Verbraucherzentrale Sachsen hat Lehrpläne untersucht: Kommt Klimabildung in Sachsen zu kurz?
Redaktion
10.09.2010
Wolkenformation über Leipzig.
Foto: Ralf Julke
Die Themen Klimawandel und -schutz sind bisher zu wenig in sächsischen Lehrplänen verankert. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Verbraucherzentrale Sachsen im Juli und August 2010 durchgeführte Lehrplanprüfung für Gymnasien und Mittelschulen.
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Untersucht wurden die Fächer Geographie, Physik, Biologie, Chemie, Ethik, Religion sowie Gemeinschaftskunde und Wirtschaft.
Der Klimawandel wird im Lehrplan meist nur gestreift. Selbst im Fach Geografie wird der vom Menschen beeinflusste Treibhauseffekt nur als Unterthema oder als einer von mehreren Wahlpflichtbereichen behandelt. Zudem werden die Auswirkungen des Klimawandels anhand entfernter Regionen dargestellt, die nur bedingt an die Alltagswelt der Schüler anknüpfen. Umfassende Unterrichtseinheiten, fächerverbindender Unterricht oder Schülerprojekte zum Klimaschutz sind in den Lehrplänen gar nicht erst vorgesehen.
In den Fächern Ethik und Religion findet zwar bereits in der fünften Klasse eine kritische Auseinandersetzung über die Bedeutung des eigenen Handelns für die Umwelt statt, es fehlt jedoch der Brückenschlag zum fachlichen Hintergrundwissen. Im ungünstigsten Fall kann ein Schüler nach zehn bzw. zwölf Jahren die Schule verlassen, ohne ein ausreichendes Verständnis für ein klimabewusstes Handeln vermittelt bekommen zu haben.
„Um Schülerinnen und Schüler schon möglichst früh für den Klimaschutz zu sensibilisieren, muss über die Lehrpläne ein Grundverständnis für die Entstehung und Wirkung von Kohlenstoffdioxid sowie die Bedeutung des Klimawandels für uns Menschen gesichert werden“, fordert Julian Fischer, Leiter des Klimaprojekts bei der Verbraucherzentrale Sachsen. „Darauf aufbauend sollten die Lehrpläne so ausgerichtet sein, dass Klimaschutz an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler anknüpft.“
Verbraucherzentrale ist sicher: Leipziger Schüler lern zu wenig übers Klima.
Foto: Ralf Julke
Bei der Aufbereitung und Vermittlung des Themenkomplexes dürfen die Lehrerinnen und Lehrer jedoch nicht allein gelassen werden. Um Kinder und Jugendliche möglichst aktuell und anschaulich über Klimawandel und -schutz zu informieren, bietet sich auch die Zusammenarbeit mit lokalen Bildungsorganisationen an. Die Aktionswoche „Klasse Klima“ zeigt exemplarisch für den Raum Dresden, dass inzwischen ein umfangreiches Angebot in diesem Bereich zur Verfügung steht. Durchgeführt wird die Bildungswoche von der Verbraucherallianz „fürs klima“ gemeinsam mit über 20 Partnerorganisationen.
Das vielseitige Bildungsprogramm findet vom 27. September bis zum 1. Oktober 2010 in den Räumen der Technischen Universität Dresden statt (Georg-Schumann-Bau, Münchner Platz 3). Schulklassen aller Altersgruppen können bei Mitmach-Angeboten wie der Germanwatch Klimaexpedition mit Live-Satellitenbildern, Filmworkshops, Planspielen oder Experimenten mehr über die Ursachen und Folgen des Klimawandels erfahren und werden zum CO2-Sparen motiviert. Schirmherrin der Aktionswoche „Klasse Klima" ist die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz.
Schülergruppen können sich noch bis zum 22. September 2010 per E-Mail (klima@vzs.de) oder telefonisch unter der Durchwahl (0341) 6962982 zur Bildungswoche anmelden. Informationen zum Programm und zur Teilnahme stehen auf der Internetseite:
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