Forschungskooperation in Mitteldeutschland: Sächsische Akademie und Hallenser Universität knüpfen Freundschaftsbande
Gernot Borriss
29.10.2011
Pirmin Stekeler-Weithofer.
Foto: Dirk Brzoska
Mit einem Kooperationsvertrag stellen die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ihre Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage. Das werde die Wissenschaften in der Region voranbringen, ist sich Akademie-Präsident Professor Pirmin Stekeler-Weithofer sicher.
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Das deutsche Verfassungsrecht kennt seit einigen Jahren das Killer-Wort Kooperationsverbot. Das ist insbesondere auf die Bereiche Bildung und Wissenschaft gemünzt und soll die Reichweite politischer Gestaltung an den Grenzen der deutschen Länder enden lassen.
Das ist aus Sicht der Wissenschaft weder sachgerecht, noch praktikabel. Deshalb bauen die Akteure der Region ihre Zusammenarbeit aus. Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vereinbarten sich zur Festigung ihres fruchtbringenden Austausches in einem Kooperationsvertrag. Diesen stellten sie am Freitag der Öffentlichkeit vor.
Akademie-Präsident Prof. Pirmin Stekeler-Weithofer.
Foto: Dirk Brzoska
Für den Leipziger Philosophen und Akademie-Präsidenten Professor Pirmin Stekeler-Weithofer steht fest: „Die Intensivierung der Zusammenarbeit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig wird mit Sicherheit die Wissenschaften in der Region voranbringen.“ Diese Partnerschaft berge „viele Möglichkeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen“, fügt korrespondierend der Hallenser Rektor Professor Udo Sträter hinzu. Gerade im editorischen Bereich sei die Leipziger Akademie für die Traditionsuni im Süden Sachsen-Anhalts „unser traditioneller Partner für Langzeitprojekte“, so Sträger weiter.
Eingang zum Sitz der SAW in der Karl-Tauchnitz-Straße 1.
Foto: Gernot Borriss
Als Ziele führt der Kooperationsvertrag die Realisierung gemeinsamer, über Drittmittel finanzierter Forschungsprojekte an. Auch die Abstimmung von Forschungsstrategien und Veranstaltungen ist vorgesehen. Schließlich wollen sich beide Seiten in Forschung und Lehre sowie in der Aus- und Weiterbildung gegenseitig unterstützen.
Zu den vier aktuellen Gemeinschaftsprojekten zählt die im Akademienprogramm finanzierte „Edition der Briefe Philipp Jakob Speners (1635–1705)“, die von Professor Udo Sträger verantwortet wird. Mit der historisch-kritischen Edition des Briefwechsels zwischen Christian Wolff und Ernst Christoph Graf von Manteuffel eröffnen Professor Jürgen Stolzenberg und Professor Detlef Döring neue Einblicke in die Aufklärungsforschung. Diese Projekt fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit 450.000 Euro.
Ein weiteres Gemeinschaftsprojekt behandelt „das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas“. Unter der Leitung der Professoren Heiner Lück (Halle) und Ernst Eichler (Leipzig) wird erforscht, wie die osteuropäische Rechtsordnungen durch das deutsche Recht in Gestalt des Sachsenspiegels und des Magdeburger Rechts beeinflusst worden sind.
Auch in der Diabetes-Forschung wirken die Leipziger Akademie und die Hallenser Uni zusammen. Unter der Leitung von Professor Elmar Peschke werden in einem Langzeitprojekt die „Zeitstrukturen endokriner Systeme“ erforscht. Man geht dabei der Frage nach, wer oder was die Hormonausschüttung in unserem Körper terminiert und zeitlich steuert.
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Am Dienstag, 15. Mai, stellte die Thüringer Untersuchungskommission unter Führung des ehemaligen Bundesrichters Gerhard Schäfer in Erfurt ihren Abschlussbericht zur Arbeit der thüringischen Ermittlungsbehörden im Zusammenhang mit dem Jenaer Terror-Trio vor, das dann im sächsischen Zwickau unbehelligt untertauchen konnte. Und der Bericht wirft kein gutes Licht auf den Aufklärungswillen der sächsischen Behörden. mehr…