„Gehe nicht über Los!“ von der Stimme aus dem Off: Radioballett zum Erhalt freier Radios
Redaktion
18.11.2009

Radioballett.
Beauftragt man Freund Google mit der Suche nach dem Wörtchen „Radioballett“, so hat man auch die Möglichkeit, bei der „Sprachnudel – Wörterbuch der Jetztsprache“ zu landen. Aber was ist die Erklärung für diese ungewöhnliche Form des Gesellschaftstanzes?
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„Radioballett nennt man eine Radioshow, wo sich der Moderator und die Gäste ungelenk verbiegen. Der Begriff ist in Anlehnung an das Fernsehballett gemeint.“
Auch eine Art, dieses Phänomen zu deuten. Ein anderer Versuch könnte ähnlich wie dieser aussehen: Radioballett sind Menschen, die sich anlässlich einer bestimmten Radiosendung irgendwo in der Landschaft treffen. Moderator im Studio gibt Anweisungen – Menschen in Landschaft führen aus. So gesehen schon im Leipziger Hauptbahnhof, im Sterncenter Potsdam oder in der Hamburger Innenstadt. Thema ist meist irgendeine Art von Protest. In Brandenburg zum Beispiel ging es einst um den Kommerz in der Vorweihnachtszeit.

Radio blau lädt ein zum Radioballett.
Foto: Radio blau
Am nächsten Sonnabend, 21. November, steht ein weiteres Radioballett in Leipzig auf dem Plan. Wieder einmal verbergen sich dahinter die Bürgerfunker von Radio blau. Hier wird es um Protestkultur in eigener Sache gehen. Thema: „Irritation im öffentlichen Raum - Radioballett für den Erhalt der freien Radios in Sachsen.“
Durchgeführt wird die Performance am 21. November von 13.00 bis 14.00 Uhr. „Bringt euren Ghettoblaster mit - aber auch kleine Radios mit Kopfhörern - und folgt den Anweisungen aus dem Radio Blau Studio, d.h der Frequenz 99,2 MHz“, heißt es dazu aus der Radiozentrale in der Paul-Gruner-Straße 62.
Ziel der Aktion laut Radioaktivisten: „Aufmerksamkeit in Leipzig und Dresden zu schaffen für den Erhalt einer demokratischen Meinungs- und Medienkultur.“ Die Landeshauptstadt ist mit erwähnt, weil zur selben Zeit ein Radioballett im Elbestädtchen vorgesehen ist. Es kann lustig werden, solch ein Radioballett, vor allem wenn viele sich beteiligen. Spannend wird es auf jeden Fall, immerhin könnte es auch das letzte sein.
Mehr Informationen:
http://radio.fueralle.org
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