Leipziger Schulentwicklungsplan: Stadtrat soll über neue Schulbezirksgrenzen entscheiden
Marko Hofmann
29.01.2012
Die Ernst-Pinkert-Schule in der Martinstraße.
Foto: Marko Hofmann
Alle Eltern, die im Stadtgebiet demnächst ein Kind einschulen lassen wollen, sollten die nächste Stadtratssitzung Ende Februar genau verfolgen. Die Stadt plant diverse Schulbezirksgrenzen anzupassen, was zur Folge hätte, dass sich für manch potenziellen ABC-Schützen der Schulweg in eine andere Richtung entwickelt. Doch sind längst nicht alle Schulen glücklich darüber.
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Eigentlich waren noch deutlich mehr Veränderungen geplant, aber im Antrag der Stadt auf Änderung der Satzung der Grundschulbezirke der Stadt Leipzig hat sich die Stadt aus verschiedenen Gründen auf fünf Bezirke beschränkt. Demnach sollen auf Wunsch des Schulverwaltungsamt zum Schuljahr 2013/2014 die Schulbezirksgrenzen zwischen der 77. Schule und der Franz-Mehring-Schule in Reudnitz-Thonberg, der Wilhelm-Busch-Schule und der August-Bebel-Schule in Reudnitz der 3. Schule und der Schule Connewitz, der Ernst-Pinkert-Schule und der Schule Mölkau und der Erich-Zeigner-Schule und der 172. Schule in Plagwitz jeweils angepasst werden.
„Hintergrund ist, dass durch den Anstieg der Schülerzahlen in den letzten Jahren an verschiedenen Schulen die Kapazitätsgrenzen erreicht werden. Mit der Fortschreibung der Schulnetzplanung soll darauf standortspezifisch reagiert werden. Neben anderen Maßnahmen ermöglicht die Veränderung von Schulbezirken eine bessere Bedarfsverteilung zwischen benachbarten Schulen“, heißt es seitens der Stadt. Vor allem in der Erich-Zeigner-Schule, in der 77. Schule, der Wilhelm-Busch-Schule und in der 3. Grundschule werden sich in den kommenden Jahren die Schüler drängeln, wohingegen die Franz-Mehring-Schule, die August-Bebel-Schule und die 172. Schule noch Kapazitäten haben.
Wilhelm-Busch-Schule.
Foto: Marko Hofmann
Zu dieser Entscheidung hatte das Amt die Schulen im Vorfeld befragt, nicht alle waren begeistert, manche stellten auch Forderungen. In einer Stellungnahme der Schulkonferenz der 172. Schule heißt es warnend: „Wir weisen in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass die sanitären Einrichtungen unserer Grundschule nach wie vor sanierungsbedürftig sind und eine höhere Frequentierung die Situation weiter verschlechtern würde.“
Die Schulkonferenz der Erich-Zeigner-Schule gab in ihrer Stellungnahme zu bedenken, dass eine Verkleinerung des eigenen Schulbezirks nicht ausreichen wird „sodass der Neubau einer Schule in diesen Stadtbezirken unbedingt angestrebt werden sollte.“ In der Schulkonferenz der 3. Grundschule war man mit der Verkleinerung des eigenen Schulbezirks gar nicht einverstanden. Durch den Neubau einer weiteren Schule auf dem eigenen Gelände und die Sanierung des bestehenden Gebäudes seien genug Kapazitäten im Schulbezirk vorhanden, erst recht, da sich in diesem Schuljahr 30 % weniger Schüler angemeldet hätten als prognostiziert. Die 3. GS lehnte die Verkleinerung genauso wie auch die Franz-Mehring-Schule ab. Mehr Schüler bedeute auch eine höhere Anonymität und schnellerer Verschleiß des Schulgebäudes, hieß es aus der Gletschersteinstraße.
Weitere, im ersten Entwurf des Schulentwicklungsplans, vorgeschlagene Schulbezirksänderungen wird es zunächst nicht geben, aus verschiedenen Gründen. So platzte eine Veränderung der Schulbezirksgrenze zwischen 77. und Ernst-Pinkert-Schule. „Das hat mehrere Gründe. Einmal wurden bei den zwischenzeitlichen Untersuchungen des Zielobjektes für die Schule Thonberg erheblich mehr bauliche Mängel festgestellt, als zum Zeitpunkt der Erarbeitung des Planentwurfs bekannt waren. Diese lassen sich nicht kurzfristig abstellen. Somit können dort die erforderlichen Bedingungen für diese Schule gegenwärtig nicht gewährleistet werde. Zum anderen gab es seitens der Schule Thonberg erhebliche Bedenken bezüglich des Umzugs. Diesen Tatsachen wurde mit der Überarbeitung des Entwurfs Rechnung getragen“, so Henry Maier vom Schulverwaltungsamt.
Wilhelm-Busch-Schule.
Foto: Marko Hofmann
Der neue Entwurf des Schulentwicklungsplans wird laut Maier derzeit in der Verwaltungsspitze diskutiert und soll demnächst an Fraktionen und Schulen gehen. Im Gegensatz zum ersten Entwurf fehlen darin nach Abwägung der Meinung aller Beteiligten auch die Änderungen der Schulbezirksgrenzen zwischen der Schule am Adler und der 120. Schule und der Schule Gundorf und der Schule in Böhlitz Ehrenberg.
„Die Schulbezirksveränderung zwischen der Schule am Adler und der 120. Schule kann erst später erfolgen, da in der 120. Schule erst die Baumaßnahmen, also verbesserter Brandschutz, abgeschlossen werden müssen. Nach neusten Prognosewerten ist in den nächsten Jahren eine Schulbezirksänderung zwischen Böhlitz-Ehrenberg und Gundorf nicht erforderlich“, sagte Henry Maier L-IZ.de, der ebenfalls informierte, dass auch die einstmals angedachte Schulbezirksänderung der 39. Grundschule erstmal vom Tisch ist.
„Für das Schuljahr 2012/13 hat die Schule zurzeit 41 Anmeldungen, wir gehen davon aus, dass die Zahl für das Schuljahr 2013/14 nicht erheblich ansteigt. Damit ist eine Schulbezirksänderung zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt erforderlich“, so Maier.
Eltern, die planen, ihre Kinder an einer der genannten Schulen zu schicken, können sich im Internet über die geplanten Änderungen informieren, über die der Stadtrat am 29. Februar entscheiden soll.
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