Uni-Leitung fordert: Hochschulpolitische Weichenstellungen korrigieren und Lehrerbildung in Leipzig bündeln
Matthias Weidemann
23.12.2011
Foto: Matthias Weidemann
Die Universität Leipzig begrüßt, dass die Landesregierung 1.700 Studienplätze für die Lehramtsausbildung bereitstellen will. Nach Auffassung der Hochschulleitung sollten diese weitgehend am Standort Leipzig konzentriert werden. Mit Kritik reagierte sie deshalb auf die am Dienstag von Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer verkündeten Maßnahmen zur Neuausrichtung der Lehrerbildung in Sachsen.
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Insbesondere mit der vorgesehenen Einrichtung des Studiengangs "Lehramt an Grundschulen“ an der Technischen Universität Chemnitz unterlaufe die Staatsregierung die Bemühungen der Hochschulen um Profilbildung und Ressourcenbündelung. Zu den zentralen Anliegen des am Dienstag im Kabinett behandelten Sächsischen Hochschulentwicklungsplans zählt die enge Abstimmung der Hochschulen des Freistaates untereinander hinsichtlich Lehre und Forschung. Vorhandene Ressourcen sollen gebündelt und effizienter genutzt werden.
Vor diesem Hintergrund kritisiert die Universitätsleitung die Entscheidung der Staatsregierung, an der TU Chemnitz den Studiengang "Lehramt an Grundschulen" neu einzurichten: "Diese Entscheidung missachtet die an der Universität Leipzig bereits erfolgreich etablierten Strukturen im Bereich der Lehrerbildung. Sowohl die grundständige Ausbildung als auch die Fort- und Weiterbildung bieten wir auf qualitativ hochwertigem Niveau bereits für 500 Studienanfänger an", erklärte der Prorektor für Bildung und Internationales, Prof. Dr. Claus Altmayer. Koordiniert und unterstützt durch das Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung (ZLS) unterliegt die Ausbildung in den Lehramtsstudiengängen beständiger Evaluation und Weiterentwicklung.
Professor Claus Altmayer.
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Die Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften verankert die Lehrerbildung in dem internationalen Forschungskontext zu Sprache und Sozialverhalten. Darüber hinaus findet in dieser Kooperation der Ausbau einer besonderen Forschungskompetenz im Bereich der frühkindlichen Entwicklung statt. "Vor allem der vorschulische und Grundschulbereich wird von dieser Grundlagenforschung besonders profitieren", erklärte Prof. Dr. Matthias Schwarz, Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung. "Wir sind das Zentrum für Lehrerbildung in Sachsen und wissen, welch hohen Bedarf an gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern das Land in den nächsten Jahren haben wird", so die Rektorin, Prof. Dr. Beate Schücking.
"Wir wären in der Lage, diesen Bedarf mit unserem vorhandenen Fächerspektrum umfassend abzudecken, wenn wir die entsprechende Unterstützung der Landesregierung erhielten. Schon jetzt übersteigen die Bewerbungen die Anzahl unserer Studienplätze um ein Vielfaches." Der Prorektor für Entwicklung und Transfer, Prof. Dr. Thomas Lenk, ergänzt: "Für die Ausbildung von Berufsschullehrern bieten die Technischen Universitäten fraglos die geeigneteren Studienbedingungen. Für alle anderen Schulformen verfügt die Universität Leipzig bereits jetzt über Ressourcen und Kompetenzen, die sich schnell und effizient ausbauen ließen. Mit der erweiterten Nutzung des Campus Jahnallee bestehen auch baulich ideale Voraussetzungen für die Aufnahme einer höheren Zahl von Lehramtsstudierenden."
Auch das Argument, die Potenziale für die Gewinnung von Lehrkräften im Grundschulbereich in Süd-West-Sachsen lasse sich aufgrund der "oft hohen regionalen Verbundenheit" nur vor Ort erschließen, sei wenig überzeugend: "Wir haben mit der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät bereits ein schlüssiges Konzept entwickelt, um die Mobilität der Lehramtsstudierenden zu erhöhen", sagte Prorektor Altmayer. Die Universitätsleitung fordert die Staatsregierung auf, ihre hochschulpolitischen Weichenstellungen zu korrigieren und die Lehrerbildung an der Universität Leipzig zu bündeln.
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