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Uni Leipzig: SMWK drängt weiter auf Stellenabbau

Ralf Julke
Leibniz-Denkmal im Uni-Campus.
Leibniz-Denkmal im Uni-Campus.
Foto: Ralf Julke
Während sachsenweit die Studierenden auf die Straße gehen und die sächsische Staatsregierung noch nicht einmal Ansätze einer Diskusionsbereitschaft zeigt, flattern den Hochschulen nicht nur die "Hochschulentwicklungspläne" auf den Tisch. Das Ministerium der parteilosen Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer, die für die FDP das Ministeramt besetzt, verordnet den Universitäten und Hochschulen auch gleich die zu kürzende Stellenzahl mit.

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Das trifft jetzt auch die Universität Leipzig. Bei gleichbleibend hohen Studierendenzahlen muss die Universität Leipzig noch in diesem Jahr 48 Personalstellen für den Stellenabbau 2013 und 2014 benennen. So forderte es das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) mit Schreiben vom 22. November 2011.

Die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate A. Schücking, gab am Dienstag, 13. Dezember, dem Akademischen Senat und dem Hochschulrat bekannt, in welchen Bereichen ein nach Indikatoren gewichteter, auf die weitere Profilierung der Universität gerichteter Abbau seitens des Rektorats vorgeschlagen wird. Bis zum Jahr 2015 fordert das SMWK von den sächsischen Hochschulen den Abbau von jährlich 100 Stellen, von 2016 bis 2020 von 80 Stellen per anno. Die Universität Leipzig soll daran mit einem Anteil von 24 Prozent belastet werden.

Prinzipiell stimme das Rektorat weder dem Vorgehen des SMWK zu noch halte es die Grundannahmen der Planungen des Freistaates für zutreffend, teilte das Rektorat der Universität Leipzig am Dienstag mit. Denn der Rückgang der Studierendenzahl, mit der die Stellenreduktion gerechtfertigt wird, sei eben nicht so eingetreten - im Gegenteil, die Zahl der Studienbewerber und -anfänger steige weiter.

Damals war er zu jung - heute wäre er der Regierung zu teuer: Leibniz.
Damals war er zu jung - heute wäre er der Regierung zu teuer: Leibniz.
Foto: Ralf Julke

Was dann nicht der einzige Plan der sächsischen Staatsregierung wäre, bei dem die propagierten Prognosezahlen hinten und vorn nicht stimmen. Die Abweichung zwischen Prognose der Studierendenzahl und dem Ist-Stand beträgt aktuell mehr als 15 Prozent. Im Vergleich zu 2009 konnte die Universität Leipzig ihre Anfängerzahl um 32 Prozent steigern.

Um die dramatischen Folgen einer willkürlichen Stelleneinziehung durch den Freistaat abzumildern, hat das Rektorat die Lehr- und Forschungseinheiten nun indikatorengestützt einer Bewertung unterzogen, um wenigstens nicht dort zu Kürzungen zu kommen, wo es die Universität tatsächlich im Lebensmark trifft.

"Wenn wir wirklich abbauen müssen, dann werde ich der Staatsministerin von Schorlemer die Schließung des Instituts für Pharmazie mit dem dazugehörigen Studiengang vorschlagen sowie die Einstellung des Studiengangs M.A. Komparatistik", erklärte die Rektorin am Dienstag. Vom Herbst 2012 an würden dann in diesen Fachrichtungen keine Studierenden mehr immatrikuliert. Allen derzeit betroffenen Studierenden wird zugesichert, dass sie ihr Studium ordnungsgemäß abschließen können.

Die Politikwissenschaften sollen insgesamt umstrukturiert werden mit stärkerem Fokus auf Lehrerbildung. Am heutigen Dienstag werden Senat und Hochschulrat der Universität sowie die Hochschulöffentlichkeit eingehend über diese Pläne informiert. Insgesamt sieht die Profilbildung der Universität eine Stärkung der bisherigen Schwerpunkte vor. Dazu gehört neben
den Exzellenzbereichen der Natur- und Lebenswissenschaften auch die Lehrerbildung.

"Wir sind das Zentrum für Lehrerbildung in Sachsen und wissen, welch hohen Bedarf an gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern das Land in den nächsten Jahren haben wird", so die Rektorin, Prof. Dr. Beate Schücking. "Wir wären in der Lage, diesen Bedarf mit unseren vorhandenen Schwerpunkten in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu großen Teilen abzudecken, wenn wir die entsprechende Unterstützung der Landesregierung erhielten. Schon jetzt übersteigen die Bewerbungen die Anzahl unserer Studienplätze gerade im Lehramt um ein vielfaches. Wir könnten so dem demographischen Wandel in der Region durch Zuzug und Ansiedlung junger, intelligenter Menschen auch aus anderen Bundesländern entgegenwirken, und - da unsere Kapazitäten rasch ausbaubar wären - den sich abzeichnenden Lehrermangel für ganz Sachsen verhindern."

Zur Uni Leipzig im Netz
www.uni-leipzig.de


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