Nach der Wahl ist vor der Arbeit: Die politischen Erwartungen an die neue MDR-Intendantin Karola Wille
Ralf Julke
24.10.2011
Karola Wille im Gespräch mit Udo Reiter.
Foto: MDR/Marco Prosch
Es gibt viel zu tun. Am 1. November kann es Karola Wille anpacken. Dann übernimmt sie den Staffelstab beim MDR vom scheidenden Intendanten Udo Reiter. Am Sonntag, 23. September, hat sie im Rundfunkrat die geheime Abstimmung deutlich mit 32 Ja-Stimmen von insgesamt 39 Stimmen für sich entschieden. "Bei Ihnen, liebe Frau Professor Wille, weiß ich die Zukunft unseres Senders in den besten Händen", sagte Udo Reiter zum Glückwunsch.
Anzeige
Prof. Dr. Karola Wille selbst legt die Latte für ihren Amtsantritt hoch. „Zuallererst werde ich den begonnenen Aufklärungsprozess entschieden vorantreiben und die richtigen Konsequenzen daraus ziehen. Dazu gehört auch eine gemeinsame Verantwortungskultur im Sender. Ich will zudem den MDR für das digitale Medienzeitalter programmlich, strukturell und finanziell zukunftsfähig machen. Deshalb werden wir auch stärker jüngeres Publikum ansprechen", sagte sie und ging damit auf ein Problem der Dreiländer-Anstalt ein, das immer wieder kritisiert wurde: die Überalterung der Zuschauerschaft und die fehlenden Angebote für jüngere Jahrgänge.
Gerd Schuchardt, Vorsitzender des Verwaltungsrates, gratuliert Karola Wille.
Foto: MDR/Marco Prosch
Immerhin auch eine Frage der Gebühren, die der Sender kassiert. Wie rechtfertigt man denn Gebührenerhöhungen, wenn man nur einer sehr speziellen Klientel ein Angebot macht?
So sieht es auch der medienpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, Sebastian Gemkow: "Die Rechtfertigung der Gebührenmittelverwendung war für die Gebührenzahler in der vergangenen Zeit nicht immer erkennbar. Insbesondere die um den KiKa und den ehemaligen MDR-Unterhaltungschef bekannt gewordenen Vorgänge haben Vertrauen in den Sender zerstört. Darum müssen alle Sachverhalte restlos aufgeklärt werden. Auch im Interesse aller Mitarbeiter des MDR, die tagtäglich eine gute Arbeit liefern und unter den Vorwürfen leiden."
Auch er erwartet von Karola Wille eine Neuaufstellung des MDR. "Ich erwarte eine zukunftsweisende, transparente und effiziente Struktur des Hauses, die programmlich und verwaltungstechnisch in jeder Hinsicht den Ansprüchen an eine öffentlich-rechtliche Anstalt genügt", sagt er. "Genauso wichtig ist, die notwendigen Kontrollmechanismen einzubauen, um eine Wiederholung solcher Fälle auszuschließen. Jetzt müssen die dafür nötigen funktionsfähigen Strukturen geschaffen werden. Transparenz bedeutet für mich auch, dass das Konglomerat an nicht nachvollziehbaren Beteiligungen des MDR entflochten wird. Insbesondere erwarte ich, dass Geschäfte, die nicht mit dem Grundversorgungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Beziehung stehen, zukünftig unterbleiben."
Die neue MDR-Intendantin Karola Wille mit dem scheidenden Intendanten Udo Reiter.
Foto: MDR/Marco Prosch
Transparenz ist für ihn angesagt: "Hinsichtlich der Entwicklung der Rundfunkgebühren appelliere ich an die neue Intendantin, im Interesse der Gebührenzahler unter Anspannung aller Kräfte, sparsam und effizient zu wirtschaften. Ein weiteres Anwachsen der Rundfunkgebühr muss vermieden werden. Das ist auch Voraussetzung für die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Allgemeinen.“
Eine Verjüngung des Senderangebotes wünscht sich auch Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, medienpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im sächsischen Landtag: "Wir Grüne begrüßen es ganz besonders, wenn die neue Intendantin den MDR für jüngere Menschen attraktiver machen und in die digitale Zukunft führen will. Die einseitige Quotenfixierung des MDR-Programms sehe ich kritisch. Ein öffentlich-rechtliches Programm muss der Vielfalt der gesellschaftlichen Themen, Weltanschauungen und Lebensentwürfe der Bevölkerung der drei MDR-Länder gerecht werden."
Die erklärte Aufklärerin im Amt begrüßt er: "Der MDR muss zudem aus den Finanzskandalen lernen und sich endlich aus seiner Schieflage befreien. Über eine lückenlose Aufklärung der Machenschaften hinaus sind strukturelle Verbesserungen, mehr Transparenz und ein funktionierendes Controlling notwendig, damit verdeckte Finanzströme gar nicht erst entstehen können."
Und die Jugend selbst ist nun auch gespannt. Gleich nach der Wahl meldete sich Timo Bucksch, Landesvorsitzender der Jusos, zu Wort: "Wir sind gespannt, welche Veränderungen den MDR zukünftig erwarten. Mit der Wahl Willes wurde nun ein Zeichen für eine grundlegendere Staatsferne des Senders gelegt, der immer wieder als CDU-nah wahrgenommen wird. Dies kann jedoch nicht reichen: Wir Jusos fordern, dass die Gremien im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zukünftig mit mindestens einem Drittel durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besetzt werden, die durch die gesamte Belegschaft gewählt werden müssen.“
Darüber hinaus erwarten die Jusos Veränderungen in der Programmstruktur: "Es kann und darf nicht sein, dass das Image des MDR hauptsächlich durch Volksmusik und Ostalgie-Sendungen geprägt ist. Für junge Leute erscheint das Programm nur antiquiert und nicht attraktiv. Wo ist zum Beispiel wie beim RBB oder dem NDR der junge Radiosender für das gesamte Sendegebiet? Warum wird Sputnik nur in Sachsen-Anhalt ausgestrahlt? Warum wurde die Zielgruppe von MDR Jump auf ältere Hörerinnen und Hörer ausgerichtet? Wo sind Sendungen im Fernsehprogramm, die sich mit der Lebenswirklichkeit junger Menschen auseinandersetzen? Hier bedarf es grundlegender Veränderungen, um die Akzeptanz des MDR bei jungen Leuten zu steigern.“
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…
Am Donnerstag, dem 24. Mai, 19:00 Uhr begrüßt die Schaubühne zur Filmpremiere von "Aber das Leben geht weiter" die Regisseurin Karin Kaper. In ihrem Dokumentarfilm setzen drei polnische und drei deutsche Frauen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, bewusst persönlich zum Thema „Flucht und Vertreibung“ ein Zeichen der Annäherung. mehr…
Am Ende hat wieder der Finanzminister gewonnen. Nicht nur den anderen Ministern gegenüber hat Georg Unland (CDU) den längeren Hebel in der Hand und kann die Richtung per Finanzzuweisung dirigieren, auch gegenüber Städten, Gemeinden und Landkreisen in Sachsen gibt er die Richtung vor. Und so hieß es am Freitag, 18. Mai, wieder einmal im Unland-Stil: „Wir sorgen vor!“ mehr…
Die Freiwilligen-Agentur Leipzig lädt am Dienstag, 22. Mai, Bürgerinnen und Bürger, die sich für ein Ehrenamt interessieren, herzlich zum Ehrenamtscafé in ihre Räumlichkeiten am Dorotheenplatz 2 ein. Von 16:00 bis 18:00 Uhr stellen fünf gemeinnützige Einrichtungen ihre ehrenamtlichen Angebote vor: Bürgerverein Kolonnadenviertel e. V., Durchblick e. V., Bürgerverein Waldstraßenviertel e. V., Jugendpresse e. V. und Caritasverband Leipzig e. V. mehr…
Am 6. Juni 2012 lädt die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) gemeinsam mit der Firma Würth Elektronik zu einem Industrieseminar in die Hochschule ein. Von 09:00 bis 15:00 Uhr werden in diesem praxisnahen Seminar Themen der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) diskutiert. mehr…
Am Donnerstag, 24. Mai, gibt es im Kulturclub „Horns Erben“, Arndtstraße 33, die nächste Show "Adolf Südknecht - The improvised alternative-history-show". Untertitel: Eine Kneipiersfamilie improvisiert die potenzielle Chronik des Südmeilen-Kiezes. Diesmal gibt's Folge 4: „Menschen, Messe, Megastadt!" mehr…
Tommi Sillanpää hat die SG LVB am Samstag vor 250 Zuschauern im letzten Saisonspiel zum 33:26 (19:10)-Sieg gegen die TSG Münster geschossen. Im Anschluss wählten ihn Fans, Mannschaft und Trainerteam sogar zum LVB-Spieler des Jahres - eines Jahres, in dem aus blaugelber Sicht vieles passte. mehr…
Zwei links, zwei rechts - wie langweilig! Mit Wolle kann man noch ganz andere Sachen machen. Mit Ruth Kindla hat der Buchverlag für die Frau jetzt eine Autorin ins Programm genommen, die das Stricken mit farbigen Garnen zu einer Kunst entwickelt hat. Ihre Geheimwaffe: verkürzte Reihen. Das Wichtigste, was man zum Funktionieren der verkürzten Reihen wissen muss, ist die Technik der Wendemasche. Rätsel über Rätsel. mehr…
In dem ca. 90 minütigen Solo-Programm wird der Roman „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf auf eine Sprecherin und eine Leinwand übertragen. Sprache wird ein Mittel des Bewusstseins, die handelnde Stimme wird ein aktives Medium, dass den Zuschauer verführen will, ihm auf seinem Erkenntnisweg zu folgen. mehr…
Das vorletzte Saisonspiel endete wieder mit einem Sieg für den SC DHfK. Nach sieben Auswärtsspielen ohne Sieg in Folge gewannen die Grünweißen mit 29:25 (14:11) beim TV Bittenfeld. Die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas bestimmte das Spiel über weite Strecken und lieferte eine stabile Leistung ab. mehr…
Täglich gehts voran, man strebt und lebt nach vorn. Vollgas, Sommer wie Winter, keine Zeit zur Besinnung. Schön so eigentlich, bevor man noch auf dumme Gedanken kommt, einfach weiter, weiter, weiter. mehr…
Die Stadt Leipzig wird die Kampagne „Alle bleiben“ unterstützen, so beschloss es der Stadtrat am 16. Mai. Bei dieser Kampagne geht es vor allem um das humanitäre Bleiberecht für langjährig in Deutschland geduldete Roma aus den Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien. Bei solch einem Thema rings um menschliche Schicksale konnte sich der NPD-Stadtrat Klaus Ufer nicht zurückhalten und meldete sich prompt zu einem Redebeitrag (siehe Audio). mehr…
Schock bei Lok Leipzig: Nur einen Tag nach dem Aufstieg in die Regionalliga ist Erfolgstrainer Willi Kronhardt von seinem Amt zurückgetreten. In einer Erklärung gab Kronhardt fehlende finanzielle Mittel für die Umsetzung seiner Vision von Fußball an. Außerdem soll auch Germania Halberstadt Interesse am 43-Jährigen haben. mehr…
Schon im Vorjahr gaben die Rasenballer nur das Gastspiel bei der Aufstiegsfeier in Chemnitz, wo ihre Niederlage die Himmelblauen jubeln ließ. Beim Auftritt in Halle hätte wegen der deutlichen Kieler Niederlage, auch ein Sieg der Leipziger den HFC nicht gestoppt. Es blieb beim torlosen, recht durchschnittlichen Spiel. mehr…