Schulsanierung in Leipzig: Nachbarschaftsschule nun rundum saniert und mit neuer Mensa
Gernot Borriss
20.12.2011
Die neue Mensa der Nachbarschaftsschule.
Foto: Gernot Borriss
Nach gut neun Jahren Bautätigkeit ist die Sanierung der Nachbarschaftsschule in Lindenau abgeschlossen. Zehn Millionen für den Schulkomplex und zwei Millionen Euro für die Kita wurden verbaut. In der Vorwoche wurde das zweite Schulgebäude an der Demmeringstraße offiziell übergeben. Neuer Blickfang ist ein moderner Anbau für die Mensa.
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Insgesamt 5,4 Millionen Euro kostete diese Baumaßnahme. Katalytisch für dieses Kapitel der Sanierung Leipziger Schulen wirkte das Konjunkturprogramm II des Bundes. Gut zwei Drittel der Bausumme kamen aus den antizyklischen Fördertöpfen, die wir dem Mega-Crash an den Börsen der Welt verdanken. Der Rest floss aus der chronisch klammen Stadtkasse.
Unverhofft kam auch hier oft. Muss ja auch nicht verwundern, wenn ein gut 100 Jahre altes Gebäude erstmals so richtig runderneuert wird. „Zusätzlich zu den geplanten Maßnahmen mussten noch eine Vielzahl unvorhergesehene Arbeiten, wie eine komplette Erneuerung des Dachstuhls, ein Austausch oder die Verstärkung der Zimmerdecken und umfangreiche Erneuerungen von Entwässerungsleitungen im Freigelände sowie damit zusammenhängende Freiflächenmaßnahmen erledigt werden“, bilanzierte die Leipziger Stadtverwaltung.
Mit dem Schulgebäude wurde auch die Mensa der "NaSch" fertiggestellt.
Foto: Gernot Borriss
Seit 2002 wurde an dem Gebäudekomplex gewerkelt. Los ging es mit der Sanierung des Schulgebäudes Gemeindeamtsstraße 8-10. Sanierung von Dach, Fenster und Fassade, dazu Trockenlegung, Brandschutzmaßnahmen und der behindertengerechte Umbau des Schulgebäudes – das komplette Programm also. Das waren ja noch goldene Zeiten damals. Das Projekt konnte mit 2,22 Millionen Euro Schulbauförderungsmitteln gestemmt werden. Aus heutiger Sicht finanzierungsseitig fast ein prähistorisch anmutender Vorgang.
Auch die Sanierung der Doppelstock-Sporthalle im Jahr 2002 ist einem besonderen Ereignis zu danken. Leipzig war in diesem Jahr Gastgeber des Deutschen Turnfestes. Turnen ist noch immer eher eine Hallensportart. So stand glücklicherweise für diese Zwei-Millionen-Euro-Maßnahme eine Förderung aus dem Sporthallenprogramm zur Verfügung.
Das Hortgebäude der "NaSch" von der Odermannstraße aus.
Foto: Gernot Borriss
Nun liegt die Nachbarschaftsschule NaSch in einem Fördergebiet der Städtebauförderung. Deshalb konnte die Sanierung der Pausenflächen Hof Demmeringstraße und Hof Gemeindeamtsstraße mit Mitteln des Amtes für Stadtsanierung und Wohnungsbauförderung erfolgen. Der Wertumfang betrug hier 0,43 Millionen Euro.
Darüber hinaus machte der „Verein Initiative Nachbarschaftsschule“ aus der städtebaulichen Not im Kiez eine bildungspolitische Tugend. Im Herbst 2008 wurde in den lange leer stehenden, so genannten Odermannhäusern die Eröffnung einer Kita und eines Hortes gefeiert. Anders als die Nachbarn, die sich wenige Wochen später einige Häuser weiter niederließen, verzichtete man hier auf eine blickdichte Blechwand.
Baulich finden die derzeit 472 NaSch-Schüler zeitgemäße Bedingungen vor. Bildungspolitisch versteht man sich seit der Gründung durch eine wendebewegte Elterninitiative eher als Vorreiter.
Die Schranken des gegliederten Schulsystems wurden hier erst gar nicht errichtet. Als das in Sachsen in einer kurzzeitigen bildungspolitischen Öffnungsphase durch den Schulversuch „Gemeinschaftsschule“ legalisiert wurde, zählte die Nachbarschaftsschule zu den neun Exoten, die als staatliche Mittelschulen diesen Weg gehen durften. So viel Flexibilität vermuten viele unter dem direkten Zugriff der Kultusverwaltung nicht. So sind sie immer wieder überrascht, wenn sie hören, dass die NaSch eigentlich doch nur eine staatliche Mittelschule ist. Wenn auch eine etwas andere.
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