5.000 Pfund für Leipziger Forscher: Michael Tomasello mit Wiley-Preis für Psychologie ausgezeichnet
Redaktion
05.08.2011
Michael Tomasello bei der Arbeit an einer Studie.
Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie
Der Direktor der Abteilung für Vergleichende und Entwicklungspsychologie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, Michael Tomasello, wird mit dem Wiley-Preis für Psychologie 2011 ausgezeichnet. Der mit 5.000 Britischen Pfund dotierte Preis würdigt das "Lebenswerk eines herausragenden internationalen Forschers", teilt das Institut mit.
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An der Grenze zwischen den Geistes- und Naturwissenschaften gilt Tomasellos Hauptinteresse der Evolution und Entwicklung von Kultur, Kooperation und Sprache beim Menschen. In zahlreichen empirischen Studien mit Kleinkindern und Menschenaffen geht Tomasello der Frage nach, über welche kognitiven Fähigkeiten Menschen im Unterschied zu den ebenfalls hoch entwickelten Menschenaffen verfügen, die es ihnen ermöglichten, eine traditionsfähige Kultur zu schaffen.
Ein Schlüsselelement dafür sei die Fähigkeit des Menschen, sich in die Perspektive seiner Artgenossen hineinzuversetzen und deren Verhalten sowie die damit verknüpften Absichten zu imitieren, ist der Wissenschaftler überzeugt.
Michael Tomasello bei der Durchführung einer Studie mit Kindern.
Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie
"Ich bin überrascht und fühle mich geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten", sagt Michael Tomasello. "Kein Wissenschaftler erwartet so etwas. Wir beschäftigen uns mit unserer Forschung aus Liebe zur Sache und Preise sind dann immer eine Überraschung."
Sir Adam Roberts, Präsident der Britischen Akademie, die gemeinsam mit dem Wiley-Blackwell-Verlag den Wiley-Preis für Psychologie verleiht, sagt: "Seine wegweisende Arbeit hat einen erheblichen Betrag zu unserem Verständnis sozialer Kognition und Linguistik geleistet".
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