20 Jahre MDR: Neujahrskonzert schließt Jubiläumsjahr des Mitteldeutschen Rundfunks ab
Daniel Thalheim
02.01.2012
Bild: MDR/Stephan Flad
Was für ein Jahr für den MDR, dieses 2011. Im Mai 1991 wurde per Staatsvertrag der Mitteldeutsche Rundfunk neu aus der Taufe gehoben. Am 1. Januar 1992 war Sendebeginn. Mit einem Festkonzert wurde zum Neujahrstag das 20-jährige Jubiläum begangen. Die Geschichte der "Dreiländeranstalt" reicht aber weiter zurück. Und nicht immer war es eine Erfolgsgeschichte.
Anzeige
Heute sind Sendereihen wie "Geschichte Mitteldeutschlands", "Elefant, Tiger & Co." und diverse Fernsehserien Erfolgsprodukte.
In der Radiosparte sieht es auch interessant aus. Hörfunk wie "Jump", "MDR Info", "Sputnik" und "Figaro" sowie das digitale Programm "MDR Klassik" sollen mit den drei Regionalradioprogrammen MDR 1 Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für Abwechslung sorgen.
Aber wer konnte ahnen, dass Stasi-Vorwürfe, Korruptionsskandale und Skandale dem Neustart folgen würden? Seit dem Amtsantritt von Karola Wille als neue Intendantin will man das nun aufarbeiten. "Ruhige Fahrwasser" braucht der Sender an der Kantstraße.
Traditionsbewusst und der Zukunft zugewandt: Karola Wille möchte den MDR in "ruhige Fahrwasser", ins digitale Zeitalter und weg von Skandalen führen.
Bild: MDR/Stephan Flad
Selbstverständlich, dass beim Festkonzert am 1. Januar im Leipziger Gewandhaus einige Sätze zur Programmvielfalt und zum Angebot gesagt wurden. So soll die frisch gebackene MDR-Intendantin Prof. Karola Wille zum Erfolgsrezept ihres Senders in der Leipziger Mediacity an der Kantstraße am Abend des Festkonzertes gesagt haben: "Der MDR ist tief und stark in der Region verwurzelt. Die Menschen schätzen unsere Angebote als vertrauenswürdige mediale Begleiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und weit darüber hinaus."
Dabei ist die Geschichte des MDR auch jenseits von 1991 interessant. Alles begann schon mit der 1924 gegründeten Hörfunkanstalt Mitteldeutscher Rundfunk AG als zweitältestem Rundfunksender Deutschlands. Die Gründung fiel auf den 22. Januar 1924. Die "Alte Waage" am Leipziger Markt war Sitz der "MIRAG". Zehn Jahre später war dieser Sender wie viele Presseorgane "gleichgeschaltet".
Damit wollte Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ab 1934 durchsetzen, dass alle Medien im so genannten "Dritten Reich" dasselbe plärrten: NS-Ideologie, politische und kulturelle Monotonie. 1945 war der Spuk vorbei. Der MDR wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet. 1946 ging's an den Äther. Mit der Auflösung der einzelnen Bundesländer in der 1949 gegründeten "Deutschen Demokratischen Republik" erfolgte 1952 auch die Zentralisierung der damaligen Sendeanstalten in Berlin. 1990 war das im Vorfeld der Deutschen Einheit und dem Zusammenbruch der DDR auch vorbei.
Gewandhaus Leipzig beim Festkonzert zum 20-jährigen Geburtstag des MDR.
Bild: MDR/Stephan Flad
Seitdem machte der MDR nicht nur wegen seines Programms von sich reden. Zuerst 2001 Stasi-Vorwürfe an inzwischen entlassene MDR-Mitarbeiter, dann 2005 der Skandal um den MDR-Sportchef Wilfried Mohren wegen Korruptionsverdachts. Bestechlichkeit in 19 Fällen, Vorteilsnahme, Betrug sowie Steuerhinterziehung warf ihm die Leipziger Staatsanwaltschaft 2009 vor. Die "wahre Geschichte" will Mohren in einem Buch veröffentlichen. 2009 kritisierten laut "Spiegel Online" die sächsischen Landespolitiker André Hahn (Die Linke), Antje Hermenau (Bündnis 90 / Die Grünen), Torsten Herbst (FDP) und Martin Dulig (SPD) den MDR, weil die Sendeanstalt angeblich mit den Gebührengelder "spekulierte". Das dementierte der MDR daraufhin.
Dann war 2011 die Affäre um Ex-MDR-Unterhaltungschef Udo Foht ein Thema. Seine undurchsichtigen Machenschaften führten im Dezember 2011 zu Razzien in 19 Produktionsfirmen und Wohnungen in sechs Bundesländern. Die Leipziger Staatsanwaltschaft führte aus, dass Foht private Fernsehfirmen zu Zahlungen genötigt haben soll, für die es keine dienstliche Veranlassung gab. Im Gegenzug, so vermuteten die Ermittler, erhofften sich die zahlungswilligen Firmen möglicherweise Aufträge von dem Leipziger Sender.
MDR-Chefdirigent Jun Märker.
Bild: MDR/Stephan Flad
Im November 2011 trat Prof. Karola Wille mit einem neuen Führungsteam an. Als Nachfolgerin des 2011 in Ruhestand getretenen Intendanten Udo Reiter trat sie mit dem Entschluss an, den von diversen Krisen geschüttelten Sender in ruhiges Fahrwasser bringen zu wollen.
Wille möchte die Glaubwürdigkeit des Senders bei Zuschauern, Hörern und Mitarbeitern zurückgewinnen. Das will sie mit einem zukunftsfähigen Programm, höherer Presserelevanz und einer Herz-Nieren-Prüfung der verschiedenen Spartensender erreichen.
Was aber war am Abend im Gewandhaus noch zu sehen und zu hören? MDR-Hörfunkdirektor Johann Michael Möller soll am Festabend des 1. Januar die Vielfältigkeit des MDR-Rundfunkorchesters in seiner Rede hervorgehoben haben.
Nicht nur traditionelle Werke von Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Georg Friedrich Händel erklangen am Festabend im Gewandhaus, sondern auch Popstücke von Stevie Wonder oder Filmmusik von John Williams. MDR-Chefdirigent Jun Märkl konnte unter dem Motto "Zwanzigzwölf" zwanzig beliebte Musikstücke auswählen, worunter sich neben Kompositionen von Johann Strauss sowie weiteren Komponisten auch ein Lied der Dresdner Popband Polarkreis 18 tummelte. Mit dem Programm und Überraschungsgästen wie Axel Bulthaupt und Gunther Emmerlich, dem MDR-Fernsehballett und Solisten wie Sängerin Nadja Michael und Geiger Elin Kolev schien dem MDR ein unterhaltsamer Abend gelungen zu sein.
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…
Am Donnerstag, dem 24. Mai, 19:00 Uhr begrüßt die Schaubühne zur Filmpremiere von "Aber das Leben geht weiter" die Regisseurin Karin Kaper. In ihrem Dokumentarfilm setzen drei polnische und drei deutsche Frauen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, bewusst persönlich zum Thema „Flucht und Vertreibung“ ein Zeichen der Annäherung. mehr…
Am Ende hat wieder der Finanzminister gewonnen. Nicht nur den anderen Ministern gegenüber hat Georg Unland (CDU) den längeren Hebel in der Hand und kann die Richtung per Finanzzuweisung dirigieren, auch gegenüber Städten, Gemeinden und Landkreisen in Sachsen gibt er die Richtung vor. Und so hieß es am Freitag, 18. Mai, wieder einmal im Unland-Stil: „Wir sorgen vor!“ mehr…
Die Freiwilligen-Agentur Leipzig lädt am Dienstag, 22. Mai, Bürgerinnen und Bürger, die sich für ein Ehrenamt interessieren, herzlich zum Ehrenamtscafé in ihre Räumlichkeiten am Dorotheenplatz 2 ein. Von 16:00 bis 18:00 Uhr stellen fünf gemeinnützige Einrichtungen ihre ehrenamtlichen Angebote vor: Bürgerverein Kolonnadenviertel e. V., Durchblick e. V., Bürgerverein Waldstraßenviertel e. V., Jugendpresse e. V. und Caritasverband Leipzig e. V. mehr…
Am 6. Juni 2012 lädt die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) gemeinsam mit der Firma Würth Elektronik zu einem Industrieseminar in die Hochschule ein. Von 09:00 bis 15:00 Uhr werden in diesem praxisnahen Seminar Themen der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) diskutiert. mehr…
Am Donnerstag, 24. Mai, gibt es im Kulturclub „Horns Erben“, Arndtstraße 33, die nächste Show "Adolf Südknecht - The improvised alternative-history-show". Untertitel: Eine Kneipiersfamilie improvisiert die potenzielle Chronik des Südmeilen-Kiezes. Diesmal gibt's Folge 4: „Menschen, Messe, Megastadt!" mehr…
Tommi Sillanpää hat die SG LVB am Samstag vor 250 Zuschauern im letzten Saisonspiel zum 33:26 (19:10)-Sieg gegen die TSG Münster geschossen. Im Anschluss wählten ihn Fans, Mannschaft und Trainerteam sogar zum LVB-Spieler des Jahres - eines Jahres, in dem aus blaugelber Sicht vieles passte. mehr…
Zwei links, zwei rechts - wie langweilig! Mit Wolle kann man noch ganz andere Sachen machen. Mit Ruth Kindla hat der Buchverlag für die Frau jetzt eine Autorin ins Programm genommen, die das Stricken mit farbigen Garnen zu einer Kunst entwickelt hat. Ihre Geheimwaffe: verkürzte Reihen. Das Wichtigste, was man zum Funktionieren der verkürzten Reihen wissen muss, ist die Technik der Wendemasche. Rätsel über Rätsel. mehr…
In dem ca. 90 minütigen Solo-Programm wird der Roman „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf auf eine Sprecherin und eine Leinwand übertragen. Sprache wird ein Mittel des Bewusstseins, die handelnde Stimme wird ein aktives Medium, dass den Zuschauer verführen will, ihm auf seinem Erkenntnisweg zu folgen. mehr…
Das vorletzte Saisonspiel endete wieder mit einem Sieg für den SC DHfK. Nach sieben Auswärtsspielen ohne Sieg in Folge gewannen die Grünweißen mit 29:25 (14:11) beim TV Bittenfeld. Die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas bestimmte das Spiel über weite Strecken und lieferte eine stabile Leistung ab. mehr…
Täglich gehts voran, man strebt und lebt nach vorn. Vollgas, Sommer wie Winter, keine Zeit zur Besinnung. Schön so eigentlich, bevor man noch auf dumme Gedanken kommt, einfach weiter, weiter, weiter. mehr…
Die Stadt Leipzig wird die Kampagne „Alle bleiben“ unterstützen, so beschloss es der Stadtrat am 16. Mai. Bei dieser Kampagne geht es vor allem um das humanitäre Bleiberecht für langjährig in Deutschland geduldete Roma aus den Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien. Bei solch einem Thema rings um menschliche Schicksale konnte sich der NPD-Stadtrat Klaus Ufer nicht zurückhalten und meldete sich prompt zu einem Redebeitrag (siehe Audio). mehr…
Schock bei Lok Leipzig: Nur einen Tag nach dem Aufstieg in die Regionalliga ist Erfolgstrainer Willi Kronhardt von seinem Amt zurückgetreten. In einer Erklärung gab Kronhardt fehlende finanzielle Mittel für die Umsetzung seiner Vision von Fußball an. Außerdem soll auch Germania Halberstadt Interesse am 43-Jährigen haben. mehr…
Schon im Vorjahr gaben die Rasenballer nur das Gastspiel bei der Aufstiegsfeier in Chemnitz, wo ihre Niederlage die Himmelblauen jubeln ließ. Beim Auftritt in Halle hätte wegen der deutlichen Kieler Niederlage, auch ein Sieg der Leipziger den HFC nicht gestoppt. Es blieb beim torlosen, recht durchschnittlichen Spiel. mehr…