Thomasschüler komponieren: Mendelssohn Kammerorchester spielt Leipziger Farbsinfonie
Ralf Julke
02.03.2009
Komponisten-Werkstatt in der Thomasschule.
Foto: Ralf Julke
Ein Buch macht Furore: Eva Hellers "Die wahre Geschichte von allen Farben". Eigentlich ein Buch für Kinder, erschienen 1994. Aber am Samstag, 7. März, wird es Musik. Füllt es den Mendelssohn-Saal des Gewandhauses mit Melodien. Und sieben Thomasschüler sind die stolzen Komponisten der Musik.
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Das Projekt läuft seit Schuljahresbeginn mit Schülern der 8. Klassen der Thomasschule und reiht sich ein in die Reihe von Werkstätten "Schüler komponieren", die das Mendelssohn Kammerorchester seit einigen Jahren an Leipziger Schulen organisiert. Mit echten Leipziger Komponisten wie Steffen Reinhold. Manchmal auch mit internationaler Beteiligung wie im letzten Jahr. Diesmal verband sich der junge Komponisten-Workshop mit einem parallelen Kunstkurs der 8. Klassen, in dem es ebenfalls um Eva Hellers Farben-Buch ging, das die Kinderbuchautorin eigentlich für Knirpse ab 4 Jahre schrieb. Von Eltern und Erziehern geliebt, denn in phantasieanregender Weise bringt das Buch den Kindern bei, dass Farmen auch Emotionen wachrufen und untereinander Konflikte austragen, dass sie versöhnen und anregen. Die Bilder, die auf diese Weise entstehen, werden ebenfalls am 7. März zu sehen sein – als Foyerausstellung und als große Dia-Show.
Dass Farben auch klingen, erfahren manche Menschen im Leben nie. Aber Musiker wissen es in der Regel. Und Computerprogramme können Musik mittlerweile spielend leicht in Farben-Sinfonien umsetzen. Der Weg von der Farbe zum Ton ist etwas schwieriger. Doch 16 Schüler des Thomasgymnasiums ließen sich gemeinsam mit Steffen Reinhold auf das Abenteuer ein, suchten Töne und Melodien zu den Farben, lernten Kompositionsverfahren kennen und mussten sich am Ende entscheiden. Den die finale Arbeit an den entstandenen Kompositionen war mit 16 eigenwilligen Komponisten nicht mehr zu stemmen. Sieben Auserwählte durften mit Steffen Reinhold weitermachen und die Skizzen ausarbeiten. Bis sich abzeichnete, wie der Farbkreis am Ende klingen wird.
Junge Komponistinnen: Steffen Reinhold gibt Tipps für die nächsten Arbeitsschritte.
Foto: Ralf Julke
Letzter Akt in diesem anspruchsvollen Kurs: Alle sieben Kompositionen müssen miteinander verflochten werden. Komponisten großer Sinfonien kennen das: Da müssen Motive wieder aufgegriffen werden, Stimmungsbögen beachtet werden und Übergänge geschaffen, damit die Einzelteile nicht auseinander fallen.
Am heutigen 3. März ist die entstandene Farben-Sinfonie erstmals in einem Schülerkonzert in der Thomasschule zu hören.
Das ist quasi die Generalprobe für Marie, Carolin, Tatjana, Judith und Keturah, für Georg und Clemens. Da haben sie auch selbst ihren ersten Auftritt, um das Publikum auf ihr Werk einzustimmen, das von den Profi-Musikern des Mendelssohn Kammerorchesters gespielt wird. Welches Instrument wird sich da wie einordnen in den Farbenreigen, welche Tonort klingt in welchem Farbton? – Da dürfen Eltern, Lehrer und Mitschüler gespannt sein.
Am Samstag, 7. März, ist ihre Komposition Teil des Konzerts für Neugierige des Mendelssohn Kammerorchesters im Mendelssohn-Saal des Gewandhaus. Das beginnt um 20 Uhr. Die Farben-Musik der Thomasschüler reiht sich dabei ein in ein Konzertprogramm, in dem auch Mendelssohn Bartholdys Konzertstücke für Klarinette, Bassetthorn und Streicher und Haydns Sinfonie Nr. 60 in C-Dur "Il Distratto" (Der Zerstreute) zu hören sind. Es dirigiert Peter Bruns.
Karten für das Konzert bekommt man an allen Vorverkaufsstellen.
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