Die Uni Leipzig bleibt besetzt und Verbesserungsvorschläge werden gesammelt
Michael Freitag
15.04.2009
Protest und Suche nach Lösungen. Studenten am GWZ
Foto: Swen Reichhold | www.swenreichhold.de
Erst vor wenigen Tagen warb Stanislaw Tillich für ein Studium in Sachsen. Ob er damit speziell die Leipziger Universität gemeint hat, blieb sein Geheimnis. Ebenso, wie es gemeint war, es würde keine Studiengebühren in Sachsen geben, Hochschule im Wandel. In der derzeitigen Realität versuchen seit heute zirka 300 Studenten auf ihre Lage aufmerksam zu machen und laden alle zum Dialog ein. Und die Unterstützung wächst.
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Gemeinsam mit den Mitstudierenden, Rektorat und Dozenten möchte man einen Forderungskatalog erarbeiten, was aus Sicht der derzeit Studierenden geändert werden muss. Ganz oben auf dem Katalog stehen derzeit bessere Entlohnung der in zu geringer Zahl vorhandenen Lehrkräfte, eine Überarbeitung der Struktur gerade der Bachelor- und Masterregularien und der offene Dialog zu diesen Fragen.
Verwunderlich nur wieder, dass es erst soweit kommen muss. Das Studenten Gebäude besetzen, selbst Lösungen aus Ihrer Realität heraus versuchen zu erarbeiten und zum Gespräch bitten. Doch es ist wohl wie immer – die, welche am wenigsten zu verlieren haben, hier also Pöstchen und Ämter, melden sich zu Wort. Immer ein Ergebnis von fehlendem Zuhören und eiserner Einführung von neuen Regeln, welche dann die Studenten aushalten müssen, wollen sie sauber durchs Studium kommen.
Ein großes Transparent und große Diskussionsbereitschaft am GWZ
Foto: Swen Reichhold | www.swenreichhold.de
Schön, mal wieder einen ergebnisoffenen Prozess bei der zukünftigen, studierten Elite zu erleben, ohne Aggressionen, aber mit Feuer. Auch wenn der StudentInnenRat heute ausdrücklich betonte, die Aktion ginge nicht von ihm aus, wird man sicher nicht dagegen sein. Ganz im Gegenteil.
Weitere Unterstützung hat heute auch die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) mit den Leipziger StudentInnen signalisiert. „Insbesondere zielen die Diskussionen auf den Bologna- Prozess sowie die gescheiterte Studienreform ab. Die Studierenden in Leipzig kritisieren die starren Strukturen im Bachelor-Master-System, stellen auf die systemimmanente Verwertungslogik ab und fordern bessere Studienbedingungen sowie Freiräume im Hochschulstudium.“ Heißt es dazu in einer aktuellen Mitteilung der sächsischen Studierendenorganisation.
Die ersten Klagen auf Leinen: Die Diskussion um Bologna-Fehler beginnt an der Leipziger Universität
Foto: Swen Reichhold | www.swenreichhold.de
Weiterhin ruft nun die KSS auch andere Studenten in ganz Sachsen auf, sich an der Aktion und den Diskussionen zu beteiligen. Hierzu erklärt Thomas Oertel, Sprecher der KSS schon zum heutigen Verlauf: „Wie die Teilnahme von Studierenden aus Chemnitz, Dresden und den Nachbarhochschulen in Leipzig gezeigt hat, sind die Probleme nicht nur an der Universität Leipzig aktuell. Sicherlich werden aus den stattfindenden Workshops interessante Ansätze entstehen, die es dann gilt umzusetzen. Wir fordern die Studierenden in Sachsen zur Partizipation auf!“
Wer wissen möchte, wie die Überlegungen und Diskussionen voran schreiten – kann die Studenten noch heute Abend oder morgen den ganzen Tag besuchen und ins Gespräch kommen. Die Presse ist schon da oder um es in den Worten von StudInnentenRat-Sprecher Sven Deichfuß heute gegenüber der L-IZ.de zu sagen: „Die Reaktionen der Medien sind gut.“
Na, dann wurde es ja höchste Zeit. Trotz oder vielleicht gerade wegen der warmen Worte aus der sächsischen Landesregierung.
Weitere Bilder zu verschiedenen Themen unter www.swenreichhold.de Anmerkung d.Red. am 17. April 2009:
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