Fachkräftenachwuchs in Leipzig: Lehrer gehen ins Unternehmenspraktikum
Redaktion
23.08.2009
Lehrer in Unternehmen.
Lehrer, die wieder im Unternehmen die Schulbank drücken? Das ist – zugegeben – ungewöhnlich. Aber es ist auch effektiv, wie ein Pilotprojekt im Raum Leipzig nun gezeigt hat. Die Lehrer schauten in sächsischen Unternehmen vorbei, um dort ein freiwilliges Praktikum zu absolvieren.
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Und um dabei zu erleben, wie die Zukunft für ihre Schüler aussehen könnte. Profitieren werden davon vor allem die Unternehmen.
17 Lehrer, 14 Unternehmen, eine Meinung: Dieses Projekt muss fortgeführt werden! Darin sind sich alle Beteiligten einig. Lehrer verschiedener Schularten hatten in den Ferien freiwillig Unternehmen besucht und dort ein Praktikum absolviert, um die Abläufe besser kennen zu lernen. Das Pilotprojekt "Innenansichten: Wirtschaft erleben" hat dabei alle Teilnehmer überzeugt, ab 2010 soll es Schule machen. Gerade für ausbildende mittelständische Betriebe ist das eine Möglichkeit, den Fachkräftebedarf langfristig zu sichern, denn sie stellen sich als Unternehmen ganz nebenbei auch den Lehrern vor. Die wiederum beraten ihre Schüler zum weiteren Berufs- und Lebensweg. Genau deshalb hat die Initiative B.O.S.S. Mitteldeutschland gemeinsam mit dem Regionalen Übergangsmanagement der Stadt Leipzig (RÜM) das Praktikum ins Leben gerufen. Auch die IHK zu Leipzig unterstützt das Projekt, da vor allem mittelständische Unternehmen davon stark profitieren werden.
Für Mitorganisatorin Jana Voigt ist das erfolgreiche Pilotprojekt nur der Anfang: "Wir wollen die Fortbildung in Leipzig 2010 gemeinsam mit B.O.S.S., dem Regionalteam Leipzig der Landesservicestelle Schule-Wirtschaft Sachsen, weiterführen."
Erfolgreich absolviert: Unternehmenspraktikum für Lehrer.
Fotos: B.O.S.S.
Das Konzept soll im kommenden Jahr auch an anderen sächsischen Standorten umgesetzt werden, denn sowohl Lehrer als auch Unternehmen profitierten vom regelmäßigen Austausch, so Voigt: "Die Unternehmen bekommen einen Einblick in das Schulleben, in Lehrpläne und die Leistungsfähigkeit der schulischen Bildung."
Im Klartext: Die Erwartungshaltungen von ausbildenden Unternehmen und vorbereitenden Schulen nähern sich an. Betriebe gewinnen Lehrer als Multiplikatoren, steigern ihre Bekanntheit bei Schülern und minimieren die Kosten beim Auswahlverfahren. Diesen Imagegewinn braucht die sächsische Wirtschaft, gerade bei den zukünftigen Auszubildenden.
Ab sofort können sich “Praktikumsbetriebe“ daher für die Beteiligung an den nächsten “Innenansichten“ 2010 bewerben: Bei Interesse melden Sie sich bei der Initiative B.O.S.S. Mitteldeutschland unter info@boss-mitteldeutschland.de
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