Der Stadtrat tagt - Nachlese: SPD fragt zu personeller Besetzung von Schulbibliotheken an
Vanessa Raab
15.12.2011
Foto: Daniel Thalheim
Eine Schulbibliothek führt sich nicht von allein und kostet Geld. Weil solche Institutionen freiwillige Leistungen sind, greift die Stadt Leipzig den kommunalen Wissensstuben finanziell unter die Arme. Wie im vergangenen Jahr auch, hat die SPD-Fraktion in der Ratsversammlung am 14. Dezember angefragt, wie die personelle Situation bei den Leipziger Schulbüchereien aussieht.
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Die Stellen werden hauptsächlich über das Jobcenter besetzt. „Derzeit liegen keine Problemanzeigen von Schulen vor, dass die Nutzung von Schulbibliotheken oder Leseräumen durch die fehlende personelle Betreuung gefährdet sei“, so Sozialbürgermeister Thomas Fabian in seiner Antwort auf die Anfrage der SPD zur Ratsversammlung am 14. Dezember. Die Stellenbesetzung sei aber nicht so einfach, „da viele Bewerber nicht geeignet sind“ oder, obwohl manche schon einen Vertrag hatten, dann doch in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten.
Auf der Homepage der Stadt Leipzig steht, dass 39 Schulen eine solche Einrichtung haben. In der Antwort gab Fabian aber nur 33 an: An 9 Grundschulen, 7 Mittelschulen, 11 Gymnasien und 6 beruflichen Schulzentren werde die Betreuung der Bibliotheken bzw. Leseräume über das Modell der Bürgerarbeit oder „anderweitig“, d.h. über Honorarkräfte oder ehrenamtliche Arbeit, sichergestellt.
Leipzigs Sozialbürgermeister Thomas Fabian.
Foto: Daniel Thalheim
Wie viele Schulen „noch keine Personalstelle für ihre Schulbibliothek haben, obwohl dies u. a. durch die arbeitsmarktpolitische Maßnahme Bürgerarbeit geplant war“, wollte die SPD als nächstes wissen. Der Sozialbürgermeister gab darauf an, dass in 46 Schulen die bewilligten Bürgerarbeitsplätze noch nicht besetzt seien.
Auch wollte die SPD-Fraktion in Erfahrung bringen, wie Stadt und Jobcenter bei der Besetzung der Stellen zusammenarbeiten. „Gut. Abstimmungen zu geeigneten Vermittlungsvorschlägen erfolgen direkt, schnell und unkompliziert“, berichtete der Sozialbürgermeister.
Eine Nachfrage kam als erstes von Linke-Stadträtin Margitta Hollick. Sie merkt an, dass durch die Besetzung dieser Stellen durch Bürgerarbeitsplätze zwar eine Lösung sei, aber nicht die nötige Kontinuität schaffe. Deshalb wollte sie wissen, ob die Stadt dazu bereit wäre, in dieser Sache über einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor (ÖSB) nachzudenken, damit das richtige Arbeitsplätze an Schulen würden. Ein entsprechender Antrag der Linksfraktion zum ÖSB ist gestern noch einmal von der Tagesordnung genommen worden.
Fabian entgegnete darauf, dass erst mal Priorität gewesen sei, „Kontinuität in der Absicherung der Maßnahme und nicht der Person“ zu erreichen: „Und deshalb war ich davon ausgegangen, dass die Bürgerarbeit ein geeignetes Instrument ist, über mehrere Jahre hinweg, die personelle Betreuung abzusichern. Dass es sich jetzt in der Umsetzung so schwierig gestaltet, war nicht in dem Umfang vorauszusehen. Ich persönlich meine, dass es überhaupt eine längerfristige Betreuung gibt ist wichtiger, als dass es Personidentität in der Betreuung gibt.“
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