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Ein Leipziger Forscher will's wissen: Wer zahlt wieviel für den Klimaschutz?

Redaktion
Prof. Bodo Sturm.
Prof. Bodo Sturm.
Foto: HTWK Leipzig
"Fairnesspräferenzen und die Zahlungsbereitschaft für das globale öffentliche Gut Klimaschutz – Eine empirische und theoretische Analyse" heißt ein Forschungsprojekt, das der Professor Dr. rer. pol. Bodo Sturm jetzt startete. Der Zeitpunkt passt: In Durban findet in wenigen Tagen die UN-Klimakonferenz (28. November bis 9. Dezember 2011) statt. Und den HTWK-Professor treibt die Frage um: Wer würde denn für Klimaprogramme auch nur einen Cent hinlegen?

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Zusammen mit Professor Carsten Vogt von der Hochschule Bochum will Sturm die reale Zahlungsbereitschaft für den Klimaschutz in Deutschland und theoretische Aspekte der Kooperation verschiedener Akteure in der Klimapolitik weltweit untersuchen. Dabei soll Fairness als Motiv zur Kooperation in der Klimapolitik besondere Beachtung geschenkt werden.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

"Die Ziele der Akteure in der Klimapolitik sind sehr unterschiedlich, das haben die schwierigen Verhandlungen bei den vorhergehenden UN-Klimakonferenzen gezeigt. Dort konnten nur minimale Ziele festgelegt werden", erläutert Sturm. "Die Politiker eines Landes müssen sich letztlich bei den Verhandlungen daran orientieren, was ihre Wähler überhaupt wollen. Wir stellen uns deshalb die Frage: Wieviel Klimaschutz zu welchem Preis wollen die Deutschen? Wieviel sind wir bereit, für den Klimaschutz wirklich zu zahlen?

Wer will für Klimaschutz überhaupt was bezahlen?
Wer will für Klimaschutz überhaupt was bezahlen?
Foto: Ralf Julke

Denn Klimaschutz verursacht Kosten. Wir werden nur bereit sein, die Kosten des Klimaschutzes zu tragen, wenn der Nutzen durch Klimaschutz entsprechend hoch ist. Schließlich stellt sich die spannende Frage, ob sich die Zahlungsbereitschaft für Klimaschutz zwischen den Staaten unterscheidet und was das für die Verhandlungen mit sehr unterschiedlichen Beteiligten auf den Klimagipfeln bedeutet?"

Für Bodo Sturm ist das Forschungsfeld nicht neu. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW) untersuchte er von November 2006 bis November 2009 schon das Vorfeld: "Internationale Klimapolitik und Fairnesspräferenzen: Eine experimentelle Analyse", hieß das Projekt, Auftraggeber war die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

Im Rahmen des neuen Projektes will Professor Bodo Sturm die Gründe des unterschiedlichen Verhaltens der Länder in den Verhandlungen um den Klimaschutz untersuchen. Durch ein Internetexperiment sollen die reale Zahlungsbereitschaft in Deutschland und deren Determinanten ermittelt werden, also die Gründe, die Zahlungsbereitschaft oder Verweigerung bestimmen. Um das Verhalten verschiedenartiger Akteure zu untersuchen, wird im Projekt mit Hilfe der Spieltheorie das Kooperationsproblem in der Klimapolitik untersucht. Daraus möchte das Projektteam mögliche reale Anreize für Handelnde in diesem Politikfeld identifizieren.

Das Ziel der Untersuchungen ist es, so Sturm, Handlungsempfehlungen für die deutsche und europäische Klimapolitik zu formulieren. Dies geschehe auch durch die Einbeziehung von Akteuren aus der EU, Bundesministerien, Unternehmen und Verbänden sowie durch die Präsentation der Ergebnisse in Fachpublikationen sowie auf wissenschaftlichen Tagungen.

Professor Bodo Sturm ist seit 2009 Professor für Volkswirtschaftslehre und Quantitative Methoden an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der HTWK Leipzig und beschäftigt sich mit Umweltökonomik, Klimapolitik und experimenteller Wirtschaftsforschung.

www.htwk-leipzig.de


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