Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche




Tagesübersicht Leipziger Internet Zeitung
Alle Nachrichten von: heute | gestern | vorgestern

Bernd Hilder wird nicht MDR-Intendant + Stimmen zum Wahlausgang

Michael Freitag & Matthias Weidemann
Das MDR-Gelände im Leipziger Südosten.
Das MDR-Gelände im Leipziger Südosten.
Foto: Matthias Weidemann (Archiv)
Das war es also mit der reichlich dubiosen Bewerbung des LVZ-Chefredakteurs Bernd Hilder um den Posten des MDR-Intendanten. Bereits im ersten Wahlgang war heute im MDR-Rundfunkrat Schluss. Gerade einmal 12 Ja-Stimmen konnte Hilder heute auf sich vereinigen, bei 43 Mitgliedern ein klares Ergebnis. Denn 29 Rundfunkräte hielten offenbar wenig von diesem Kandidaten und stimmten mit Nein.

Anzeige

Bereits vor diesem Ergebnis war es zu einer weiteren Überraschung gekommen. Statt, wie vorgeschlagen, quasi so lange zu wählen, bis es irgendwie zu einem Ergebnis kommt, welches im postiven Fall für Bernd Hilder eine Mehrheit von 2/3 der Stimmen im Rat bedurft hätte, beschloss man zum Beginn nur einen einzigen Wahlgang durchzuführen.

Und dieser ist klar gegen den LVZ-Chefredakteur ausgefallen. Und irgendwie war es auch zu erwarten gewesen. Nach Angaben einer Sprecherin des MDR ist Bernd Hilder bei der Wahl zum Intendanten des Mitteldeutschen Rundfunks deutlich gescheitert. Diese bestätigte nochmals gegenüber L-IZ.de, dass sich 29 der insgesamt 41 anwesenden Rundfunkräte (zwei fehlten) gegen den Chef der Leipziger Volkszeitung ausgesprochen haben. Um den Chefsessel des Senders zu erklimmen, hätte Bernd Hilder 28 Ja-Stimmen benötigt.

Der MDR-Verwaltungsrat hat also nun erneut die Aufgabe vor sich, einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu finden, welcher oder welche den Rundfunkrat mehr überzeugt, als es dieser offenbar tat. Man will noch heute in einer Sondersitzung die ersten Schritte dazu beraten. Diese Sitzung hatte (L-IZ.de berichtete) der Vorsitzende des Gremiums, Dr. Gerd Schuchardt bereits für den Fall eines negativen Votums angekündigtermaßen vorbereitet.

Angesichts des Zeitdrucks unter dem man steht, da der Posten eigentlich bis zum 1. Oktober besetzt sein muss, ist das Ergebnis ein Debakel für alle Seiten. Vor allem für den MDR-Verwaltungsrat, der Hilder erst nach vier Wahlgängen quasi durchgewunken hatte. Dabei hatte er sich nach heftigem Gerangel im Wahlgremium gegen die stellvertretende MDR-Intendantin Karola Wille und den stellvertretenden WDR-Fernsehdirektor Helfried Spitra durchgesetzt. Es gilt als offenes Geheimnis, dass Hilder von Seiten der Staatskanzlei in Dresden als Kandidat favorisiert und protegiert wurde.

Im Vorfeld der Wahl war von verschiedenen Seiten, darunter vom MDR-Personalrat sowie von einigen Rundfunkräten, die Qualifikation Hilders in Zweifel gezogen und öffentlich Kritik an der fehlenden Staatsferne des Kandidaten geübt worden. Die Wahl war nötig geworden, weil der amtierende MDR-Intendant Prof. Dr. Udo Reiter angekündigt hatte, sein Amt vorzeitig niederzulegen.

Erste Stimmen zum Wahlausgang: B90/Die Grünen Sachsen

Das der ganze Vorgang auch eine politische Komponente hat, kann man aus der Meldung der Sächsischen B90/Grünen-Fraktion heraushören. So erklärte Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, medienpolitischer Sprecher und parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion im Sächsischen Landtag zur gescheiterten Wahl von Bernd Hilder:

„Herr Hilder sollte offenkundig durch Staatsminister Johannes Beermann (CDU) und die Sachsen-CDU ins Amt gehievt werden. Wäre jetzt schon der Intendantenwechsel durch parteipolitischen Einfluss bestimmt worden, hätte dies für die weitere Entwicklung des MDR und seines Programms einen verfassungsrechtlich bedenklichen Verlust an Staatsferne bedeuten können. Die große Mehrheit der Rundfunkräte hat nun demonstriert, was sie von einer solchen Einflussnahme halten."

Dem Staatssekretär Beermann im Besonderen unterstellt Gerstenberg dabei ein „Bulldozer-Vorgehen“, welches „einen Scherbenhaufen hinterlassen“ hätte. So solle er „ … eine Lehre aus dieser Wendung ziehen und künftig die Finger vom MDR lassen."

Anschließend drückte Dr. Gerstenberg seine Hoffnung für den weiteren Verlauf aus. So bestehe nun die Chance einen unabhängigen Kandidaten oder eine Kandidatin zur Wahl vorzuschlagen. „Aber gleich, wer den MDR in Zukunft führen wird, es warten einige Herausforderungen. Über eine lückenlose Aufklärung der aktuellen Skandale hinaus, sind strukturelle Verbesserungen und ein funktionierendes Controlling notwendig, um abwegige Finanzströme oder ein möglicherweise fest installiertes Bestechungssystem von Grund auf zu verhindern“, so Gerstenberg unmittelbar nach der heutigen Nicht-Wahl des LVZ-Chefredakteurs.

Nach dieser hat der MDR-Verwaltungsrat nun erneut einen Monat Zeit, um neue Bewerber zu berücksichtigen. Nach dem Wunsch der Grünen in Sachsen, jemand, der eine Veränderung in der Programmstruktur als geboten ansieht. So würde das Programm „der Vielfalt der Weltanschauungen und Lebensentwürfe in der Bevölkerung der drei MDR-Länder … gegenwärtig kaum gerecht; viele gesellschaftliche Themen finden im MDR nicht statt."

Erste Stimmen zum Wahlausgang: Die Linke Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Die Linke hingegen meldet sich heute gleich mit drei Personen sozusagen länderübergreifend zu Wort. Und so formulieren die Vorsitzenden der Fraktionen Die Linke in den Landtagen von Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, Dr. André Hahn, Bodo Ramelow und Wulf GallertHahn unisono: "Das Scheitern von Bernd Hilder bei der MDR-Intendantenwahl hat einen unwürdigen Postenschacher beendet. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit gegen den Vorschlag ist eine deutliche Aussage. Beschädigt wurde dabei zum einen der Kandidat Bernd Hilder. Die Ohrfeige galt jedoch offenbar vor allem der Sächsischen Staatskanzlei und ihrer massiven politischen Einflussnahme auf die Intendantenwahl."

Etwas Positives können die drei Fraktionsvorsitzenden dem Ausgang des heutigen Wahlablaufes jedoch abgewinnen: "Dass diese letztlich keinen Erfolg hatte, ist Ausdruck einer größer gewordenen politischen Unabhängigkeit des Rundfunkrates, die positiv zu bewerten ist."

Auch von Seiten der Linken schaut man bereits weniges Stunden nach den Vorgängen in der heutigen Sitzung des Rundfunkrates in die Zukunft und fordert strukturelle Veränderungen bei der öffentlich-rechtlichen Dreiländeranstalt. So hält es Die Linke "... dringend für erforderlich, den MDR-Staatsvertrag dahingehend zu ändern, dass die Neuwahl der Intendanz künftig öffentlich ausgeschrieben wird und der Rundfunkrat die Chance hat, sich zwischen drei oder auch mehr geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten in geheimer Wahl frei zu entscheiden. Dies würde die Akzeptanz der oder des Gewählten und damit nicht zuletzt auch das Amt des Intendanten stärken. Gleiches sollte auch für andere Führungsfunktionen innerhalb der Anstalt gelten."

VGWortLIZ


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks




Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Am 23. Mai: Podiumsdiskussion „Todesfalle Syrien – Aufstand der Hilflosen“ und Ausstellungseröffnung „Syrien 1986“

Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…

Ausschreiben, so lange das Geld reicht: Schienenpersonennahverkehr mitten in der Vergabespitze

Nahverkehrszug im Leipziger Schienennetz.
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…

Filmpremiere in der Schaubühne am 24. Mai: „Aber das Leben geht weiter“

Karin Kaper mit Mutter und Tante.
Am Donnerstag, dem 24. Mai, 19:00 Uhr begrüßt die Schaubühne zur Filmpremiere von "Aber das Leben geht weiter" die Regisseurin Karin Kaper. In ihrem Dokumentarfilm setzen drei polnische und drei deutsche Frauen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, bewusst persönlich zum Thema „Flucht und Vertreibung“ ein Zeichen der Annäherung. mehr…

Verhandlungen zum sächsischen Finanzausgleich: Ein paar Bonbons für alle

Ein paar Bonbons für die sächsischen Kommunen.
Am Ende hat wieder der Finanzminister gewonnen. Nicht nur den anderen Ministern gegenüber hat Georg Unland (CDU) den längeren Hebel in der Hand und kann die Richtung per Finanzzuweisung dirigieren, auch gegenüber Städten, Gemeinden und Landkreisen in Sachsen gibt er die Richtung vor. Und so hieß es am Freitag, 18. Mai, wieder einmal im Unland-Stil: „Wir sorgen vor!“ mehr…

Gemeinsam etwas bewegen: Freiwilligenagentur lädt zum 1. Ehrenamtscafé im Leipziger Zentrum ein

Die Freiwilligen-Agentur Leipzig lädt am Dienstag, 22. Mai, Bürgerinnen und Bürger, die sich für ein Ehrenamt interessieren, herzlich zum Ehrenamtscafé in ihre Räumlichkeiten am Dorotheenplatz 2 ein. Von 16:00 bis 18:00 Uhr stellen fünf gemeinnützige Einrichtungen ihre ehrenamtlichen Angebote vor: Bürgerverein Kolonnadenviertel e. V., Durchblick e. V., Bürgerverein Waldstraßenviertel e. V., Jugendpresse e. V. und Caritasverband Leipzig e. V. mehr…

Anmeldung bis 21. Mai möglich: Industrieseminar Elektromagnetische Verträglichkeit an der HfTL

Industrieseminar Elektromagnetische Verträglichkeit.
Am 6. Juni 2012 lädt die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) gemeinsam mit der Firma Würth Elektronik zu einem Industrieseminar in die Hochschule ein. Von 09:00 bis 15:00 Uhr werden in diesem praxisnahen Seminar Themen der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) diskutiert. mehr…

Adolf Südknecht am 24. Mai im Horns Erben: Seifenoper-Impro-Schau, Kapitel 4

Adolf Südknecht.
Am Donnerstag, 24. Mai, gibt es im Kulturclub „Horns Erben“, Arndtstraße 33, die nächste Show "Adolf Südknecht - The improvised alternative-history-show". Untertitel: Eine Kneipiersfamilie improvisiert die potenzielle Chronik des Südmeilen-Kiezes. Diesmal gibt's Folge 4: „Menschen, Messe, Megastadt!" mehr…

SG LVB vs. Münster 33:26 - Der Spieler des Jahres ist bester Mann

Tommi Sillanpää - der LVBer des Jahres.
Tommi Sillanpää hat die SG LVB am Samstag vor 250 Zuschauern im letzten Saisonspiel zum 33:26 (19:10)-Sieg gegen die TSG Münster geschossen. Im Anschluss wählten ihn Fans, Mannschaft und Trainerteam sogar zum LVB-Spieler des Jahres - eines Jahres, in dem aus blaugelber Sicht vieles passte. mehr…

Stricken darf wieder Kunst sein: Farbenspiel mit verkürzten Reihen

Maschenzauber: Farbenspiel mit verkürzten Reihen.
Zwei links, zwei rechts - wie langweilig! Mit Wolle kann man noch ganz andere Sachen machen. Mit Ruth Kindla hat der Buchverlag für die Frau jetzt eine Autorin ins Programm genommen, die das Stricken mit farbigen Garnen zu einer Kunst entwickelt hat. Ihre Geheimwaffe: verkürzte Reihen. Das Wichtigste, was man zum Funktionieren der verkürzten Reihen wissen muss, ist die Technik der Wendemasche. Rätsel über Rätsel. mehr…

Am 21. und 22. Mai im Lofft: Werkstattbühne „Nachdenken über Christa T.“

In dem ca. 90 minütigen Solo-Programm wird der Roman „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf auf eine Sprecherin und eine Leinwand übertragen. Sprache wird ein Mittel des Bewusstseins, die handelnde Stimme wird ein aktives Medium, dass den Zuschauer verführen will, ihm auf seinem Erkenntnisweg zu folgen. mehr…

Bittenfeld vs. SC DHfK 25:29 - Die stabilste Leistung seit Wochen

Lukas Binder, SC DHfK.
Das vorletzte Saisonspiel endete wieder mit einem Sieg für den SC DHfK. Nach sieben Auswärtsspielen ohne Sieg in Folge gewannen die Grünweißen mit 29:25 (14:11) beim TV Bittenfeld. Die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas bestimmte das Spiel über weite Strecken und lieferte eine stabile Leistung ab. mehr…

Schweinevogel von Schwarwel (156): Aufprall

Täglich gehts voran, man strebt und lebt nach vorn. Vollgas, Sommer wie Winter, keine Zeit zur Besinnung. Schön so eigentlich, bevor man noch auf dumme Gedanken kommt, einfach weiter, weiter, weiter. mehr…

Der Stadtrat tagte: Leipzig unterstützt Kampagne „Alle bleiben“ – NPD-Stadtrat ufert aus

Die Stadt Leipzig wird die Kampagne „Alle bleiben“ unterstützen, so beschloss es der Stadtrat am 16. Mai. Bei dieser Kampagne geht es vor allem um das humanitäre Bleiberecht für langjährig in Deutschland geduldete Roma aus den Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien. Bei solch einem Thema rings um menschliche Schicksale konnte sich der NPD-Stadtrat Klaus Ufer nicht zurückhalten und meldete sich prompt zu einem Redebeitrag (siehe Audio). mehr…

Lok Leipzig: Willi Kronhardt tritt zurück – Geht es nach Halberstadt?

Willi Kronhardt.
Schock bei Lok Leipzig: Nur einen Tag nach dem Aufstieg in die Regionalliga ist Erfolgstrainer Willi Kronhardt von seinem Amt zurückgetreten. In einer Erklärung gab Kronhardt fehlende finanzielle Mittel für die Umsetzung seiner Vision von Fußball an. Außerdem soll auch Germania Halberstadt Interesse am 43-Jährigen haben. mehr…

Rasenballsport als Gast bei der Aufstiegsfeier in Halle

Lindenhahn (li.) gegen Rost.
Schon im Vorjahr gaben die Rasenballer nur das Gastspiel bei der Aufstiegsfeier in Chemnitz, wo ihre Niederlage die Himmelblauen jubeln ließ. Beim Auftritt in Halle hätte wegen der deutlichen Kieler Niederlage, auch ein Sieg der Leipziger den HFC nicht gestoppt. Es blieb beim torlosen, recht durchschnittlichen Spiel. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Aktuelle Dossiers.
Anzeigen.
Leipziger Leselust Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher Leipziger Autoren und Verlage.
Link-Tipps.
Bildblog