Eine Anwendung für Leipzigs Verwaltung: Matthias Petzold im Interview
Daniel Thalheim
08.02.2012
Foto: Daniel Thalheim
Er ist Organisator des Hybrid Art Lab. Dort entwickeln findige Menschen Programmanwendungen für kreative Berufe. Matthias Petzold stellte schon im Sommer 2011 eine Anwendung für die Leipziger Verwaltung in Aussicht. Am Montag den 6.Februar im Rahmen des ersten Webmontages des kreativen Leipzig e.V., fand dazu eine Preisverleihung statt. Im Interview erklärt Matthias Petzold, worum es genau geht.
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Herr Petzold, wie lief es bei der Preisverleihung am 6. Februar?
Wir hatten 60 Gäste und ungefähr sechs Leute aus der Stadt Leipzig zu Gast. Nach einem sehr informativen Vortrag von Herrn Dr. Sören Auer über die Bedeutung von offenen öffentlichen Daten und die Wichtigkeit von deren Standardkonformität für die Daten-Integration und Realisierung von Mehrwertdiensten, fand die "API@Work - Preisverleihung" statt. Das Preisgeld wurde in Höhe von 1.337 Euro durch das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig bereitgestellt.
Wer waren die Preisträger?
Der zweite Preis ging an Max Brauer mit seinem Projekt "Plone.mb.apileipzig", welches aus Entwicklersicht eine Erweiterung des API Leipzig bedeutet, da es einer neuen etwas konsumerorientierten Benutzerzielgruppe einen einfacheren Umgang mit der API Leipzig ermöglicht. Diese Einreichung überzeugte auch durch seine fehlerfreie und einfache Struktur. Überreicht wurde der zweite Preis in Höhe von 337 Euro von Thomas Eibeck als Technischer Leiter der Primacom Berlin GmbH. Der erste Preis wurde von Frau Brigitte Brück als Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig überreicht. Sie honorierte ein Projekt Namens "City:Cult".
Glückliche Preisträger beim Webmontag: 1. Preis ging an "City:Cult".
Bild: Matthias Petzold (Kreatives Leipzig)
Worum ging es bei der API-Anwendung?
Es handelt sich dabei um eine Android Smartphone Anwendung, welche die Veranstaltungskalenderdaten der API Leipzig und verschiedener anderer Quellen verbindet und eine gute Grundlage darstellt, um einen mobilen Kalender für Leipzig anzubieten. Überzeugt hat das Projekt durch seine fehlerfreien Funktionen und durch ein sehr gut ausgearbeitetes Konzept zur Weiterentwicklung und gute Ansätzen einer unternehmerischen Idee. Die Community der API Leipzig bedankt sich bei allen Einreichern für ihre Ideen und Teilnahme.
Wie geht es weiter?
Das Amt für Wirtschaftsförderung und das Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig sowie die Community des API Leipzig rufen dennoch weiterhin auf, entstehende Anwendungen auf der Webseite www.APILeipzig.de/Anwendungen zu veröffentlichen. Man sollte als Entwickler diese Möglichkeit nutzen und die Anwendungen im Wiki eintragen, für alle sichtbar machen. Denn auch dem API helfen diese Anwendungen, die Bereitschaft für mehr freigegebene Daten zu vergrößern.
Es scheint, dass ihr OpenData-Projekt auf offene Ohren stößt: Erklären Sie doch unseren Lesern noch einmal, worum es der API Community mit dem Projekt genau geht?
Die API ist eine standardisierte Schnittstelle für den Zugriff auf öffentliche Daten der Stadt Leipzig und bietet technisch auch die Möglichkeit freie Datenquellen von Bürgern der Stadt Leipzig zu intergrieren.
Max Brauer erhielt den 2. Preis.
Bild: Matthias Petzold (Kreatives Leipzig)
Wer hat sich das ausgedacht?
Selbstständige der Leipziger Kultur- und Kreativwirtschaft haben mit Unterstützung der Initiative “Leipziger Agenda 21” eine Schnittstelle (API) für den Zugriff auf Leipziger Daten entwickelt. Über diese Schnittstelle können strukturierte öffentliche Daten der Stadt Leipzig zur freien Verwendung abgerufen werden. Externe Entwickler können nun Anwendungen entwickeln, die diese und andere Daten verwenden, um dem Bürgern diese komplizierten Daten verständlich und sichtbar zu machen.
Offene Daten sind die Zukunft für Verwaltungen, da sie dem Bürger eine höhere Transparenz bieten und viele interne Prozesse nicht nur vereinfachen, sondern durch die Nutzung der API auch noch sicherer machen. Die Möglichkeiten solch einer Software ist mit heutigen Stand der Technik schon riesig und lässt sich flexibel auf neue Systeme umsetzen und auf andere Kommunen erweitern.
Wie geht es mit der API weiter? Sprang die Stadt Leipzig an?
Wir haben in dem ersten Jahr oft mit den eigenen Strukturen gekämpft, haben Tätigkeitsbereiche festgelegt und das Projekt auf sichere Community-Füße gestellt. Wir haben das Projekt API Leipzig bei dem deutschlandweiten Wettbewerb "APPS für Deutschland" eingereicht und stehen in Gesprächen mit verschiedenen anderen Kommunen. Die Stadt Leipzig hat uns von Anfang an unterstützt, dafür bedanken wir uns und wollen diese Zusammenarbeit nun weiter ausbauen.
Befürchtungen, Sorgen, Hoffnungen?
Das Schlimmste, das nun passieren kann, ist, wenn eine solche deutschlandweit sehr innovative Software in der eigene Kommune nicht wahrgenommen und nicht genutzt wird und man den "hauseigenen" Vorteil gar nicht erkennt. Die Maschine läuft und sie läuft sicher und ist einfach im Umgang, nun muss sie nur die richtigen Daten und Nützlichkeiten durch die Kommune erfahren. Wir werden in den nächsten Monaten versuchen, mit Interessierten aus der Kommune einzelne Projekte zu starten, um eine Vertrauensbasis aufzubauen. - Sprang die Stadt an? - Ja sie ist schon vor einem Jahr angesprungen, leider waren aber keine neuen städtischen Mitarbeiter anwesend.
Was kommt demnächst noch aus ihrem Hybrid Art Lab?
Das Hybrid Art Lab steckt derzeit in verschiedenen Projekten und wird im Jahr 2012 zusammen mit AG open computer kids ein Workshop-Programm "going cooperative" veranstalten. Weiterhin ist das Projekt "Innovationslabor Leipzig" wwww.innolab-leipzig.de im Auftrag der Stadt Leipzig zu planen und für die Umsetzung im September 2012 vorzubereiten.
Und wir erarbeiten in Zusammenarbeit mit dem sublab e.V. und verschiedenen Akteuren und Firmen wie "Dick und Dick", "projektum", "Die Fabrik" und "Context Studio" das Konzept eines "Fablabs + Werkstattnetzwerk" in Leipzig aus. Weiterhin gibt es für das Projekt API Leipzig viele Ideen und Pläne, welche auch verstärkt die Universität Leipzig und die HTWK einbeziehen. Für die API Leipzig werden wir im Jahr 2012 noch nach verschiedenen Sponsoren suchen, um die Weiterentwicklung voranzutreiben und die Community zu vergrößern. Ein erster Unterstützer, die Primacom Berlin GmbH, hat sich schon zu Beginn des Jahres gefunden und wird uns 2012 begleiten.
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…
Am Donnerstag, dem 24. Mai, 19:00 Uhr begrüßt die Schaubühne zur Filmpremiere von "Aber das Leben geht weiter" die Regisseurin Karin Kaper. In ihrem Dokumentarfilm setzen drei polnische und drei deutsche Frauen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, bewusst persönlich zum Thema „Flucht und Vertreibung“ ein Zeichen der Annäherung. mehr…
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Zwei links, zwei rechts - wie langweilig! Mit Wolle kann man noch ganz andere Sachen machen. Mit Ruth Kindla hat der Buchverlag für die Frau jetzt eine Autorin ins Programm genommen, die das Stricken mit farbigen Garnen zu einer Kunst entwickelt hat. Ihre Geheimwaffe: verkürzte Reihen. Das Wichtigste, was man zum Funktionieren der verkürzten Reihen wissen muss, ist die Technik der Wendemasche. Rätsel über Rätsel. mehr…
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