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Erst ins Labor, dann ins Gewandhaus: Konstantin Wecker als Forschungsobjekt im Max Planck Institut

Ralf Julke
Konstantin und Jo beim Spielen im Labor.
Konstantin und Jo beim Spielen im Labor.
Foto: Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften
Die Anhänger des Liedermachers Konstantin Wecker erfuhren es über seine Facebook-Seite. Da postete der Sänger ein Foto von sich, auf dem er seltsam aussah: übersät mit weißen Aufklebern. Entstanden war das Foto in Leipzig. Da war er am 6. November zu Gast. Und zwar nicht nur mit "Wut und Zärtlichkeit" im Gewandhaus.

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Bevor Konstantin Wecker und seine Band mit Jo Barnickel am Sonntagabend, 6. November, um 20:00 Uhr im Gewandhaus mit "Wut und Zärtlichkeit" auftraten, besuchten sie am Vormittag nämlich die Forschungsgruppe Musikkognition und Handlung in ihrem Labor im Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in der Stephanstraße.

"In unserem Forschungslabor der Forschungsgruppe Musikkognition und Handlung wollen wir herausfinden, wie sich Musiker untereinander synchronisieren, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es dabei zwischen Klavierduetten, Ensemble gibt. Dazu werden Musikstudenten und Musiker in unser Labor eingeladen", erläutert Kerstin Träger, Psychologisch-Technische Assistentin in der Forschungsgruppe, den hochkarätigen Besuch. Fast könnte man neidisch werden: Muss man also doch Neurowissenschaften studieren, um einfach mal die besten Sänger des Landes ohne Umstände in sein Labor einladen zu können? Und dann singen sie auch noch - freiwillig und für Forschungszwecke.

Jo Barnickel fotografiert Konstantin mit Markern.
Jo Barnickel fotografiert Konstantin mit Markern.
Foto: Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften
Kerstin Träger: "Die Pianisten spielen dabei auf elektrischen Klavieren, weil sich Tastendruckzeiten und die Intensität des Tastenschlages auf diese Weise sehr genau registrieren und erfassen lassen. Die Körperbewegungen werden mit Hilfe des Motion Capturing Verfahrens aufgezeichnet, um so auch feinste Bewegungsnuancen auswerten zu können."

Aber was davon interessiert jetzt eine Forschungsgruppe Musikkognition und Handlung? Wollen die Leipziger Forscher herausfinden, wie einer wie Wecker noch Klavier spielen kann, wenn er sich so richtig in Schwung gesungen hat?

Kerstin Träger: "Uns interessiert natürlich auch, wie professionelle Musiker miteinander musizieren und welcher Grad an Koordination überhaupt vorhanden sein muss oder darf – wie viel Varianz im Spielen als gut und nötig empfunden wird. Wie spielt ein eingespieltes Ensemble zusammen? Deshalb luden wir Konstantin Wecker und Jo Barnickel zu uns ins Labor ein, die seit mehr als 16 Jahren gemeinsam Klavier spielen."

Konstantin Wecker und Jo Barnickel spielten eine Strophe des "Liebesliedes" und einen Freestyle-Part aus "Wenn der Sommer nicht mehr weit ist". Am Körper wurden refklektierende Marker platziert und mit dem "Motion Capturing Verfahren" aufgenommen. Mit dem Verfahren werden die Bewegungen der Musiker erfasst und können dieserart aufgezeichnet und in ein computerlesbares Format umgewandelt werden. So können die Bewegungen analysiert und auch auf computergenerierte 3-D-Modelle übertragen werden - ein Verfahren, das zum Beispiel in animierten Filmen zur Anwendung kommt. Die einzelnen Bewegungen etwa von Trickfiguren werden nicht mehr einzeln gezeichnet, sondern von richtigen Schauspielern ausgeführt und mit dem "Motion Capturing Verfahren" auf die Trickfigur übertragen.

Derzeit sind die Wissenschaftler mit der Aufbereitung der Rohdaten beschäftigt, um dann im nächsten Schritt diese Daten analysieren und auswerten zu können. Konstantin Wecker und Jo Barnickel waren an dem, was die Leipziger Forscher da mit ihnen anstellten, sehr interessiert. "So konnten wir ganz unkompliziert die Messung durchführen", resümiert Kerstin Träger.

Auf seiner Facebookseite Konstantin Wecker dann auch ein Foto dieser Messung mit Kommentar gepostet.

www.cbs.mpg.de


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