Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche




Tagesübersicht Leipziger Internet Zeitung
Alle Nachrichten von: heute | gestern | vorgestern

Wissenschaftspreis zu deutsch-polnischen Themen: Antisemitismus, Katholizismus, Studentenproteste, ein Schlachtenmaler und ein wenig Politik

Daniel Thalheim
Foto: Daniel Thalheim
Deutsch-polnische Geschichte ist enger miteinander verknüpft, als so Mancher glauben mag. Das wird jedem spätestens dann klar, wenn er zurück auf die Zeitachse und auf Europas Mitte um das Jahr 1000 schaut. Nationalstaatsideen gab es noch nicht, nur Herrschaftsgebilde. Das heutige Polen gehörte wie selbstverständlich dazu. Doch so weit schauen die Dissertationen und Masterarbeiten nicht zurück, die zum Nikolaustag in Speck's Hof ausgezeichnet wurden.

Anzeige

Für die Verleihung des diesjährigen Wissenschaftlichen Preises zu deutsch-polnischen Themen reiste extra der Botschafter der Republik Polen, S. E. Dr. Marek Prawda, nach Leipzig. Im Konferenzraum des Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig (GWZO) im Speck's Hof wollte er in Anwesenheit des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung und der Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate A. Schücking, Preise verleihen. Schnell entwickelt sich die Preisverleihung zu einem kleinen Politikum für polnisch-deutsche Beziehung. Sowohl kulturell als auch wirtschaftlich und politisch.

Ihre Begrüßungsworte richteten sich an die Preisträger, die am Abend des 6. Dezember im voll gepackten Konferenzraum ausgezeichnet wurden. Beate A. Schücking freute sich, dass die Preisverleihung in diesem Jahr in Leipzig stattfand. "Ich glaube, das GWZO ist ein besonders guter Ort dafür, denn geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungen zu Ost- und Mitteleuropa sind hier am Standort Leipzig zentral gebündelt." Außerdem hob Schücking hervor, wie sehr das GWZO international mit anderen Instituten und Institutionen verknüpft ist.

Polens Botschafter Marek Prawda bei der Verleihung des Wissenschaftlichen Förderpreises 2011 am 6. Dezember 2011 in Leipzig.
Polens Botschafter Marek Prawda bei der Verleihung des Wissenschaftlichen Förderpreises 2011 am 6. Dezember 2011 in Leipzig.
Foto: Daniel Thalheim

Die Universitätsrektorin zählte auf, welche Förderprogramme für Geisteswissenschaftler zur Verfügung stehen, um in ihrer Arbeit weiter zu kommen. Sie bekräftigte in ihrem Redebeitrag auch, dass sich die Universität Leipzig energisch für den Erhalt des Polnischen Instituts einsetzte. "Herr Botschafter", appellierte sie an Botschafter Marek Prawda, "Über eine dauerhafte Sicherung würde sich nicht nur ich, sondern auch Oberbürgermeister Burkhard Jung besonders freuen."

Das sagte sie nicht umsonst. Bei der 2008 erfolgten Verkleinerung des Polnischen instituts wurden Mitarbeiter eingespart und die Bibliothek aufgelöst. Nun geht es wohl auch darum, den Veranstaltungsraum zu erhalten wie auch die Leipziger Mitarbeiter, heißt es von Elisabeth Ritter, Wissenschaftsmanagerin am Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

Auf diesen Appell konnte der polnische Botschafter zunächst nicht eingehen. Marek Prawda betonte in seiner Rede erst einmal, welches Signal der Botschafterpreis setzen soll. "Wir wollen ein Zeichen für polnisch-deutsche Beziehungen, Geschichte und Kultur setzen. Wir wollen damit auch ein Signal senden, dass es für dieses Thema einen Markt gibt." Das Interesse an polnisch-deutscher Geschichte und Kultur, so Prwada, sei groß.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung.
Foto: Daniel Thalheim

Der Botschafter, der für die ostdeutschen Bundesländer zuständig ist, ließ auch nicht unerwähnt, wie eng deutsch-polnische Geschichte durch die Solidarność und die Entwicklungen hin zum 9. Oktober 1989, dem Tag der friedlichen Revolution in der DDR, verbandelt ist. An einem Strang ziehen und einen europäischer Mehrwert erzeugen, so die Botschaft von Marek Prawda an die Öffentlichkeit. "Ich glaube, dass wir uns in einer Phase der reichen Partnerschaft befinden. Wir sind nicht mehr in der Phase, wo wir sagen 'Wir überwinden die Vergangenheit'. "

Oberbürgermeister Jung führte zwei Gründe auf für sein Erscheinen: Das besondere Verhältnis der Leipziger zu Polen, gerade im Hinblick zur Solidarność-Bewegung als Vorbild für den friedlichen Umbruch in der DDR. "Ich erinnere an die befruchtenden Ideen der runden Tische, die bis nach Leipzig wirkten! Wir fühlen uns den polnischen Oppositionellen zu besonderen Dank verpflichtet, der längst nicht abgetragen ist. Ihr Mut hat auch die Leipziger Freiheitsbewegung möglich gemacht. Das wollen wir nicht vergessen."

Universitätsrektorin Beate Schücking.
Universitätsrektorin Beate Schücking.
Foto: Daniel Thalheim

Der andere Grund ist eng mit dem ersten verknüpft. Jung erwähnt die Städtepartnerschaft Krakow-Leipzig als Beispiel für eine fruchtbare deutsch-polnische Beziehung. Dabei ist für ihn auch das Polnische Institut ein Ort dieses kulturellen Austausches. Wie Schücking erinnerte Jung an den 2008 erfolgten Kampf um das Polnische Institut, das geschlossen werden sollte und nun als Außenstelle des Berliner Instituts fungiert. Leipzigs Oberbürgermeister wusste auch die sieben ausgezeichneten Arbeiten in seiner Rede zu würdigen, indem er ihnen eine grenzüberschreitende Rolle zusprach.

Zum Preis selbst wurde mitgeteilt: "Der mit insgesamt 4.000 Euro dotierte Preis geht jährlich für herausragende Dissertationen und Abschlussarbeiten aus dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften zur polnischen Geschichte und Kultur sowie den deutsch-polnischen Beziehungen."

Sieben aus 23 muss es 2011 heißen. Denn im Wettbewerb befanden sich so viele Arbeiten, die sich mit der Verknüpfungen der deutsch-polnischen Geschichte beschäftigen. Und diese entstanden nicht nur in Leipzig, sondern auch an den Hochschulen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen. Eine internationale Jury nominierte aus diesem Pool sieben Arbeiten. Und diese streiten um den Status "Beste Abschlussarbeit".

Eigentlich ein vermessenes Votum, denn in all den eingereichten Arbeiten stecken viel Mühe und der Kampf mit Fußnoten, mit Quellen, Literatur, Tabellen und Listen an Ausleihzetteln an den Bibliotheken, Kannen an Kaffee, Tee und Schweiß. Denn das, was als These am Ende in der Überschrift steckt, muss geistreich und unwiderlegbar in hunderten Seiten aufblitzen. Darunter tummeln sich als Thema die Kaczyński-Brüder, ein Schlachtenmaler am preußischen Hof zur Zeit der Befreiungskriege im frühen 19. Jahrhundert, Antisemitismus, Katholizismus und Studentenproteste in Polen.

Zwischen einem mysteriösen Klopfen aus dem Nirgendwo, dem mit Wortwitz vorgetragenen Stoff um polnisch-deutsche Wurzeln der britischen Sozialanthropologie von Prof. Dr. Chris Hann vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung Halle/Saale und dem fingerfertigen Gitarrenspiel von Tomasz Zawierucha bekamen Anna Baumgartner, Kinga Kulikowska, Max Spohn, Anja Hennig, Elisabeth Lehmann, Markus Nesselrodt und Tim Buchen die begehrten Urkunden und dicke Blumen überreicht. Geisteswissenschaft kann doch Früchte tragen.

Pan Berlin, GWZO und Polnisches Institut Online
www.panberlin.de
www.uni-leipzig.de/gwzo
leipzig.polnischekultur.de


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks




Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Am 19. Mai: Tag der offenen Tür in der Wohnstätte Losinskiweg

Zwei neue Wohnstätten des Städtischen Eigenbetriebs Behindertenhilfe (SEB) sind bereits in Betrieb gegangen (die Wohnstätten Breunsdorffstraße und Losinskiweg), die dritte neue Einrichtung für geistig behinderte/mehrfach behinderte Menschen wird am 23. Mai eröffnet. mehr…

Gohliser Straßennamen auf der Spur: Gesprächsrunde am 24. Mai im Schillerhaus

Schillerhaus in Gohlis.
In der Veranstaltungsreihe Zu Gast bei Schiller sind am Donnerstag, 24. Mai, die zwei Autoren des Buches „Straßennamen in Gohlis“ zu Besuch. Manfred Hötzel und Dieter Kürschner plaudern in geselliger Runde über die Neuauflage der beliebten Broschüre. mehr…

Schnell wieder schön: Ein paar nützliche Tipps und ein kleines Plädoyer gegen den Schönheitswahn

René Koch: Schnell wieder schön.
Schönheit ist ein Problem in einer Gesellschaft, in der ein winziger Klüngelkreis aus sehr pekuniärem Interesse dekretiert, was als schön zu gelten hat. Jeder Blick an die nächste Leuchtsäule zeigt: Hier wird ein unerfüllbares Ideal verkauft. Doch diese Allgegenwart eines Ewige-Jugend-Ideals hat auch Folgen. Sie setzt die ganz gewöhnlichen Menschen beiderlei Geschlechts unter Legitimationsdruck. Das hat auch René Koch in seinem Berufsleben gelernt. mehr…

OBM-Wahl 2013: SPD will Kandidaten im September wählen - Clobes schlägt Jung vor

Burkhard Jung.
Der Vorstand des SPD-Stadtverbandes hat in seiner Sitzung am Montag, 14. Mai, den Termin für die parteiinterne Wahl des SPD-Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl auf den 17. September 2012 festgelegt. Der Kandidat, der dann für die SPD ins Rennen geht, soll durch eine Mitgliedervollversammlung gewählt werden. mehr…

Gleisbauarbeiten in der Käthe-Kollwitz-Straße: Umleitungen ab 21. Mai

Baustelle.
Vom 21. Mai bis 23. Juni werden im Bereich Käthe-Kollwitz-Straße und Karl-Heine-Straße zwischen Westplatz und Felsenkeller sowie an der Kreuzung Käthe-Kollwitz-Straße/ Klingerweg Gleisbauarbeiten durchgeführt. mehr…

Wundermittel gegen Krebs? - Verbraucherzentrale stellte Nahrungsergänzungsmittel auf den Prüfstand

Wundermittel gegen Krebs?
Wer mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, will alles Menschenmögliche tun, um die Krankheit zu besiegen. Ergänzend zur schulmedizinischen Therapie geistern in den Medien immer wieder Heilsbotschaften, die Hoffnungen wecken sollen. Dabei stehen Nahrungsergänzungsmittel oftmals im Mittelpunkt. Doch ob diese Hoffnungen berechtigt sind, was wissenschaftlich geprüft oder gar sinnvoll ist, bleibt offen. mehr…

Leipziger Kulturdebatte: Kulturetat für freie Szene wird aufgestockt

Kulturdezernent Michael Faber.
Freudige Nachrichten verkündeten Kulturdezernent Michael Faber und Leipzigs Kulturamtsleiterin Susanne Kucharsky-Huniat am 16. Mai. Der Kulturetat der freien Szene wird bis 2015 aufgestockt. Doch woher das Geld kommen soll, ist nicht bekannt und umgehend folgen kritische Töne von der Freien Szene. Denn die neue Vorlage hebelt ihrer Meinung nach den alten Ratsbeschluss "5 Prozent für die Freie Szene" von 2008 aus. mehr…

Der Stadtrat tagt: CDU fragt nach Marketingaktionen für Citytunnel-Eröffnung

Die Causa Citytunnel ist mal wieder auf dem Plan der heutigen Ratsversammlung gelandet. Diesmal ging es rund um die Werbung bzw. Nicht-Werbung für die Röhre unter Leipzig. Denn nach Meinung der CDU-Fraktion „schaffen es Beteiligte und Unbeteiligte noch immer, dieses Projekt in denkbar schlechtestem Licht erscheinen zu lassen.“ mehr…

Der Stadtrat tagt: Linke will intensivere Bürgerbeteiligung bei Umbau der Georg-Schumann-Straße

Das Konzept zum Umbau der im Leipziger Norden gelegenen Georg-Schumann-Straße ist schon längst verabschiedet. Nun soll die Bevölkerung – wie bei den Planungen zur Karl-Liebknecht-Straße – intensiver einbezogen werden. Der Antrag der Linksfraktion ist heute vom Stadtrat mehrheitlich angenommen worden. mehr…

Der Stadtrat tagt: Beschlüsse bald vollständig im Amtsblatt zu lesen

Die Grüne-Fraktion im Leipziger Stadtrat setzt auch weiterhin auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Sie hat heute einen Antrag zur Veröffentlichung der gesamten Stadtratsbeschlüsse im Amtsblatt gestellt. Doch die Verwaltung sieht das als nicht zielführend an und geht einen Schritt weiter: Künftig sollen die Beschlüsse auf der Stadt-Homepage online verfügbar sein. mehr…

Ein Dialog zum Zivilisations-Thema Fettleibigkeit: Streben nach Glück heißt noch immer Jagd auf Kalorien

Gründungsfoto des IFB AdipositasErkrankungen.
Krankhaftes Übergewicht ist nicht allein das Resultat aus übermäßiger Lust am Essen und mangelnder Bewegung. Dass diese Schlussfolgerung zu einfach wäre, gilt in der Forschung seit einiger Zeit als gesichert. Wie kommt es also, dass inzwischen die Hälfte der Deutschen übergewichtig und etwa 20 Prozent bereits fettleibig (adipös) sind? Ist Übergewicht Schuld oder Schicksal? mehr…

Der Stadtrat tagt: Grüne wollen mehr Transparenz in städtischen Beteiligungsunternehmen

Dass Manager und leitende Angestellte durchaus mehr verdienen als andere Menschen, ist hinlänglich bekannt. Dass die Bezüge manchmal allerdings in keinem Verhältnis stehen, hat beispielsweise der Fall Hanss gezeigt. Der Ex-LVB-Chef wollte sich mit einer über 200.000 Euro teuren Pension einen schönen Lebensabend machen. Damit so etwas nicht mehr vorkommt, wollte die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen heute im Stadtrat mehr Transparenz und eine bessere Überprüfung fordern. mehr…

Blaulicht am Karl-Heine-Kanal: Neue Lichtinstallation an Fußgängerbrücke

Brücke über den Karl-Heine-Kanal.
Die Brücke zwischen Gießerstraße und Engertstraße erstrahlt nun nächtens in Blau. Damit wollen die Leipziger Wissenschaftlerinnen Professor Sylke Nissen und Karin Lange „die Aufenthaltsqualität am Karl-Heine-Kanal auch in den Abendstunden verbessern“. Die Installation ist Schlussstein des REURIS-Projektes der EU zur Revitalisierung urbaner Fließgewässer. mehr…

Leipziger Sommerakademie findet auch 2012 in Höfgen statt: Anmeldungen bis 30. Juni möglich

Sommerakademie 2011.
Allen Gerüchten um die Schließung der Denkmalschmiede Höfgen zum Trotz: Die Leipziger Sommerakademie findet auch in diesem Jahr wieder statt! Die Anmeldung ist noch bis zum 30. Juni 2012 möglich. Wer in den Sommermonaten seine Kreativität ausleben möchte und darüber hinaus neue Impulse tanken will ist in der Leipziger Sommerakademie genau richtig. mehr…

Messe "Orthopädie + Reha-Technik" in Leipzig: Exoskelette sorgen für Furore

Selbst der Rolli muss heutzutage nicht mehr dröge aussehen.
Wenn der Mensch älter wird, braucht er allerlei Hilfsmittel. Es ist sozusagen der technische Kongress zur demografischen Entwicklung Europas, der am Dienstag, 15. Mai, auf dem Leipziger Messegelände begann. Bis Freitag, 18. Mai, präsentiert die "Orthopädie + Reha-Technik" auf dem Leipziger Messegelände sowohl alle Weltmarktführer als auch kleine, innovative Unternehmen aus den Bereichen Prothetik, Orthetik, Orthopädieschuhtechnik, Kompressionstherapie und Technische Rehabilitation. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Grüne Fraktion Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Leipziger Leselust Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher Leipziger Autoren und Verlage.
Link-Tipps.
Bildblog