Doktorandenausbildung auf hohem Niveau: Graduiertenschule BuildMoNa bereitet sich auf neue Antragsrunde vor
Redaktion
08.08.2011
Am Institut für Anorganische Chemie der Universität Leipzig.
Foto: Waltraud Grubitzsch
Viel hat die Universität Leipzig in bisherigen Exzellenzinitiativen der Bundesrepublik nicht abbekommen. Man hat es ja beinah vergessen: Die Uni wurde ja zeitweilig als heißer Kandidat auf den Titel "Elite-Universität" gehandelt. Dann verpuffte das - und Sachsen initiierte ein weiteres Exzellenzprogramm, um zu zeigen: Wir können's doch. Auch wenn's im Wesentlichen EU-Fördergelder sind, die auch einem Graduiertenkolleg der Uni Leipzig zugute kamen: dem BuildMoNa.
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In den kommenden Monaten muss sich die Graduiertenschule, die 2007 den Förderzuschlag bekam, wieder bewähren, denn am 1. September 2011 wird sie bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Fortsetzungsantrag für ihre zweite Förderphase vorlegen. Im Erfolgsfall kann BuildMoNa auch von 2012 bis 2017 mit einer jährlichen Fördersumme im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder rechnen, teilt die Uni Leipzig mit. Diese beträgt maximal 2,5 Millionen Euro jährlich.
Ob dies der Fall ist, erfahren Prof. Evamarie Hey-Hawkins, Koordinatorin der Graduiertenschule, und ihre Kollegen am 15. Juni kommenden Jahres. Zuvor muss ein BuildMoNa-Team persönlich bei der DFG in Bonn die Arbeit der Graduiertenschule in einem Vortrag präsentieren.
Prof. Dr. Evamarie Hey-Hawkins am Institut für Anorganische Chemie der Uni.
Foto: Waltraud Grubitzsch
"Das war das letzte Mal das Ausschlaggebende", erinnert sich Prof. Hey-Hawkins. Ebenso wichtig für den Erfolg des Fortsetzungsantrags sei auch die Tatsache, dass die Graduiertenschule viele ihrer anfangs gesetzten Ziele erreicht hat: Mehr als 100 Doktorandinnen und Doktoranden wurden oder werden ausgebildet - davon bisher fast 70 über Drittmittel finanziert - und enge Bande zur Industrie geknüpft.
BuildMoNa wird unter anderem wegen ihrer Forschungsergebnisse etwa zu neuen Materialien mit besonderen Eigenschaften immer interessanter für industrielle Partner. Zudem haben die Promovenden gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. "Auch die Kooperation mit den außeruniversitären Einrichtungen wie dem Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften, dem Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V. und dem Helmholtz-Zentrum UFZ - Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH ist sehr wichtig", sagt Hey-Hawkins.
Am Institut für Anorganische Chemie der Universität Leipzig diskutiert Prof. Dr. Evamarie Hey-Hawkins (M.) in einem Labor mit der polnischen Doktorandin Martyna Madalska (l.) und dem indischen Doktoranden Souvik Pandey über Ausgangsverbindungen von leitfähigen Polymeren.
Foto: Waltraud Grubitzsch
Die Anforderungen an die Bewerber der Graduiertenschule "Leipzig School of Natural Sciences - Building with Molecules and Nano-objects (BuildMoNa)" der Universität Leipzig sind hoch: Die zukünftigen Doktoranden müssen sehr gut in ihrem Fach sein, interdisziplinär arbeiten können und vor einer hochkarätigen Expertengruppe einen überzeugenden Vortrag über ihre bisherige und geplante Forschung in englischer Sprache halten können.
"Sie sollten auch in möglichst kurzer Zeit studiert haben und natürlich zu BuildMoNa passen", Prof. Dr. Evamarie Hey-Hawkins das anspruchsvolle Bewerberprofil. Seit der Gründung von BuildMoNa vor dreieinhalb Jahren haben 134 Doktoranden aus 16 Ländern diese Hürden genommen. 21 von ihnen haben bereits promoviert.
Viele der Doktoranden hätten darüber hinaus Artikel über ihre Forschungen in renommierten Fachjournalen veröffentlicht, was auch eines der Ziele in der ersten Förderphase war. Wichtig für Prof. Hey-Hawkins ist neben der Qualität von Forschung und Ausbildung an der Graduiertenschule BuildMoNa auch die Förderung weiblicher Nachwuchswissenschaftler. Ein Drittel der Promovenden sind Frauen.
"Wir wollen diese Zahl unbedingt steigern", berichtet die BuildMoNa-Koordinatorin. Sie hat sich für die Zukunft auch vorgenommen, noch mehr ausländische Doktoranden nach Leipzig zu holen und wegen der großen Zahl ausgezeichneter Bewerber die Zahl der Doktoranden insgesamt in der zweiten Förderperiode auf 150 zu erhöhen.
Geforscht wird in der Graduiertenschule in den Bereichen Chemie, Physik und Biowissenschaften, wobei insbesondere Mathematik und Medizinische Physik auch eine wichtige Rolle spielen. Einer der drei Schwerpunkte ist Hey-Hawkins zufolge der Bereich Katalyse. Ziel ist dabei die Entwicklung neuer effektiverer Katalysatoren, die unter anderem im Umweltschutz Anwendung finden. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Krebsforschung.
"Wir wollen verstehen, wie Krebs entsteht und sich ausbreitet. Zudem arbeiten wir an der Erforschung selektiver Mittel für die Diagnose und Therapie von Krebs", erklärt die Professorin. Die Physik spielt bei der Erforschung quantenelektronischer Phänomene - dem dritten Schwerpunkt der Graduiertenschule - eine bedeutende Rolle.
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