Damit das Pferd „rund läuft“: Uni Leipzig erste Hochschule mit Magnetresonanz-Tomographen für große Huftiere
Matthias Weidemann
10.12.2011
Wallach Lupus im MRT.
Foto: Matthias Weidemann
Das ist wirklich mal eine Nachricht zum Wiehern. In der Chirurgischen Tierklinik der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig wurde am Donnerstag ein Magnetresonanz-Tomograph (MRT) für Pferde in Betrieb genommen worden. Es ist das einzige Gerät seiner Art an einer deutschen Uni.
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Das hochmoderne Diagnosegerät, das erstmals eine Magnetresonanz-Tomographie (MRT) bei Pferden und anderen Tieren dieser Größe ohne eine risikobehaftete Narkose ermöglicht, wurde von Vertretern der Universität Leipzig und des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Universität Leipzig ist bundesweit die erste, die mit einem solchen Gerät ausgestattet ist. Bisher war das "Equine MRI", wie der Tomograph offiziell heißt, nur in einigen privaten Tierkliniken zu finden. Finanziert wurde es von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem
Freistaat Sachsen, die insgesamt mehr als 600.000 Euro in die Anschaffung und Einrichtung des MRT investiert haben.
Die notwendigen baulichen Vorbereitungen wurden im Auftrag der Niederlassung Leipzig des SIB getroffen. Für die Bautätigkeit standen rund 74.500 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag wurde im Rahmen des Konjunkturpaketes II mit Mitteln des Bundes gefördert. Das "Equine MRI" wird vor allem im Rahmen der klinischen Forschung und der Diagnostik von Erkrankungen der Gliedmaßen von Pferden angewandt.
Der Huf wird im MRT gescannt.
Foto: Matthias Weidemann
"Das ist ein sehr gutes und wichtiges Diagnostikgerät", sagte der Direktor der Chirurgischen Tierklinik, Prof. Dr. Walter Brehm. Es ermögliche eine narkosefreie Untersuchung der bei Pferden häufig von Krankheiten und Verletzungen betroffenen Gliedmaßen - vom Huf bis zum Sprunggelenk. "Das ist gerade bei Pferden ein großes Problemfeld", erläuterte Brehm.
80 Prozent der Lahmheiten beim Pferd haben ihre Ursache in dem Bereich der Gliedmaßen, der mit diesem Gerät untersucht werden kann. Für die Aufstellung des Großgerätes waren im Erdgeschoss des Stallgebäudes der Chirurgischen Tierklinik bauseitig die entsprechenden Räumlichkeiten herzurichten. Die nicht unterkellerten Pferdeboxen wurden entkernt und der komplette Fußbodenaufbau abgebrochen. Für die Aufstellung des MRT war eine Fundamentgrube erforderlich, deren Bodenplatte und Seitenwände, aufgrund der magnetischen Wirkung aus glasfaserarmierten Beton hergestellt wurden. Der restliche Boden erhielt eine Stahlbetonplatte mit fachgerechter Abdichtung sowie einen Zement-Estrich mit erhöhten Anforderungen an die Ebenheit der Fläche.
Walter Brehm.
Foto: Matthias Weidemann
Die zum Stallgang bis dahin offene Seite des Raumes wurde, bis auf die beiden Zugänge zum MRT und zum abgegrenzten Schalt-/Elektroraum, hinsichtlich des Mauerwerks verschlossen. Die Aufstellung der Lüftungsgeräte des MRT erfolgte in einem eigens dafür im Dachgeschoss neu geschaffenen Technikraum. Die Anbringung der zugehörigen Außeneinheit am Gebäude des Instituts wurde aus Gründen des Denkmalschutzes so gewählt, dass diese von öffentlichen Flächen nicht einsehbar ist.
Die abschirmenden Kupferwände des MRT als Leistungsbestandteil des Großgerätes wurden anhand der gemeinsam abgestimmten Ausführungspläne außerhalb Deutschlands gefertigt und später, nach Abschluss der vorbereitenden Bauarbeiten, vor Ort montiert.
Die Technologie erfolgte als sogenannte Raum-in-Raum-Montage. Damit ist gemeint, dass die Kupferplatten auf einer Unterkonstruktion an den Umfassungswänden sowie an der Decke befestigt wurden. Im so entstandenen "MRT-Käfig" wurde der eigentliche MRT in der Fundamentgrube aufgestellt, die zugehörige Strahlenschutztür eingebaut und die erforderliche Lüftung montiert. Die baulichen Voraussetzungen für die Einrichtung des Gerätes wurden im Zeitraum von 2009 bis Februar 2011 geschaffen, wobei die reine Bauzeit davon nur fünf Monate betrug.
Das MRT soll auch in Kooperation mit anderen Instituten und Forschungseinrichtung verwendet werden, um so die Forschung in diesem Bereich voran zu bringen.
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