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Was flimmert im nächsten Jahr beim MDR: Mehr Region, Inka Bause am Sonntag, Jugendliches in Arbeit

Matthias Weidemann
Elke Lüdecke und Werner Dieste.
Elke Lüdecke und Werner Dieste.
Foto: Matthias Weidemann
Die neue MDR-Intendantin hatte es bei ihrer Antrittspressekonferenz angekündigt: Das TV-Programm der Dreiländeranstalt soll flotter, jünger, bunter, aktueller und moderner werden. Am Freitag nun war MDR-Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi gemeinsam mit den drei Direktoren der Landesfunkhäuser Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt angetreten, um das neue Programmschema für 2012 vorzustellen.

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Getroffen hatte man sich in Studio 3 in der Mediacity Leipzig. Dort, von wo auch die Talkshow „Riverboat“ ausgestrahlt wird. Ein lockere Runde, in der geplaudert, diskutiert und nach vorn geschaut wurde. Die Atmosphäre war durchaus angenehm und unterschied sich sympathisch von früheren leicht angestaubt wirkenden und einer strengen Regie unterliegenden Pressekonferenzen. Schon ein Hauch der neuen Transparenz, die ja unter der Ägide der neuen Intendantin im Sender Einzug halten soll.

Unterscheiden wolle man sich von anderen TV-Sendern, so Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi selbstbewusst: „Wir können es uns durchaus leisten, ein klares öffentlich-rechtliches Profil zu zeigen, ohne dabei ständig auf die Quote schielen zu müssen.“

Die gut besuchte Pressekonferenz zum neuen MDR-Programm.
Die gut besuchte Pressekonferenz zum neuen MDR-Programm.
Foto: Matthias Weidemann

Eine klare Übersicht sollten die Zuschauer mit dem neuen Programm haben, wissen, an welchem Wochentag sie welche Sendungen beim MDR erwarten können. Das, so sollte man meinen, müsste eigentlich selbstverständlich sein und nicht extra erwähnt werden. Aber so etwas scheint ja schon lange zu den üblichen Plattitüden einer Pressekonferenz zu gehören.

Also besser zurück zu den harten Fakten. So soll die Nachrichtensendung "MDR aktuell" künftig bei der Ausgabe um 18.00 Uhr von fünf auf 20 Minuten verlängert werden und alle Ausgaben der Sendung sollen ein neues Design erhalten. Dazu soll noch eine neue Studiodekoration kommen. Weiter soll die Diskussionssendung "Fakt ist ...!" künftig montags um 22.15 Uhr ausgestrahlt und jeweils in einer der drei Landeshauptstädte des MDR-Sendegebiets aufgenommen werden.

Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi.
Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi.
Foto: Matthias Weidemann
Reportagen aus den drei Bundesländern sollen von 2012 an dienstags um 20.45 Uhr gesendet werden, sie sollen unter dem Titel "Der Osten – Entdecke, wo du lebst" laufen. Bisher werden die Reportagen aus den drei Ländern jeweils im Landesprogramm des MDR in der Rubrik "MDR regional" gezeigt. Die halbstündige Sendung "Exakt" soll mittwochs um 20.15 beginnen, im Anschluss soll "Exakt - Die Story" folgen, die von Annett Glatz präsentiert werden soll. Die Ländermagazine des MDR um 19 Uhr, "Sachsenspiegel", "Sachsen-Anhalt heute" und "Thüringen Journal" sollen künftig auch an Feiertagen gesendet werden.

Im Jahr 2012 werde dies acht Feiertage betreffen. Jacobi sagte, das Vorabendprogramm sei die erfolgreichste Sendezeit für den MDR. Die Sendung "Außenseiter - Spitzenreiter" wird seit 1972 ausgestrahlt und gilt als älteste Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen. „40 Jahre, das ist schon eine halbe Ewigkeit. Das muss man erst mal hinkriegen.“ Der Dauerbrenner bekommt mit Madeleine Wehle eine neue Moderatorin. Die 43-Jährige löst ab Februar Hans-Joachim Wolfram ab, der die Sendung entwickelt und sie seit 1972 moderiert hatte.

Lockere TV-Runde im Riverboat-Studio.
Lockere TV-Runde im Riverboat-Studio.
Foto: Matthias Weidemann
Die Unterhaltungssendung "Alles Gute!" mit Petra Kusch-Lück wird nach 15 Jahren eingestellt. Auf dem Sendeplatz von Kusch-Lück sonntags um 16.30 Uhr bekommt Inka Bause die Sendung "Drei Wünsche für ...". Wolf-Dieter Jacobi: „Es geht in der Show darum, dass Inka Bause unter anderem auch TV-Zuschauern Wünsche erfüllt, die sie sich sonst nicht erfüllen können. Das wird sicher eine sehr emotionale und bewegende Angelegenheit. Und mit Inka Bause haben wir natürlich jemanden gefunden, der dafür ideal geeignet ist. Sie ist ja schon sehr erfolgreich bei RTL mit der Show 'Bauer sucht Frau', die immerhin rund 6 Millionen Zuschauer hat."

Für Formate, die auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten sind, habe man eine rund 30-köpfige Redaktion am Start, die dabei sei, entsprechende Produkte zu entwickeln. Hier sei, so Jacobi, aber alles noch in der Planungsphase, so dass man noch nichts Genaueres sagen könne. Das Gleiche treffe auf einen neuen Unterhaltungschef zu.

Dessen Posten ist ja bekanntlich vakant, seit der alte Ressortleiter, Udo Foht, im Visier der Staatsanwaltschaft ist und vom Sender fristlos entlassen wurde. Beim Sport, so der Fernsehdirektor, wolle man nicht weiter Sendezeiten ausbauen: „Da sind wir schon am stärksten vertreten, sowohl was den Umfang der Sendungen betrifft, als auch die Zuschauerresonanz. Was wir jedoch festgestellt haben, dass das Format online sehr stark nachgefragt wird. Hier wollen wir ausbauen. Auch in Hinsicht auf die kommende neue Regionalliga, in der viele zugträchtige Traditionsmannschaften spielen werden. Das gilt auch für die Dritte Liga. Hier werden wir sicher Topspiele anbieten, die dann online zu sehen sind.“


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