Nach acht Jahren Restaurierung: Ägyptisches Museum erhält 4.500 Jahre alten Sarkophag zurück
Matthias Weidemann
27.08.2011
Mit dem Gabelstapler schwebt Senebs Sarkophag ins Schaufenster.
Foto: Matthias Weidemann
Er war ein kleiner und dennoch hoher Beamter, jener Seneb, der etwa 2600 bis 2500 vor Christus aus Giza in der 4. Dynastie der ägyptischen Pharaonen gelebt haben musste. Das Ägyptische Museum in Leipzig erhielt am Freitag den Sarg des Seneb nach achtjähriger Restaurierung zurück. Er soll demnächst im Schaufenster des Museums im Krochhaus der Öffentlichkeit präsentiert werden.
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Seneb, dessen Grab zwischen 1927 und 1933 von dem Archäologen Hermann Junker entdeckt wurde, erlangte Ruhm wegen seiner Kleinwüchsigkeit. Er maß etwas über einen Meter und ließ sich mit seiner Familie darstellen. Dr. Diettrich Raue, Kustos des Ägytischen Museums: „Die Abbildung war eine Grabbeigabe, stellt den kleinwüchsigen Seneb mit seiner Familie dar und befindet sich im Museum von Kairo. Sie wurde als so wichtig erachtet, dass man sie damals in Ägypten beließ.“
Dietrich Raue mit dem Modell des Grabmals.
Foto: Matthias Weidemann
Der etwa 1,4 Tonnen schwere Sarkophag aus Kalkstein befand sich zusammen mit anderen Grabbeigaben in einem Grabmal, wie es einem Beamten vom Range Senebs der Zeit entsprach. Allerdings hatten Grabräuber den Leichnam wohl schon gestohlen. Der Sarg war schon in altägyptischer Zeit durch die Grabräuber beschädigt worden und ist nun, nach acht Jahren, aus hunderten Einzelteilen wieder zusammengesetzt worden.
Dr. Dietrich Raue: „Die Restaurierung wurde vom Fachbereich Restaurierung und Steinkonservierung der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen besorgt. Dies geschah im Rahmen der Lehre mit vielen Studenten.“
Zu dem Sarkophag soll noch ein Modell des Grabmals kommen. Der Kustos: „Mit dem Modell wollen wir die Auffindesituation des Sarkophags darstellen, damit sich der Besucher ein Bild machen kann, wie damals ein solches Grab gestaltet war."
Der Sarkophag vor der Platzierung im Schaufenster des Ägyptischen Museums.
Foto: Matthias Weidemann
Derweil wird sich auch im Museum selbst einiges tun, wie der Kustos am Rande der Überführung des Sarkophags verriet: „Unser Ziel ist es, in absehbarer Zeit alle unsere Exponate auszustellen. Mein Motto ist: Entweder alles oder gar nichts. Derzeit sind etwa 6.000 Ausstellungsstücke zu sehen. Bis Ende des Jahres sollen dann alle 7.000 Exponate für Besucher ausgestellt werden. Das bedeutet aber auch Einschränkungen in naher Zukunft, da wir umfangreiche Umgestaltungen planen.“
So soll der Mumienraum neu gestaltet sowie zahlreiche Vitrinen neu eingebaut werden. Dietrich Raue: „Einzelne Räume müssen deshalb wechselweise für Besucher leider geschlossen werden. Dafür werden die Objekte einiger Sammlungsbereiche künftig großzügiger und mit neuer Systematik übersichtlicher und anschaulicher aufgestellt sein.“
Einhergehend mit den am 15. September beginnenden Umbauarbeiten reduziert die Museumsleitung für einige Monate die Eintrittspreise. Kustos Dietrich Raue: „Wir können von den Besuchern nicht den vollen Eintritt verlangen, wenn wir nicht alles zeigen.“
So wird das Familienticket dann 5 statt 10 Euro kosten und Erwachsene zahlen 3 statt 5 Euro. Zu den zeitweilig aufgekommenen Gerüchten, dass die Ausstellung wegen fehlenden Geldes für die Aufsichtskräfte nur eingeschränkt zugänglich sein würde meinte der Museumschef: „Da ist nichts dran, wir werden auf künftig genug Aufsichtskräfte bezahlen können, um den Museumsbetrieb uneingeschränkt fortführen zu können. Lediglich durch die schon erwähnten Umbaumaßnahmen wird man mit Einschränkungen zu rechnen haben.“
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