Wovon Leipziger träumen: Georg Heyn - Endlich auf die Schüler hören
Georg Heyn
25.12.2012
Stadtschülersprecher Georg Heyn.
Foto: Marko Hofmann
Noch nie hat Sachsen so viele Bildungsproteste und -debatten erlebt wie im fast vergangenen Jahr. Alleine in Leipzig demonstrierten im März über 11.000 Schüler für eine bessere Bildung. Der Stadtschülerrat ging voran und am Ende des Jahres hat sich der Vorsitzende und angehende Abiturient Georg Heyn seine Gedanken über die sächsische Bildung 2012 und in Zukunft gemacht. Fakt ist: Die sächsische Schülerschaft ist kritisch – kritischer als manchem Politiker recht sein mag.
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2012! Ein Jahr voller Extreme, Höhen und Tiefen, spannenden und ruhigen Zeiten – nicht nur für mich privat, sondern auch für die sächsische Bildungslandschaft. Es ist viel passiert und wie es einen so kurz vor Jahreswechsel überkommt, mache auch ich mir meine Gedanken über das, was geschehen ist. Ein Jahresrückblick ist dieser Artikel nicht direkt. Viel mehr sind es meine Wünsche und Vorstellungen für das kommende Jahr, denn aus Fehlern soll man ja bekanntlich lernen – hoffentlich ...
Der große Auftakt des Jahres war für mich persönlich die Protestwelle gegen den Lehrermangel an sächsischen Schulen. Im Januar ging es in Chemnitz los: Hunderte Schüler gestalteten am 4. Januar dieses Jahres verschiedenste Aktionen an ihren Schulen und taten ihren Unmut über die inakzeptablen Bedingungen im Bezug auf die Lehrerversorgung kund. Die Welle schwappte über. Das gesamte erste Halbjahr hielt uns die Problematik Lehrermangel in Atem. Nicht nur in Chemnitz, sondern auch im Rest von Sachsen wollten die Schülerinnen und Schüler ein Zeichen setzen, dass es so nicht weitergehen kann.
Am 28. März 2012 protestierten schließlich sachsenweit 23.000 junge Köpfe, davon 11.500 Schülerinnen und Schüler an 30 Schulen in der Stadt Leipzig. Sie standen für ihre Bildung ein und machten mit Aktionen wie „Wir zeigen dem Kultusministerium die rote Karte“ oder der Beerdigung der Bildung auf die Missstände aufmerksam. Das mediale Echo war gigantisch und auch die Staatsregierung geriet immer mehr unter Druck. Befeuert durch den Rücktritt des damaligen Kultusministers Prof. Dr. Roland Wöller, waren die Dresdner Größen zum Handeln gezwungen. Ein zweites Bildungspaket sollte Verbesserungen für das kommende Schuljahr mit sich bringen.
Doch selbst dieses mühsam geschnürte Paket wird die Ursachen des Lehrermangels nicht grundlegend beheben. Eine weitreichende Neueinstellung und langfristige Planung liest sich anders. Aus diesem Grund ging es im Mai weiter. Eine kleinere Demonstration in Leipzig mit 300 Teilnehmern und eine große Demonstration gemeinsam mit Studenten vor dem sächsischen Landtag in Dresden mit rund 6.500 Teilnehmern verdeutlichten, dass es immer noch jede Menge zu tun gibt. Gerade die Attraktivität des Lehrerberufs ist in Sachsen so gering wie in keinem anderen Bundesland. Ein Platz 1 bei Pisa wird kaum zu halten sein, wenn Sachsen in der Lehrerbezahlung weiterhin auf Platz 16 im Deutschlandranking platziert ist.
Stadtschülersprecher Georg Heyn.
Foto: LSR Sachsen
Gerade für junge Lehrer ist kaum etwas in Sachsen zu holen. Obwohl sich beispielsweise 1.600 Referendare zum neuen Schuljahr beworben haben, wurden nur 655 davon neu eingestellt. Andere Bundesländer reißen sich um diese gut ausgebildeten Kräfte. Eine junge Lehrerin meiner Schule wurde zum Beispiel vom Land Niedersachsen abgeworben. Nicht nur, dass dort die Bezahlung besser ist – auch um ein Kitaplatz für das Kind, eine Wohnung und einen Arbeitsplatz für den Mann kümmerte sich die neue Schule. Es muss sich definitiv im kommenden Jahr intensiv mit einer langfristigen und nachhaltigen Lösung für den Lehrermangel bemüht werden. Das Geld im Freistaat ist schließlich vorhanden …
Doch nicht nur der Lehrermangel prägte das Jahr 2012. Auch das Lieblingsprojekt des kleinen Koalitionspartners FDP, die Oberschule, ließen Emotionen an den Schulen hochkochen. Es geht um die Umstrukturierung der Mittelschule zur Oberschule. Der Ansatz ist gut: stärkere Fremdsprachenausbildung an Mittelschulen durch Einführung einer zweiten Fremdsprache, Verbesserung der Chancen für den Aufstieg ans Gymnasium sowie stärkere individuelle Förderung durch Leistungsgruppen klingen vielversprechend.
Doch wie möchte man dieses Projekt angehen, wo doch die Lehrerressourcen an den Schulen jetzt schon knapp sind, vor allem in den Fremdsprachen? Außerdem ist der Sinn einer Binnendifferenzierung schon in der Orientierungsstufe (Klasse 5/6) mehr als fraglich, denn schließlich haben die jungen Schülerinnen und Schüler die Chance verdient, sich wirklich zu „orientieren“, Schwächen und Stärken zu erkennen und an sich zu arbeiten. Gemeinsam können Leistungsstarke und Leistungsschwache immens voneinander profitieren. Die Umbenennung ist eigentlich die größte Änderung, welche die Reform mit sich bringen wird. Wir werden gespannt sein, was sich im kommenden Schuljahr für jene Schulen ändern wird.
In diesem Schuljahr haben auf jeden Fall schon die schleppende Umsetzung der Lernmittelfreiheit und auch die Schließung vieler Turnhallen auf Grund ihres schlechten Sanierungsstandards für viel Unmut gesorgt. Der Schulträger ist einfach finanziell und auch organisatorisch überfordert. Man spart immer noch gezwungenermaßen das Bildungssystem kaputt. Kommunen und Freistaat sind sich immer noch nicht genau im Klaren, wer wie viel dazu beizutragen hat.
Es wird Zeit, dass sich nachhaltig etwas ändert. Man muss begreifen, dass Bildung das höchste Gut unserer Gesellschaft ist. In ihr liegt der Grundstein der Zukunft eines jeden Einzelnen. Aus diesem Grund ist mein größter Wunsch für das kommende Jahr, dass man einmal auf die Schülerinnen und Schüler hört und sich in Bewegung setzt, um die vielfältigen Missstände im Bildungsbereich zu beheben.
Ich werde definitiv versuchen, mein Bestes dazu beizutragen. Aber nun ist erst einmal Weihnachten – Zeit für Ruhe und Besinnlichkeit, auch für mich. Ich wünsche Ihnen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Mögen sich all Ihre guten Vorsätze erfüllen.
Mit einer Städtebaulichen Vereinbarung zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt Leipzig sollen die nächsten Schritte zur Umwandlung des alten Plagwitzer Güterbahnhofsgeländes in einen Gleis-Grünzug, den Bürgerbahnhof Plagwitz, vereinbart werden. Oberbürgermeister Burkhard Jung will die entsprechende Vorlage im September dem Stadtrat vorlegen, teilt die Stadtverwaltung mit. mehr…
Man kann es positiv formulieren. Etwa so: "Quote der Schulabgänger mit allgemeiner Hochschulreife in Dresden und Leipzig am höchsten". Man kann es auch vom anderen Ende her betrachten: Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss in Leipzig, Chemnitz und Nordsachsen am höchsten. Das Landesamt für Statistik hat am Mittwoch, 19. Juni, die erste Variante gewählt. mehr…
Das Studentenwerk Leipzig, sozialer Dienstleister für die Studierenden aller Leipziger Hochschulen, weitet seine Unterstützung für Studierende in besonderen Lebenslagen aus. Unweit des Stadtzentrums baut das Studentenwerk ein ehemaliges Lehrgebäude der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in ein „Center for Social Services“ um. mehr…
Am Mittwoch, 19. Juni, hielt Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich die erwartete Regierungserklärung zum Hochwasser. „Das Hochwasser hat aber auch deutlich gezeigt, dass Sachsen aus der Flut im Jahr 2002 gelernt hat und vieles viel besser funktioniert hat", sagte er. Aber auch: Der Kampf mit den Naturgewalten lehre Demut und mache deutlich, dass es keinen absoluten Schutz gebe. Aber lernt er was draus? - Die Opposition zweifelte in ihren Rede-Beiträgen unüberhörbar deutlich. mehr…
Zum zehnten Mal seit 1995 begeht die Stadt Leipzig vom 23. Juni bis zum 30. Juni die Jüdische Woche. Erstmals wird sie als „Jüdische Woche International“ aktuelle Begegnungen mit jüdischem Leben, jüdischer Kultur und jüdischen Künstlern der Partnerstädte Leipzigs Brünn, Krakau, Lyon, Kiew, Herzliya und Thessaloniki ermöglichen. mehr…
Der Marketing-Club Leipzig e.V. (MCL) zog auf seiner Jahreshauptversammlung am Dienstag, 18. Juni, positive Bilanz. Präsident und Vizepräsidenten wurden bei den Neuwahlen in ihrem Amt bestätigt und einstimmig für weitere zwei Jahre wiedergewählt. Ergänzt wird das Führungsgremium durch drei neue Beiräte. mehr…
Am Mittwoch, 19. Juni, debattierte der Sächsische Landtag zu den Hochwasserfolgen im Freistaat. Eigentlich hat die Flut kein Umdenken bewirkt. Die regierende Koalition von CDU und FDP findet die Errungenschaften bei Deichen und Technischen Anlagen vorbildlich. Dass der rein auf technische Bauten fixierte Aufwand Kritik findet, hat nicht nur in Leipzig zu einigen irrationalen Reaktionen geführt. mehr…
Für Dienstag, den 2. Juli von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr laden die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters und der Arbeitsagentur Leipzig, Bärbel Hutschenreiter und Annette Denkert, interessierte Frauen und Männer ins Café Yellow im Haus Steinstraße 18 zu einer offenen Gesprächsrunde rund um den beruflichen Wiedereinstieg ein. mehr…
Wer kennt sie nicht, die wohl leidenschaftlichste und und gleichzeitig traurigste Liebesromanze der Weltliteratur? Ein alter Streit zwischen den Häusern Capulet und Montague ist Ausgangspunkt dieser Geschichte. Provoziert durch Tybalt lodert der Familienzwist aufs neue auf und ruft Prinz Escalus von Verona auf den Plan. Er verlangt unter Androhung der Todesstrafe ein Ende der Fehde zwischen den beiden Familien. mehr…
Am Sonntag, 23. Juni, lädt das Museum für Druckkunst Leipzig um 12 und 15 Uhr zu einem Vortrag mit anschließendem Künstlergespräch. Der Gernsheimer Künstler und Lithograf Mario Derra ist zu Gast im Museum und stellt seinen noch bis 30. Juni im Museum ausgestellten 21-teiligen Holzschnitt-Zyklus „Peter Schöffer und die Entfaltung der beweglichen Lettern“ (2003-2010) vor. mehr…
Die BUND Regionalgruppe Leipzig und das Kontaktbüro “Wolfsregion Lausitz” laden am 24. Juni um 18:00 Uhr zu einem bilderreichen Vortrag zum Thema „Wölfe in der Lausitz“ in das Café des Hauses der Demokratie Leipzig ein. Vor über 100 Jahren, am 27. Februar 1904, wurde der letzte freilebende Wolf Deutschlands in der Lausitz erschossen. Furcht, Nahrungskonkurrenz und Dämonisierung sorgten dafür, dass diese faszinierenden Räuber in Deutschland bis zur völligen Ausrottung gejagt wurden. mehr…
Der Vorentwurf des Bebauungsplanes für ein rund 55 Hektar großes Gebiet in Lützschena-Stahmeln zwischen der Bundesstraße 6 im Norden und der Halleschen Straße im Süden ist zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung freigegeben. Das Areal soll als Gewerbegebiet entwickelt werden. Die genaueren Modalitäten der Öffentlichkeitsbeteiligung werden gesondert bekannt gemacht. mehr…
Nicht nur FES-Umfragen zeigen, dass immer mehr Wahlbürger dem Politik-Betrieb in Deutschland misstrauen. Demokratie ist was Feines - aber was wird aus ihr, wenn ihre entscheidenden Vertreter die komplexen Zusammenhänge der Gegenwart nicht mehr begreifen? Wenn sie alte Erfolgsrezepte immer wieder neu aufwärmen, weil ihnen vor der Komplexität der Welt graust? - Nö, wir nennen an dieser Stelle keine Namen. Aber ein Thema: das Klima. mehr…
Der Stadtelternrat Leipzig, SER, kämpft dafür, das endlich mit ehrlichen Zahlen in unserem Bildungssystem gearbeitet wird. Aus diesem Grund kritisieren wir die Lobeshymnen auf die heute veröffentlichten Zahlen zu Neueinstellungen von Lehrkräften. Wenn nur wenig mehr neue Lehrer eingestellt werden als ausscheiden wird sich die Situation nicht verbessern auch weil man bedenken muss, dass es im nächsten Jahr über 4000 Schüler mehr gibt im Freistaat und der Bedarf an spezieller Förderung in allen Schularten deutlich ansteigt. mehr…
Der Gerichtssaal ist übervoll. Alle 30 Besucherstühle, die sich gegenüber der Richterbank aufreihen, sind belegt. Als ein paar Minuten nach Eröffnung ein weiterer Mann den Saal betritt, schiebt die Rechtspflegerin den letzten freien Stuhl hinter der Richterbank vor. Es geht um zwei kleine Wohnungen an diesem Morgen im Amtsgericht Leipzig. Die eine ist 37 Quadratmeter groß, die andere 54. Das Verkehrswertgutachten setzt 10.000 Euro für die kleine - im Hausplan als Wohnung Nummer drei erfasst - an, für die größere - Nummer vier – setzt es 34.000 Euro an. mehr…
- Schaltung: eine Woche vorher, 3 Tage nachher
- Termine Stadtrat 2013 am 23.01., 20.02., 20.03., 17.04., 15.05., 19.06., 10.07., 18.09., 16.10., 21.11., 11.12.
- Positionierung: in ungeraden Monaten: Die Linke oben, Die Grünen unten