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Kürzungen beim Studentenwerk haben Folgen: Ab Januar 2013 eingeschränkter Betrieb in der Mensa Liebigstraße

Redaktion
Bald gibt's dann nur noch ein paar gesunde Äpfel für die Studierenden.
Bald gibt's dann nur noch ein paar gesunde Äpfel für die Studierenden.
Foto: Ralf Julke
Das Studentenwerk Leipzig hat aufgrund der seit 2001 um mehr als die Hälfte gekürzten Zuschussmittel des Landes zum laufenden Betrieb der Verpflegungseinrichtungen mit großen Finanzproblemen im Bereich der Mensen und Cafeterien zu kämpfen. Anfang 2013 muss es deshalb zu einer ersten Angebotseinschränkung kommen, die konkret die Mensa Liebigstraße auf dem Medizin-Campus betrifft.


Um Kosten zu sparen, wird dort ab dem 7. Januar der aktuelle Mensabetrieb stark zurückgefahren und die bisher ungenutzte Cafeteria im Erdgeschoss als Ausgabemensa genutzt, teilt das Studentenwerk Leipzig mit. Das bedeutet aber auch Einschränkungen im Essens- und Sitzplatzangebot, denn die neuen Räume werden nur über 150 bis 200 Plätze verfügen. Auch das Essen kann dann nur noch zu einem Teil vor Ort selbst produziert werden, es muss sich auf zwei Mittagessen pro Tag und das Angebot an der Salatbar beschränken.

Hintergrund dieser drastischen Angebotseinschränkung, die der Verwaltungsrat des Studentenwerkes in seiner letzten Sitzung im Jahr 2012 beschlossen hatte, sind die finanziellen Probleme der Mensa sowie die Baufälligkeit des Hauses und der technischen Anlagen. Dem Studentenwerk Leipzig waren Sanierung und Umbau des Mensagebäudes bereits für 2010 avisiert worden. Im Haushaltsentwurf für 2013/14 sind aber keine Mittel für den Umbau in ein Speisenversorgungszentrum mit Lernklinik und Bibliothek der Medizinischen Fakultät vorgesehen, obwohl das gesamte Gebäude und auch die technischen Anlagen der Mensa stark sanierungsbedürftig sind.

Der bauliche Zustand des Hauses, insbesondere der des Daches, ist inzwischen so schlecht, dass die hygienischen Anforderungen an den Betrieb einer Kochmensa unter Umständen nicht mehr gewährleistet werden könnten. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass die Mensa in ihrer Kapazität für die Studierendenversorgung auf dem Medizincampus überdimensioniert ist. Die Mensa Liebigstraße ist damit eine der Einrichtungen, die das negative Ergebnis des Bereichs Mensen & Cafeterien beim Studentenwerk besonders verstärken: Pro Jahr entsteht hier ein Verlust von 280.000 Euro.

Warum eine Mensa für die Studierenden, wenn's ein paar Äpfel aus der Kiste auch tun?
Warum eine Mensa für die Studierenden, wenn's ein paar Äpfel aus der Kiste auch tun?
Foto: Ralf Julke

Angesichts des unklaren Sanierungszeitplans und weiterhin steigender Betriebskosten sah sich das Studentenwerk gezwungen, mit dem Umwandeln in eine Ausgabemensa zum 7. Januar 2013 konkrete Schritte einzuleiten, um Geld zu sparen.

„Es führt leider kein Weg daran vorbei. Die Betriebskosten der überdimensionierten und stark sanierungsbedürftigen Mensa Liebigstraße verursachen ein Riesenminus“, kommentiert Uwe Kubaile, Abteilungsleiter der Mensen & Cafeterien, die notwendige Maßnahme. Dafür, dass das Angebot dabei eingeschränkt werden muss, bittet er um Verständnis. Es gäbe keinen anderen Ausweg, das kommende Jahr zu überstehen.


„Das Studentenwerk ist für diese Problemlage nicht ursächlich verantwortlich, die Situation ist ohne Angebotseinschränkungen leider nicht mehr zu meistern“, bestätigt auch Dr. Andrea Diekhof, Geschäftsführerin des Studentenwerkes Leipzig. Am Ende könnten auch diese Maßnahmen das zu erwartende Minus für 2013 nicht verhindern, sondern nur verkleinern.

„Wir arbeiten zusammen mit der Medizinischen Fakultät der Universität daran, die notwendigen Schritte in Richtung Sanierung und Umbau des Gebäudes voranzutreiben“, erklärt Dr. Diekhof weiter. Um den Weiterbetrieb ab 2014 abzusichern, denn nur bis Ende 2013 soll nach Beschluss des Verwaltungsrates die Ausgabemensa noch in dem baufälligen Gebäude betrieben werden, würden zuerst und schnell die Mittel für die Ertüchtigung einer Interims-Mensa in unmittelbarer Nähe benötigt. „Die Interims-Mensa wird dringend gebraucht, um den schon lange notwendigen eigentlichen Umbau, der rund zwei Jahre dauern wird, endlich in Angriff nehmen zu können“, meint die Studentenwerks-Geschäftsführerin.

www.studentenwerk-leipzig.de



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