
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