Schulentwicklungsplan: Alt-Paunsdorf lässt bei der 24. Schule nicht locker - und wird belohnt?
Marko Hofmann
10.12.2011
Luftbild der 24. Schule in Paunsdorf
Foto: 24. Grundschule
Der Kampf um den Erhalt der 24. Schule in Alt-Paunsdorf geht weiter. Am Donnerstag lud der Bürgerverein wieder Eltern und Politiker ein. Auch wenn es vom Schulverwaltungsamt offiziell keine neuen Informationen gibt, der Schulentwicklungsplan derzeit überarbeitet wird, gehen Schule, aber auch die Bürger in Alt-Paunsdorf weiter ihren Weg. Inoffiziell wird sich das schon gelohnt haben …
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Es ist beeindruckend, und jetzt eindeutig als Volkes Wille und nicht nur als schulischer Wille zu werten, wie sich die Bürger in Alt-Paunsdorf für den Erhalt der 24. Grundschule in der Döllingstraße einsetzen. Donnerstagabend kamen wieder 40 Bürger und Eltern zusammen, um ihren Willen zum Erhalt der Schule zu demonstrieren. Eingeladen hatte der Bürgerverein Paunsdorf, der sich in Person des Vorsitzenden Henning Striegan ebenfalls zum Erhalt der 24. Grundschule bekannte. Dass die Stadt vor allem finanzielle Zwänge als Grund für eine Schulschließung anführt, ließ Striegan nicht gelten. „Ich würde gern wissen, wie sich die für die Sanierung benötigten 6 Millionen zusammensetzen, das erscheint mit sehr hoch.“
So teuer wäre laut Schulverwaltungsamt eine Sanierung der Schule, deren Fassade vor allem einen schlechten Eindruck macht. Der Standard im Inneren der Schule ist dagegen solide, oder anders gesagt: Viele Leipziger Schulen sehen in ihrem Inneren auch nicht besser aus. Das Problem ist allerdings: Aus dem Entwurf des Schulentwicklungsplans erwächst später der Investitionsplan für die Leipziger Schulen. Eine geschlossene Schule, kostet - erstmal – kein Geld mehr.
Würde die 24. geöffnet bleiben – ob der Bedarf da ist oder nicht, darüber sind Schule und Schulverwaltungsamt unterschiedlicher Meinung -, müsste die Stadt zumindest etwas für den Brandschutz tun, der überholungsbedürftig ist. „Vielleicht können wir die restliche Sanierungsmaßnahmen scheibchenweise vornehmen“, hofft der Elternratsvorsitzende der Schule, Dr. Jochen Helm. Ein ähnliches Angebot hatte Schulbürgermeister Prof. Fabian bereits im Kinder- und Familienbeirat der Stadt Anfang November unterbreitet. Eine gute Lösung, fand auch Schulleiterin Matalla. „Für uns ist vor allem wichtig, dass wir Standortsicherheit haben und interessierten Eltern und Kinder nicht weiter sagen müssen, dass wir nicht wissen, wie es in ein paar Jahren weitergeht.“
Luftbild der 24. Schule in Paunsdorf
Foto: 24. Grundschule
Alt-Paunsdorf, und das ist jedem klar, der ein wenig durch die Straßen des Stadtteils schlendert, braucht die Schule, um als Stadtteil eine dauerhafte Zukunft zu haben. „Seit Jahren ist unser Stadtteil demontiert wurden. Erst wurde das Clubhaus 'Walter Barth' plattgemacht, dann der Röschenhof und die Riesaer Straße ist auch vollkommen unterentwickelt“, macht sich Henning Striegan Luft. Eine Schließung der Schule würde den Stadtteil noch mehr ins Abseits geraten lassen, als er sowieso schon ist. „Der Leipziger Osten hat einfach keine Lobby“, tönt es aus dem Publikum. Eigentlich unverständlich bei der Hingabe, mit dem die Bürger in der 24. Schule diskutieren.
Doch Striegan hatte auch positive Nachrichten, die das Schulverwaltungsamt, Amtsleiter Dr. Haller hatte abgesagt, zum Nachdenken anregen sollen. „Die Wohnungsbaugenossenschaft Kontakt, die hier viele Wohnungen hat, hat mir mitgeteilt, dass das Durchschnittsalter ihrer Mieter in den vergangenen Jahren gefallen ist.“ Auch Dr. Helm will Statistiken gesehen haben, die ähnliche Entwicklungen zeigen.
Fallender Altersdurchschnitt hin oder her, für die eingeladene Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Höll (MdB, Die Linke), ist ein Erhalt der Schule auch so wichtig. „Man sieht ja am ehemaligen Richard-Wagner-Gymnasium, wie schwierig es ist, eine erstmal geschlossene Schule wiederzubeleben. Das ist hier ein massives Gebäude, auf das Verlass ist. Eine Schließung wäre falsch.“ Höll pries die Schule zudem für ihren integrativen Ansatz, wo also auch Schüler mit Behinderungen lernen können, als wichtigen Standort für das, was auf Sachsens Schulsystem zukommen wird. „Die Inklusion kommt, das dürfen wir bei der Entscheidung über diese Schule nicht vergessen.“
Binnen einer Stunde waren zahlreiche Argumente für den Erhalt der Schule gesammelt. Schon zu Beginn hatte die ebenfalls eingeladene Stadträtin Carola Lange, für die Linke zuständig für den Ortsbereich Leipzig-Ost, erklärt, dass mit ihr und ihrer Fraktion eine Schulschließung sowieso nicht zu machen wäre. Ähnliches kündigte auch Dr. Barbara Höll an, und der einzige Herr in der Politik-Runde, Ronald Pohle, Landtagsabgeordneter für die CDU, wohnhaft im Leipziger Osten, hatte sogar schon durch den Buschfunk gehört, dass man bei der Stadt und beim Amt sehr vom bürgerlichen Engagement beeindruckt ist und die Schule bleiben wird. Kein Wunder …
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