Hilfe, (M)Eine Schule zieht um! Teil 5: Die lange Reise ins Interim
Marko Hofmann
08.02.2010
Benjamin Wehrmann
Foto: Marko Hofmann
Freitag, 5. Februar – Ein letztes Mal schrillte die Pausenklingel im alten Immanuel-Kant-Gymnasium. 11:30 Uhr strömten die Schüler zum vorerst letzten Mal aus ihrem Schulgebäude. Für die Lehrer war es gleichzeitig der letzte Tag, um Materialien einzupacken.
Anzeige
Am Montag rollt die Umzugsfirma an und transportiert das sperrige, weil “kantige“ Hab und Gut ins Interim.
Das Kollegium kam nach strapaziösen Wochen noch einmal zu einer Abschiedsfeier zusammen, gedachte des traditionsreichen Gemäuers und entspannte sich im Lehrerzimmer.
Auf meiner Tour durch das Haus treffe ich auf Benjamin Wehrmann. Er ist Schüler der 11. Klasse am Immanuel-Kant-Gymnasium und damit beim Umzug arm dran, denn er wird davon außer Stress nichts haben. Wenn das “Kant“ in die Südvorstadt zurückkehrt wird er die Schule bereits verlassen haben. Der leidenschaftliche Streetballer sprach mit L-IZ.de nach dem letzten Schultag über den Umzug nach Grünau.
Benjamin, wie war der letzte Schultag?
Es war schon noch mal anstrengend vor den Ferien, denn unsere Fachlehrer wollten natürlich unsere Facharbeit trotz Umzugs haben. Danach gab es Zeugnisse und das war es das dann auch schon wieder.
Keine Abschiedsfeier oder zumindest melancholische Stimmung?
Ein letztes Mal schrillte die Pausenklingel im alten Immanuel-Kant-Gymnasium.
Foto: Marko Hofmann
Na ja, ein bisschen melancholisch war es schon. Ich bin immerhin 2003 hierher gekommen und sieben Jahre in dem Gebäude. Aber das Leben geht weiter. Eine Abschiedsfeier von den Schülern gab es nicht.
Wie denkst du über den Umzug?
Ich bin natürlich skeptisch. Es greift absolut in meinem Alltag ein. Ich muss jetzt 5:45 Uhr aufstehen, denn sonst hatte ich nur zehn Minuten Fußweg und nun muss ich mit der Buslinie 60 und der Bahn zur Schule fahren. Außerdem bin ich viel später zu Hause als sonst. Für die Freizeitaktivitäten wie Akkordeon oder Basketball bleibt dann weniger Zeit. Der Stundenplan war auch diese Woche durch den Ausfall der Naturwissenschaften betroffen und der Montag nach den Ferien ist auch noch frei. Des Weiteren kommen auf mich zusätzliche Kosten für die Straßenbahnfahrtkarte zu – immerhin 51 Euro bis Schuljahresende. Auf dem Streetballplatz vor dem Kant-Gymnasium werden demnächst auch Baufahrzeuge stehen und das ist fast noch schlimmer.
Wie denken deine Mitschüler über den Umzug?
Das war eigentlich überhaupt kein großes Thema. Es wurde hingenommen und das hat mich schon überrascht. Ich habe mich gefragt, ob man den Umzug nicht verschieben könnte. Aber wahrscheinlich interessierte das keinen, da sowieso schon viele mit der Bahn kommen. Für mich als Morgenmuffel ist das wohl ein größeres Problem und die größere Umstellung natürlich. Es wird ein großes Gedränge an den Haltestellen geben und da droht Gefahr. Bei manchen Lehrern scheint noch mitzuschwingen, dass es hier mal einen Straßenbahnunfall mit einer toten Schülerin gab (1999/Anm. der Red.). Aber umso wichtiger war es, dass sich Eltern- und Schülerrat für einen guten Transport eingesetzt haben, so dass es für uns Shuttlebusse, Ordner und Begleitpersonal geben wird. Gerade hier an der Kurt-Eisner-Straße und beim Umsteigen an der Gießerstraße ist das enorm wichtig. Ein großes Kompliment an den Elternrat.“
Was hast du Dir beim Umzug als Relikt gesichert?
Der Umzug greift absolut in Benjamin Wehrmanns Alltag ein.
Foto: Marko Hofmann
Meine alten Geschichtsbücher. Aber die waren natürlich schon alt und zerfleddert. Vielleicht werden sie aber für den Leistungskurs noch wichtig.
Hattest du einen Lieblingsort im “Kant“?
Die Bibliothek war immer sehr gemütlich und sehr entspannend. Ein Ort der Ruhe.
Du wirst nichts vom Umzug haben. Ein Problem für dich?
Natürlich frage ich mich, warum es gerade jetzt sein muss. Nach uns kommen zwei Jahrgänge, die nicht existieren. Dann hätte man es vielleicht auch noch machen können. So ziehen wir jetzt mit nach Grünau und haben vom sanierten Schulgebäude letztendlich nichts. Das hat ja auch Einfluss auf unser Abitur und auf das Abitur der jetzigen Zwölftklässer. Man braucht sicherlich seine Eingewöhnungszeit.“
Warst du schon mal im Interim?
Ich war schon mal dort. Von außen sieht es gut aus. Es ist sehr hell mit schönen großen Räumen. Es wird aber schon einen Grund gehabt haben, dass die 55. Mittelschule bei der Zusammenlegung ausgezogen ist. Eine Luxusschule können wir selbstverständlich nicht erwarten. Für uns wird es wohl gerade noch genügen. Die Toiletten hat man wohl zumindest noch mal renoviert.
Am 22. Februar beginnt in Sachsen die Schule wieder. Die Lehrerinnen und Lehrer des Kant-Gymnasiums werden diesen Tag nutzen, um ihre Kartons zu leeren. Die Schüler dürfen noch einen Tag zu Hause bleiben und dort ihre Hausaufgaben erledigen. Die L-IZ.de wird dann noch einmal berichten, ob beim Umzug alles gelaufen ist wie geplant, oder ob sich leichte bis schwere Katastrophen durch den Transport ereignet haben.
Zwei neue Wohnstätten des Städtischen Eigenbetriebs Behindertenhilfe (SEB) sind bereits in Betrieb gegangen (die Wohnstätten Breunsdorffstraße und Losinskiweg), die dritte neue Einrichtung für geistig behinderte/mehrfach behinderte Menschen wird am 23. Mai eröffnet. mehr…
In der Veranstaltungsreihe Zu Gast bei Schiller sind am Donnerstag, 24. Mai, die zwei Autoren des Buches „Straßennamen in Gohlis“ zu Besuch. Manfred Hötzel und Dieter Kürschner plaudern in geselliger Runde über die Neuauflage der beliebten Broschüre. mehr…
Schönheit ist ein Problem in einer Gesellschaft, in der ein winziger Klüngelkreis aus sehr pekuniärem Interesse dekretiert, was als schön zu gelten hat. Jeder Blick an die nächste Leuchtsäule zeigt: Hier wird ein unerfüllbares Ideal verkauft. Doch diese Allgegenwart eines Ewige-Jugend-Ideals hat auch Folgen. Sie setzt die ganz gewöhnlichen Menschen beiderlei Geschlechts unter Legitimationsdruck. Das hat auch René Koch in seinem Berufsleben gelernt. mehr…
Der Vorstand des SPD-Stadtverbandes hat in seiner Sitzung am Montag, 14. Mai, den Termin für die parteiinterne Wahl des SPD-Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl auf den 17. September 2012 festgelegt. Der Kandidat, der dann für die SPD ins Rennen geht, soll durch eine Mitgliedervollversammlung gewählt werden. mehr…
Vom 21. Mai bis 23. Juni werden im Bereich Käthe-Kollwitz-Straße und Karl-Heine-Straße zwischen Westplatz und Felsenkeller sowie an der Kreuzung Käthe-Kollwitz-Straße/ Klingerweg Gleisbauarbeiten durchgeführt. mehr…
Wer mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, will alles Menschenmögliche tun, um die Krankheit zu besiegen. Ergänzend zur schulmedizinischen Therapie geistern in den Medien immer wieder Heilsbotschaften, die Hoffnungen wecken sollen. Dabei stehen Nahrungsergänzungsmittel oftmals im Mittelpunkt. Doch ob diese Hoffnungen berechtigt sind, was wissenschaftlich geprüft oder gar sinnvoll ist, bleibt offen. mehr…
Freudige Nachrichten verkündeten Kulturdezernent Michael Faber und Leipzigs Kulturamtsleiterin Susanne Kucharsky-Huniat am 16. Mai. Der Kulturetat der freien Szene wird bis 2015 aufgestockt. Doch woher das Geld kommen soll, ist nicht bekannt und umgehend folgen kritische Töne von der Freien Szene. Denn die neue Vorlage hebelt ihrer Meinung nach den alten Ratsbeschluss "5 Prozent für die Freie Szene" von 2008 aus. mehr…
Die Causa Citytunnel ist mal wieder auf dem Plan der heutigen Ratsversammlung gelandet. Diesmal ging es rund um die Werbung bzw. Nicht-Werbung für die Röhre unter Leipzig. Denn nach Meinung der CDU-Fraktion „schaffen es Beteiligte und Unbeteiligte noch immer, dieses Projekt in denkbar schlechtestem Licht erscheinen zu lassen.“ mehr…
Das Konzept zum Umbau der im Leipziger Norden gelegenen Georg-Schumann-Straße ist schon längst verabschiedet. Nun soll die Bevölkerung – wie bei den Planungen zur Karl-Liebknecht-Straße – intensiver einbezogen werden. Der Antrag der Linksfraktion ist heute vom Stadtrat mehrheitlich angenommen worden. mehr…
Die Grüne-Fraktion im Leipziger Stadtrat setzt auch weiterhin auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Sie hat heute einen Antrag zur Veröffentlichung der gesamten Stadtratsbeschlüsse im Amtsblatt gestellt. Doch die Verwaltung sieht das als nicht zielführend an und geht einen Schritt weiter: Künftig sollen die Beschlüsse auf der Stadt-Homepage online verfügbar sein. mehr…
Krankhaftes Übergewicht ist nicht allein das Resultat aus übermäßiger Lust am Essen und mangelnder Bewegung. Dass diese Schlussfolgerung zu einfach wäre, gilt in der Forschung seit einiger Zeit als gesichert. Wie kommt es also, dass inzwischen die Hälfte der Deutschen übergewichtig und etwa 20 Prozent bereits fettleibig (adipös) sind? Ist Übergewicht Schuld oder Schicksal? mehr…
Dass Manager und leitende Angestellte durchaus mehr verdienen als andere Menschen, ist hinlänglich bekannt. Dass die Bezüge manchmal allerdings in keinem Verhältnis stehen, hat beispielsweise der Fall Hanss gezeigt. Der Ex-LVB-Chef wollte sich mit einer über 200.000 Euro teuren Pension einen schönen Lebensabend machen. Damit so etwas nicht mehr vorkommt, wollte die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen heute im Stadtrat mehr Transparenz und eine bessere Überprüfung fordern. mehr…
Die Brücke zwischen Gießerstraße und Engertstraße erstrahlt nun nächtens in Blau. Damit wollen die Leipziger Wissenschaftlerinnen Professor Sylke Nissen und Karin Lange „die Aufenthaltsqualität am Karl-Heine-Kanal auch in den Abendstunden verbessern“. Die Installation ist Schlussstein des REURIS-Projektes der EU zur Revitalisierung urbaner Fließgewässer. mehr…
Allen Gerüchten um die Schließung der Denkmalschmiede Höfgen zum Trotz: Die Leipziger Sommerakademie findet auch in diesem Jahr wieder statt! Die Anmeldung ist noch bis zum 30. Juni 2012 möglich. Wer in den Sommermonaten seine Kreativität ausleben möchte und darüber hinaus neue Impulse tanken will ist in der Leipziger Sommerakademie genau richtig. mehr…
Wenn der Mensch älter wird, braucht er allerlei Hilfsmittel. Es ist sozusagen der technische Kongress zur demografischen Entwicklung Europas, der am Dienstag, 15. Mai, auf dem Leipziger Messegelände begann. Bis Freitag, 18. Mai, präsentiert die "Orthopädie + Reha-Technik" auf dem Leipziger Messegelände sowohl alle Weltmarktführer als auch kleine, innovative Unternehmen aus den Bereichen Prothetik, Orthetik, Orthopädieschuhtechnik, Kompressionstherapie und Technische Rehabilitation. mehr…