MDR-Führungsteam komplett: Rundfunkrat stimmte in Leipzig den Vorschlägen der Intendantin zu
Redaktion
05.12.2011
Neues MDR-Führungteam komplett – Rundfunkrat bestätigt Vorschläge von Karola Wille.
Foto: Matthias Weidemann
Das neue MDR-Führungsteam um erst vor kurzem ins Amt berufene Intendantin Prof. Dr. Karola Wille ist komplett: Der Rundfunkrat stimmte heute auf seiner Sitzung in Leipzig ihrem Vorschlag zu, Astrid Göbel als neue Verwaltungsdirektorin und Prof. Dr. Jens-Ole Schröder als neuen juristischen Direktor des Senders für jeweils fünf Jahre zu berufen.
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Die Intendantin zeigt so einmal mehr, dass sie gewillt ist, dem Sender ein neues Gesicht zu geben.
Laut MDR verfügt Diplom-Kauffrau Astrid Göbel über langjährige berufliche Erfahrung in der Unternehmensberatung, im Sektor öffentliche Verwaltung. Schwerpunkte ihrer beruflichen Entwicklung waren seit 1990 projektgebundene Beratungsaufgaben im Beteiligungsmanagement, der Organisationsberatung und der Prozessoptimierung für kommunale Einrichtungen und Bundesbehörden. Astrid Göbel ist in unterschiedlichen Managementfunktionen u. a. für die Ernst & Young Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft mbH, die Unisys Deutschland GmbH sowie zuletzt für die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig gewesen. Die Stelle des MDR-Verwaltungsdirektors war seit März 2011 kommissarisch besetzt, nachdem der vorherige Amtsinhaber Holger Tanhäuser im Zusammenhang mit der KIKA-Affäre zurückgetreten war. Die neu berufene Verwaltungsdirektorin Astrid Göbel tritt ihr Amt zum 1. Februar 2012 an.
Der Volljurist Dr. Jens-Ole Schröder, 2008 zum Honorarprofessor berufen, war bis 1998 als Rechtsanwalt für eine überörtliche Sozietät in deren Dresdner Niederlassung und danach als Büroleiter des Dresdner Regierungspräsidenten tätig, bevor er verschiedene Managementaufgaben im parlamentarischen Geschäft des Sächsischen Landtages beziehungsweise der Sächsischen Staatskanzlei erfüllte. Medienrechtlich und -wissenschaftlich besonders geprägt hat ihn die Tätigkeit im Schnittstellenmanagement zwischen Wissenschaft, Hochschule, Kultur und Medien und als Referatsleiter in der Sächsischen Staatskanzlei. Während dieser Abschnitte war er unter anderem mit Rundfunkänderungs-Staatsverträgen, der Finanzanlagepolitik des MDR und den Bemühungen der Rundfunkanstalt zur Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit einzelner Mitarbeiter befasst.
Prof. Dr. Jens-Ole Schröder ist neuer juristischer Direktor des Senders.
Derzeit arbeitet Prof. Dr. Schröder im Range eines Ministerialrats als Chef des Leitungsstabes im Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Das Amt des Juristischen Direktors des MDR tritt er am 1. Januar 2012 an. Er folgt dabei auf die jetzige Intendantin Prof. Karola Wille, die bis 31. Oktober 2011 das Amt inne hatte. "Ich freue mich über das Votum des Rundfunkrats für meine Personalvorschläge und sehe darin auch einen erneuten Beweis des Vertrauens in meinen Kurs", erklärte die Intendantin. "Jetzt ist das Führungsteam an der Spitze des Senders komplett und wir können den eingeschlagenen Weg, den MDR fit für die Zukunft zu machen, fortsetzen", betonte Karola Wille.
Rundfunkratsvorsitzender Johannes Jenichen ist überzeugt, dass nunmehr alle personellen Voraussetzungen geschaffen sind, um den MDR wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen. "Als Rundfunkrat bestärken wir die Intendantin und ihr Führungsteam in dem Ziel, alles dafür zu tun, dass der MDR auch weiterhin die glaubwürdige mediale Stimme aus den und für die drei mitteldeutschen Länder ist", so Jenichen.
Wille bestimmte Hörfunkdirektor Johann Michael Möller zu ihrem Stellvertreter.
Zu Beginn der Sitzung hatte Intendantin Karola Wille das Gremium über die ersten Arbeitsergebnisse der temporären Stabsstelle in der Intendanz informiert, die die Aktivitäten zur Aufklärung noch offener Fragen aus dem Bericht der Untersuchungskommission steuern und Maßnahmen zur Verbesserung des Kontrollsystems im MDR koordinieren soll. Die Stabsstelle habe in einem ersten Schritt Handlungsfelder für den MDR herausgearbeitet. Sie beträfen sowohl Regelungs- und Vollzugsdefizite, also auch die Aufbau- und Ablauforganisation im MDR.
Prof. Wille informierte den Rundfunkrat in ihrem Bericht weiterhin über von ihr getroffene Personal- und Strukturentscheidungen. So habe sie Hörfunkdirektor Johann Michael Möller zu ihrem Vertreter bestimmt. Im Zusammenhang mit der jüngsten Tagung der ARD-Intendanten ging Karola Wille auch auf die dort mit Bedauern diskutierte Ankündigung des ZDF, die Kooperation mit der ARD bei den vormittäglichen Nachrichtensendungen ab 2012 aufzukündigen. Der MDR-Rundfunkrat spricht sich dafür aus, die seit Jahren von ARD und ZDF praktizierte erfolgreiche Zusammenarbeit beim Vormittagsprogramm fortzusetzen.
Im weiteren Verlauf der Sitzung genehmigte der MDR-Rundfunkrat den MDR-Wirtschaftsplan für 2012, das letzte Jahr der laufenden Gebührenperiode. Er wurde erstmals nach einem neuen Verfahren erarbeitet, in dem Anregungen des Rundfunkrates bereits frühzeitig berücksichtigt wurden. Der Wirtschaftsplan 2012 sieht Gesamterträge in Höhe von 657,1 Millionen Euro vor, denen Gesamtaufwendungen in Höhe von 675,9 Millionen Euro gegenüberstehen. Das Defizit in Höhe von knapp 19 Millionen Euro wird ertragsseitig im Wesentlichen durch sinkende Einnahmen aus Teilnehmergebühren aufgrund der anhaltenden Abwanderungen aus dem Sendegebiet des MDR verursacht.
Darüber hinaus ist das Jahr 2012 ein besonderes Sportjahr, so dass dem MDR höhere Aufwendungen durch die Berichterstattung von solchen Großereignissen wie der Fußball-EM in Polen und der Ukraine und den Olympischen Sommerspielen in London entstehen. Der prognostizierte Fehlbetrag soll vollständig aus den vorhandenen Gewinnrücklagen gedeckt werden.
Am Ende der Sitzung des MDR-Rundfunkrates übergab der Vorsitzende Johannes Jenichen den Staffelstab des Gremienvorsitzes an Horst Saage, der sein Amt am Mittwoch offiziell antreten wird.
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