Wer kauft die ehemalige Klinger-Schule? Erziehungswissenschaftler bleiben noch bis Ende 2015
Gernot Borriss
18.12.2011
Ehemalige Klinger-Schule.
Foto: Gernot Borriss
Zum Jahresende 2011 läuft der Mietvertrag der Universität Leipzig für die Erziehungswissenschaftliche Fakultät in der Karl-Heine-Straße 22b aus. Eine Verlängerung bis zum 31. Dezember 2015 ist in Sicht. Doch nach Beendigung des Mietvertrages böte sich die Veräußerung der Immobilie an, heißt es aus der Leipziger Stadtverwaltung.
Anzeige
Hoch schlagen derzeit die Wellen um die Zukunft der Lehrerausbildung im Freistaat Sachsen. Wie viele und welche Lehrer braucht das Land, sind zwei der aufgeworfenen Fragen.
Eine weitere, etwas profanere, ist die Standortfrage. Es geht die Rede, dass die gesamte Lehrerausbildung im Freistaat an der vormaligen Landesuniversität Leipzig konzentriert wird. Doch das soll nach dem Willen des Freistaates nicht in Plagwitz an der Karl-Heine-Straße geschehen. Sondern perspektivisch auf dem Campus Jahnallee.
In der einstigen KlingerSchule lernen angehende Pädagogen praxisnah - so marode werden auch viele ihrer künftigen Arbeitsplätze sein.
Foto: Gernot Borriss
Das Objekt Karl-Heine-Straße 22b hat die Universität Leipzig nur angemietet, nämlich von der Stadt Leipzig. Der gültige Mietvertrag endet zum 31. Dezember 2011. Doch ein Umzug droht den Pädagogen erst einmal nicht.
„Das Liegenschaftsamt wird beauftragt, mit dem Staatsbetrieb des Sächsischen Immobilien- und Baumanagement in Vertretung für die Universität Leipzig, den Mietvertrag für die Erziehungswissenschaftliche Fakultät am Standort Karl-Heine-Straße 22b in Leipzig bis zum 31.12.2015 zu verlängern.“ So steht es in der Vorlage V/1912 der Stadtverwaltung. Diese wurde bereits zwei Mal in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters diskutiert und wird noch vor Weihnachten 2011 im städtischen Grundstücksverkehrsausschuss beraten.
Eine Verlängerung um vier weitere Jahre wünscht auch die Universität. Dieses Ansinnen ließ sie der Stadtverwaltung mit Schreiben vom 11. August des Vorjahres unterbreiten.
So dürfte die Verlängerung des Mietvertrages nur eine Formsache sein. Mit der Weitervermietung an die Universität Leipzig würden sich die Kosten amortisieren, die bei bauordnungsrechtlich notwendigen Sanierungen anfielen, argumentiert das Rathaus. „Zudem könnten unverändert stabile Einnahmen für den städtischen Haushalt in Höhe von 436.552,20 EUR/ p.a. gewährleistet werden“, heißt es in der Vorlage weiter.
Denkmalgeschützte Klinger-Schule steht vor Verkauf
Doch was passiert nach dem Auszug der Erziehungswissenschaftler, den der Freistaat nun offenbar für 2015 plant? „Die Vermarktungsmöglichkeiten des Objektes Karl-Heine-Straße 22b in 04229 Leipzig werden aus Sicht des Liegenschaftsamtes sehr hoch eingeschätzt, weshalb sich die Liegenschaft nach Beendigung des Mietvertrages mit der Universität Leipzig zur Veräußerung anbietet“, heißt es hinreichend eindeutig in der Vorlage.
Das Torgitter erinnert noch an die Jahre 1927 / 29, als die Stadt Leipzig die Schule baute.
Foto: Gernot Borriss
Denn die zeitweilig von der Stadt Leipzig erwogene Errichtung eines Gymnasiums in dem ehemaligen Schulgebäude ist vom Tisch. Eine Eignungsprüfung der Liegenschaft als Gymnasium sowie eine Kostenschätzung hätten ergeben, „dass die Betreibung eines 4-zügigen Gymnasiums am Standort ohne einen erheblichen Sanierungsaufwand nicht möglich ist“, lautet die amtliche Begründung. Die Immobilie würde den gegenwärtigen Ansprüchen an Energieeffizienz, Brandschutz und barrierefreies Bauen nicht entsprechen.
Zudem hätte das für Bildungsfragen nicht zwingend zuständige Dezernat Finanzen „eine Differenz zwischen der benötigten und am Standort möglichen Raumfläche“ festgestellt. So wird die Stadt auf einen Neubau an Alternativstandorten setzen.
Dabei ist auch der Stadtverwaltung klar, dass „eine Erhaltung dieses anspruchsvollen baulichen Zeugnisses unbedingt erforderlich“ ist. Denn der 1927/28 errichtete Schulkomplex ist denkmalgeschützt.
Er beherbergte ab 1929 die traditionsreiche Max-Klinger-Schule. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges wurde das Schulgebäude mit einem Lazarett belegt. Im Winter 1950/51 zog die Klinger-Schule in Gebäude am Adler in Kleinzschocher. An der Heinestraße begann die Pädagogenausbildung, seit 1992 vertreten durch die Universität Leipzig. Die Klingerschule hat seit 1983 ihren Sitz am Miltitzer Weg in Grünau.
„Als eindrucksvolles Zeugnis des Bauens der Neuen Sachlichkeit hat das Schulgebäude eine besondere architekturgeschichtliche Bedeutung“, attestiert die Stadtverwaltung dem Ensemble, das nach den Plänen von Hubert Ritter und Fritz Baumeister errichtet wurde. „In diese Struktur wurden die besonderen Anforderungen an die Lern- und Arbeitsbedingungen der Zeit eindrucksvoll umgesetzt“, schwärmen die Rathausmitarbeiter über die Anordnung der dreigeschossigen Klassentrakte in Kammstellung im Bogen der Luppe mit Zugang zum Park.
Da braucht es denn schon einen Architekturfreund, der das Areal ab 2016 entwickelt.
Zwei neue Wohnstätten des Städtischen Eigenbetriebs Behindertenhilfe (SEB) sind bereits in Betrieb gegangen (die Wohnstätten Breunsdorffstraße und Losinskiweg), die dritte neue Einrichtung für geistig behinderte/mehrfach behinderte Menschen wird am 23. Mai eröffnet. mehr…
In der Veranstaltungsreihe Zu Gast bei Schiller sind am Donnerstag, 24. Mai, die zwei Autoren des Buches „Straßennamen in Gohlis“ zu Besuch. Manfred Hötzel und Dieter Kürschner plaudern in geselliger Runde über die Neuauflage der beliebten Broschüre. mehr…
Schönheit ist ein Problem in einer Gesellschaft, in der ein winziger Klüngelkreis aus sehr pekuniärem Interesse dekretiert, was als schön zu gelten hat. Jeder Blick an die nächste Leuchtsäule zeigt: Hier wird ein unerfüllbares Ideal verkauft. Doch diese Allgegenwart eines Ewige-Jugend-Ideals hat auch Folgen. Sie setzt die ganz gewöhnlichen Menschen beiderlei Geschlechts unter Legitimationsdruck. Das hat auch René Koch in seinem Berufsleben gelernt. mehr…
Der Vorstand des SPD-Stadtverbandes hat in seiner Sitzung am Montag, 14. Mai, den Termin für die parteiinterne Wahl des SPD-Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl auf den 17. September 2012 festgelegt. Der Kandidat, der dann für die SPD ins Rennen geht, soll durch eine Mitgliedervollversammlung gewählt werden. mehr…
Vom 21. Mai bis 23. Juni werden im Bereich Käthe-Kollwitz-Straße und Karl-Heine-Straße zwischen Westplatz und Felsenkeller sowie an der Kreuzung Käthe-Kollwitz-Straße/ Klingerweg Gleisbauarbeiten durchgeführt. mehr…
Wer mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, will alles Menschenmögliche tun, um die Krankheit zu besiegen. Ergänzend zur schulmedizinischen Therapie geistern in den Medien immer wieder Heilsbotschaften, die Hoffnungen wecken sollen. Dabei stehen Nahrungsergänzungsmittel oftmals im Mittelpunkt. Doch ob diese Hoffnungen berechtigt sind, was wissenschaftlich geprüft oder gar sinnvoll ist, bleibt offen. mehr…
Freudige Nachrichten verkündeten Kulturdezernent Michael Faber und Leipzigs Kulturamtsleiterin Susanne Kucharsky-Huniat am 16. Mai. Der Kulturetat der freien Szene wird bis 2015 aufgestockt. Doch woher das Geld kommen soll, ist nicht bekannt und umgehend folgen kritische Töne von der Freien Szene. Denn die neue Vorlage hebelt ihrer Meinung nach den alten Ratsbeschluss "5 Prozent für die Freie Szene" von 2008 aus. mehr…
Die Causa Citytunnel ist mal wieder auf dem Plan der heutigen Ratsversammlung gelandet. Diesmal ging es rund um die Werbung bzw. Nicht-Werbung für die Röhre unter Leipzig. Denn nach Meinung der CDU-Fraktion „schaffen es Beteiligte und Unbeteiligte noch immer, dieses Projekt in denkbar schlechtestem Licht erscheinen zu lassen.“ mehr…
Das Konzept zum Umbau der im Leipziger Norden gelegenen Georg-Schumann-Straße ist schon längst verabschiedet. Nun soll die Bevölkerung – wie bei den Planungen zur Karl-Liebknecht-Straße – intensiver einbezogen werden. Der Antrag der Linksfraktion ist heute vom Stadtrat mehrheitlich angenommen worden. mehr…
Die Grüne-Fraktion im Leipziger Stadtrat setzt auch weiterhin auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Sie hat heute einen Antrag zur Veröffentlichung der gesamten Stadtratsbeschlüsse im Amtsblatt gestellt. Doch die Verwaltung sieht das als nicht zielführend an und geht einen Schritt weiter: Künftig sollen die Beschlüsse auf der Stadt-Homepage online verfügbar sein. mehr…
Krankhaftes Übergewicht ist nicht allein das Resultat aus übermäßiger Lust am Essen und mangelnder Bewegung. Dass diese Schlussfolgerung zu einfach wäre, gilt in der Forschung seit einiger Zeit als gesichert. Wie kommt es also, dass inzwischen die Hälfte der Deutschen übergewichtig und etwa 20 Prozent bereits fettleibig (adipös) sind? Ist Übergewicht Schuld oder Schicksal? mehr…
Dass Manager und leitende Angestellte durchaus mehr verdienen als andere Menschen, ist hinlänglich bekannt. Dass die Bezüge manchmal allerdings in keinem Verhältnis stehen, hat beispielsweise der Fall Hanss gezeigt. Der Ex-LVB-Chef wollte sich mit einer über 200.000 Euro teuren Pension einen schönen Lebensabend machen. Damit so etwas nicht mehr vorkommt, wollte die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen heute im Stadtrat mehr Transparenz und eine bessere Überprüfung fordern. mehr…
Die Brücke zwischen Gießerstraße und Engertstraße erstrahlt nun nächtens in Blau. Damit wollen die Leipziger Wissenschaftlerinnen Professor Sylke Nissen und Karin Lange „die Aufenthaltsqualität am Karl-Heine-Kanal auch in den Abendstunden verbessern“. Die Installation ist Schlussstein des REURIS-Projektes der EU zur Revitalisierung urbaner Fließgewässer. mehr…
Allen Gerüchten um die Schließung der Denkmalschmiede Höfgen zum Trotz: Die Leipziger Sommerakademie findet auch in diesem Jahr wieder statt! Die Anmeldung ist noch bis zum 30. Juni 2012 möglich. Wer in den Sommermonaten seine Kreativität ausleben möchte und darüber hinaus neue Impulse tanken will ist in der Leipziger Sommerakademie genau richtig. mehr…
Wenn der Mensch älter wird, braucht er allerlei Hilfsmittel. Es ist sozusagen der technische Kongress zur demografischen Entwicklung Europas, der am Dienstag, 15. Mai, auf dem Leipziger Messegelände begann. Bis Freitag, 18. Mai, präsentiert die "Orthopädie + Reha-Technik" auf dem Leipziger Messegelände sowohl alle Weltmarktführer als auch kleine, innovative Unternehmen aus den Bereichen Prothetik, Orthetik, Orthopädieschuhtechnik, Kompressionstherapie und Technische Rehabilitation. mehr…