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Der lange Weg ins schnelle Internet: Markranstädt gründet Breitband-AG, um den Anschluss nicht zu verlieren

Matthias Weidemann
Envia-Ingenieur Michael Prietzel mit Glasfaserkabel.
Envia-Ingenieur Michael Prietzel mit Glasfaserkabel.
Foto: Matthias Weidemann
Die einen haben's schon, die anderen wollen es noch. Während man sich am Kap Zwenkau über die Einrichtung eines leistungsfähigen Breitbandnetzes durch den Kommunikationsdienstleister Envia-Tel geeinigt hat, befindet man sich in Markranstädt noch auf einem langen Weg hin zu schneller elektronischer Kommunikation. Der Weg soll durch die Breitband-AG verkürzt werden.

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Nach dem ersten Treffen der Breitband-AG mit Markranstädter Bürgern sowie den Ortsvorstehern von Frankenheim, Räpitz und Kulkwitz zeigte sich Markranstädts Bürgermeisterin Carina Radon zufrieden und lobte die Mitglieder als Experten: „Ich freue mich, dass sich in der Breitband AG so viele Markranstädter mit hervorragendem Wissen zum Thema zusammengefunden haben.“ Sie hob hervor, wie wichtig es für den Standort Markranstädt sei, in Sachen moderner und schneller Kommunikation auf der Höhe der Zeit zu sein: „Für uns als Stadt ist es wichtig, bei diesem Thema nicht den Anschluss zu verlieren. Ein schnelles Internet stärkt Markranstädt als Wohn- und Wirtschaftsstandort nachhaltig“, ist sie sich sicher.

Herr Schwarzenberger von der KISA-Breitbandberatungsstelle Sachsen stellte die Möglichkeiten und Voraussetzungen für Markranstädt vor. Dabei beschrieb er, wie aufgrund der Richtlinie „Integrierte ländliche Entwicklung Sachsen“ die Grundversorgung bei Breitbandinternet beziehungsweise Breitbandanschluss allgemein definiert wird. Dies würde Downstream mit mehr als 2 Mbit/s beziehungsweise Upstream von mehr als 192 kbit/s bedeuten. Weiterhin liegt im Allgemeinen eine Bedarfsdeckung vor, wenn 97 Prozent der Haushalte in den jeweiligen Ortsteilen diese Voraussetzungen tatsächlich erfüllen.

Bereits dieser Punkt stieß auf große Diskussion, da die meisten unter einem schnellen Internetzugang weitaus bessere Werte verstehen. Weiterhin erläuterte er wertungsneutral die zur Zeit bekannten Breitbandtechnologien, die sich im Wesentlichen in leitungsgebundene und funkgestützte Technologien unterteilen. Auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen zur zukunftsträchtigsten Lösung. Die Anwesenden erhielten ebenfalls Informationen zur Förderung im Freistaat Sachsen.

Alle Internet- bzw. Breitbandanbieter befinden sich im Wettbewerb, so dass die Stadt Markranstädt nur begrenzte Möglichkeiten hat, in den Markt einzugreifen. Nach eingehenden Diskussionen und dem Anhören der verschiedenen Expertenmeinungen unter den Teilnehmern wurde als erster Schritt die Erstellung einer Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse beschlossen, für welche ein Fördermittelantrag gestellt werden soll. Diese Analyse soll, aufgeschlüsselt auf die Kernstadt und auf alle 17 Ortsteile, über die Anzahl potentieller Nutzer Auskunft geben.


Envia-Ingenieur Michael Prietzel mit Glasfaserkabel.
Envia-Ingenieur Michael Prietzel mit Glasfaserkabel.
Foto: Matthias Weidemann
Darüber hinaus soll ermittelt werden, welcher Bedarf vorhanden ist, welche Entwicklung in den kommenden fünf Jahren zu erwarten sind, ob in den Ortsteilen Breitbandinternet verfügbar ist beziehungsweise welche konkrete Bandbreite zur Verfügung gestellt wird und welche Technologien verfügbar sind. Ebenso soll überprüft werden, ob Planungen für eine Erschließung in den nächsten drei Jahren vorliegen und ob es Anbieter gibt, die auch ohne Förderung ausbauen würden. Weiterhin ist vorgesehen, eine Grobkostenschätzung zur Wirtschaftlichkeitslücke vorzunehmen. Um noch ausführlichere Auskunft zum tatsächlichen Bedarf in Markranstädt zu erhalten, wird darüber hinaus eine eigene Befragung unter den Markranstädtern initiiert. Dazu werden bereits heute alle Bürgerinnen und Bürgern eingeladen.

„Durch eine hohe Beteiligungsquote erreichen wir ein tatsächliches Bild über die Ansprüche zum Breitbandinternet in Markranstädt“, erhofft sich Bürgermeisterin Carina Radon von der Umfrage. „Den Bogen werden wir im Stadtjournal veröffentlichen und Stadt-, Ortschaftsräte sowie die AG-Mitglieder einbinden“, erklärt sie weiter.

Die Breitband-AG wird sich an der Erarbeitung des Fragebogens beteiligen. Wenn die Auswertungen der Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse sowie der Eigentumfrage vorliegen, wird sich die AG erneut treffen und die weiteren Schritte abstimmen.


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