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Der MDR und seine Sparpläne: Programminhalte möglichst schonen, es wird diskutiert

Bernd Reiher
Dirk Thärichen.
Dirk Thärichen.
Foto: MDR
15 Prozent, das ist kein Pappenstiel, vor allem, wenn eine solche Summe bei den Einnahmen fehlt. Beim MDR scheint dieser Fall in den nächsten Jahren einzutreten. Bis zu 15 Prozent weniger Einnahmen aus Gebühren, so die Prognose, seien hier in den nächsten Jahren zu erwarten.

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Gründe: Abwanderung, Verweigerer und amtliche Befreiung von der Rundfunkgebühr. Der MDR muss sparen, das ist ein Lied, das wir in den nächsten Jahren wohl noch öfter und lauter hören werden. Wie es klingen könnte, dafür dürfte die Programmreform von MDR Sputnik ein erster Vorbote gewesen sein. Schon hier hieß es im Refrain: wenn alle sparen müssen, dann hat auch der teure Jugendfunk seinen Anteil zu leisten.

Traurig, aber wahr. Ergebnis: Das bis vor kurzem wohl durchdachte Sputnik-Tagesprogramm scheint jetzt weitgehend durch „Musikcode“-Gewinnspiele ersetzt. Interessant an der ganzen Sache ist aber auch der Umkehrschluss: Wenn Sputnik einer von den Kürzungs-Kandidaten ist – welche Sparmaßnahmen sind dann für die anderen MDR-Hörfunkwellen vorgesehen?

Am 14. September haben wir diese Problematik in Frageform gepackt und sie der MDR-Pressestelle in Leipzig in den Mail-Posteingang kopiert. Konkrete Fragen dabei: Wenn alle sparen müssen, wie sieht das für Jump, Figaro, Info und MDR 1 Radio Sachsen aus? Und: welche Etats haben diese Wellen eigentlich?

Die MDR-Zentrale bei Nacht.
Die MDR-Zentrale bei Nacht.
Foto: Bernd Reiher

Die Antwort kam am 21. September aus dem Chefzimmer der MDR-Kommunikationsabteilung. Dirk Thärichen zunächst zur Frage nach den jeweiligen Etats: „Alle vom MDR veröffentlichten Zahlen zu den Programmen entnehmen Sie bitte dem jüngsten Geschäftsbericht, welchen Sie unter folgendem Link nachlesen können: mdr.de/unternehmen/6543343.html.“ Ein 70-seitiges Papier, das viele Hinweise birgt - eine direkte Antwort auf unsere Frage fand sich darin aber nicht.

Ähnlich konkret seine Antwort auf die Fragen nach den Sparplänen für die einzelnen Wellen. Thärichen: „Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sparen muss, ist allgemein bekannt. Und so etwas geht natürlich auch nicht am Hörfunk vorbei. Wir befinden uns inmitten der Spardiskussion und versuchen, die unumgänglichen Einsparungen so zu gestalten, dass die Programminhalte möglichst nicht betroffen sind. Die Devise lautet: So wenig wie möglich Programm gefährden und prüfen, wie gegebenenfalls effizienter produziert werden kann. Bevor wir diesen Prozess nicht abgeschlossen haben, kann ich Ihnen leider nicht detaillierter antworten.“

Mehr kam von ihm nicht. Auch kein Hinweis, wann mit den Zahlen zu rechnen ist. Den holten wir uns im Nachgang aus der Pressestelle, als wir dort erneut vorstellig wurden, weil trotz Thärichens Bemühungen wesentliche Teile unserer Fragen immer noch unbeantwortet waren.

MDR-Sprecher Dirk Thärichen.
MDR-Sprecher Dirk Thärichen.
Foto: MDR

Alles derzeit im Fluss, hieß es schließlich auch von dort. Konkrete Zahlen zu eventuellen Sparzielen für die einzelnen Wellen seien derzeit nur schwer zu liefern, weil es die noch nicht gäbe. Man fahre auf Sicht. In vier Wochen wisse man vielleicht mehr.

Außer Diskussionen also scheinbar noch nichts Konkretes in Sachen Sparplan beim MDR-Hörfunk. Erstaunlich aber sind zwei Dinge an dieser Sache: Wenn tatsächlich noch keine Sparziele ausgemacht sind – warum wurde schon bei der Sputnikreform mit dem Sparzwang argumentiert? Und: warum auch im Herbst 2010 noch so planlos, obwohl der Intendant schon lange vor dem Gebührenknick warnt?

Wie wir wissen, wir wissen es nicht. Aber wir merken wieder: Der MDR bleibt sich treu – die mitteldeutschen Gebührenfunker sind immer für eine Überraschung gut. Trotz allem Sparwahn dürfte 2011 kräftig gefeiert werden. Das zwanzigste Jahr der Wiedergeburt des Mitteldeutschen Rundfunks könnte in vielerlei Hinsicht ein sehr spannendes werden.

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