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20 Jahre MDR: Neujahrskonzert schließt Jubiläumsjahr des Mitteldeutschen Rundfunks ab

Daniel Thalheim
Bild: MDR/Stephan Flad
Was für ein Jahr für den MDR, dieses 2011. Im Mai 1991 wurde per Staatsvertrag der Mitteldeutsche Rundfunk neu aus der Taufe gehoben. Am 1. Januar 1992 war Sendebeginn. Mit einem Festkonzert wurde zum Neujahrstag das 20-jährige Jubiläum begangen. Die Geschichte der "Dreiländeranstalt" reicht aber weiter zurück. Und nicht immer war es eine Erfolgsgeschichte.

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Heute sind Sendereihen wie "Geschichte Mitteldeutschlands", "Elefant, Tiger & Co." und diverse Fernsehserien Erfolgsprodukte.

In der Radiosparte sieht es auch interessant aus. Hörfunk wie "Jump", "MDR Info", "Sputnik" und "Figaro" sowie das digitale Programm "MDR Klassik" sollen mit den drei Regionalradioprogrammen MDR 1 Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für Abwechslung sorgen.

Aber wer konnte ahnen, dass Stasi-Vorwürfe, Korruptionsskandale und Skandale dem Neustart folgen würden? Seit dem Amtsantritt von Karola Wille als neue Intendantin will man das nun aufarbeiten. "Ruhige Fahrwasser" braucht der Sender an der Kantstraße.

Traditionsbewusst und der Zukunft zugewandt: Karola Wille möchte den MDR in "ruhige Fahrwasser", ins digitale Zeitalter und weg von Skandalen führen.
Traditionsbewusst und der Zukunft zugewandt: Karola Wille möchte den MDR in "ruhige Fahrwasser", ins digitale Zeitalter und weg von Skandalen führen.
Bild: MDR/Stephan Flad

Selbstverständlich, dass beim Festkonzert am 1. Januar im Leipziger Gewandhaus einige Sätze zur Programmvielfalt und zum Angebot gesagt wurden. So soll die frisch gebackene MDR-Intendantin Prof. Karola Wille zum Erfolgsrezept ihres Senders in der Leipziger Mediacity an der Kantstraße am Abend des Festkonzertes gesagt haben: "Der MDR ist tief und stark in der Region verwurzelt. Die Menschen schätzen unsere Angebote als vertrauenswürdige mediale Begleiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und weit darüber hinaus."

Dabei ist die Geschichte des MDR auch jenseits von 1991 interessant. Alles begann schon mit der 1924 gegründeten Hörfunkanstalt Mitteldeutscher Rundfunk AG als zweitältestem Rundfunksender Deutschlands. Die Gründung fiel auf den 22. Januar 1924. Die "Alte Waage" am Leipziger Markt war Sitz der "MIRAG". Zehn Jahre später war dieser Sender wie viele Presseorgane "gleichgeschaltet".

Damit wollte Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ab 1934 durchsetzen, dass alle Medien im so genannten "Dritten Reich" dasselbe plärrten: NS-Ideologie, politische und kulturelle Monotonie. 1945 war der Spuk vorbei. Der MDR wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet. 1946 ging's an den Äther. Mit der Auflösung der einzelnen Bundesländer in der 1949 gegründeten "Deutschen Demokratischen Republik" erfolgte 1952 auch die Zentralisierung der damaligen Sendeanstalten in Berlin. 1990 war das im Vorfeld der Deutschen Einheit und dem Zusammenbruch der DDR auch vorbei.

Gewandhaus Leipzig beim Festkonzert zum 20-jährigen Geburtstag des MDR.
Gewandhaus Leipzig beim Festkonzert zum 20-jährigen Geburtstag des MDR.
Bild: MDR/Stephan Flad

Seitdem machte der MDR nicht nur wegen seines Programms von sich reden. Zuerst 2001 Stasi-Vorwürfe an inzwischen entlassene MDR-Mitarbeiter, dann 2005 der Skandal um den MDR-Sportchef Wilfried Mohren wegen Korruptionsverdachts. Bestechlichkeit in 19 Fällen, Vorteilsnahme, Betrug sowie Steuerhinterziehung warf ihm die Leipziger Staatsanwaltschaft 2009 vor. Die "wahre Geschichte" will Mohren in einem Buch veröffentlichen. 2009 kritisierten laut "Spiegel Online" die sächsischen Landespolitiker André Hahn (Die Linke), Antje Hermenau (Bündnis 90 / Die Grünen), Torsten Herbst (FDP) und Martin Dulig (SPD) den MDR, weil die Sendeanstalt angeblich mit den Gebührengelder "spekulierte". Das dementierte der MDR daraufhin.

Dann war 2011 die Affäre um Ex-MDR-Unterhaltungschef Udo Foht ein Thema. Seine undurchsichtigen Machenschaften führten im Dezember 2011 zu Razzien in 19 Produktionsfirmen und Wohnungen in sechs Bundesländern. Die Leipziger Staatsanwaltschaft führte aus, dass Foht private Fernsehfirmen zu Zahlungen genötigt haben soll, für die es keine dienstliche Veranlassung gab. Im Gegenzug, so vermuteten die Ermittler, erhofften sich die zahlungswilligen Firmen möglicherweise Aufträge von dem Leipziger Sender.

MDR-Chefdirigent Jun Märker.
MDR-Chefdirigent Jun Märker.
Bild: MDR/Stephan Flad

Im November 2011 trat Prof. Karola Wille mit einem neuen Führungsteam an. Als Nachfolgerin des 2011 in Ruhestand getretenen Intendanten Udo Reiter trat sie mit dem Entschluss an, den von diversen Krisen geschüttelten Sender in ruhiges Fahrwasser bringen zu wollen.

Wille möchte die Glaubwürdigkeit des Senders bei Zuschauern, Hörern und Mitarbeitern zurückgewinnen. Das will sie mit einem zukunftsfähigen Programm, höherer Presserelevanz und einer Herz-Nieren-Prüfung der verschiedenen Spartensender erreichen.

Was aber war am Abend im Gewandhaus noch zu sehen und zu hören? MDR-Hörfunkdirektor Johann Michael Möller soll am Festabend des 1. Januar die Vielfältigkeit des MDR-Rundfunkorchesters in seiner Rede hervorgehoben haben.

Nicht nur traditionelle Werke von Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Georg Friedrich Händel erklangen am Festabend im Gewandhaus, sondern auch Popstücke von Stevie Wonder oder Filmmusik von John Williams. MDR-Chefdirigent Jun Märkl konnte unter dem Motto "Zwanzigzwölf" zwanzig beliebte Musikstücke auswählen, worunter sich neben Kompositionen von Johann Strauss sowie weiteren Komponisten auch ein Lied der Dresdner Popband Polarkreis 18 tummelte. Mit dem Programm und Überraschungsgästen wie Axel Bulthaupt und Gunther Emmerlich, dem MDR-Fernsehballett und Solisten wie Sängerin Nadja Michael und Geiger Elin Kolev schien dem MDR ein unterhaltsamer Abend gelungen zu sein.

MDR Online
www.mdr.de

Der Spiegel-Online-Artikel zu den Spekulationsvorwürfen von GEZ-Gebühren 2009
www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,619399,00.html


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