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Zeitreise: SPD ehrt den ersten demokratischen Regierungschef Sachsens

Ralf Julke
Richard Lipinski.
Richard Lipinski.
Die SPD im Unterbezirk Leipzig-Borna wird am Dienstag, 6. Februar, gemeinsam mit Mitgliedern der Familie Lipinski/ Trabalski den langjährigen Leipziger SPD-Bezirksvorsitzenden Richard Lipinski anlässlich seines 140. Geburtstages ehren. Die Ehrung findet um 14 Uhr an der Familiengrabstätte Lipinski/Trabalski auf dem Leipziger Südfriedhof statt.


Treffpunkt ist 13.45 Uhr an der Kapellen- und Feuerbestattungsanlage auf dem Südfriedhof. "Mit Richard Lipinski verbinden wir Leipziger Sozialdemokraten die Erfolge und die Kämpfe der SPD im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts", erklärt der heutige SPD-Unterbezirksvorsitzende Gernot Borriss. Richard Lipinski, am 6. Februar 1867 im damaligen Danzig geboren, war von 1907 bis 1933 Vorsitzender des SPD- bzw. USPD-Bezirksvorstandes Leipzig. Dieses Amt übte er faktisch auch unter den Bedingungen der Illegalität unter dem NS-Regime bis zu seinem Tode am 18. April 1936 aus.

"An Richard Lipinskis Lebensweg wird deutlich, dass der sächsische Freistaat eine sozialdemokratisch geprägte Gründungsgeschichte hat", erinnert Gernot Borriss. Und lässt dabei anklingen, dass der Freistaat Sachsen Ergebnis der Revolution von 1918 war, einer jener deutschen Revolutionen, die nie richtig Fisch oder Fleisch wurden. Auch deshalb nicht, weil den Bewohnern der Weimarer Republik keineswegs selbstverständlich war, die Errungenschaften der Revolution als solche zu begreifen. Eine ganze Presse-Armada trommelte die Revanche und Militaristenverbände und Lobbyvereinigungen arbeiteten 15 Jahre lang daran, die ungeliebte Republik wieder zu demontieren.

Richard Lipinskis wurde am 15. November 1918 Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten im Freistaat Sachsen. Das blieb er bis zum 21. Januar 1919, war also zwei Monate lang tatsächlich der erste gewählte Regierungschef in Sachsen. Sein Nachfolger wurde Dr. Georg Gradnauer (SPD), der im Mai 1920 von Johann Wilhelm Buck (ebenfalls SPD) abgelöst wurde. Buck holte im Dezember 1920 Richard Lipinski als Innenminister in sein Kabinett, was dieser bis März 1923 inne hatte, als Erich Zeigner (SPD) dritter sächsischer Ministerpräsident wurde.


Zeigners Regierung existierte bekanntlich nur bis Dezember 1923, als er zwei KPD-Mitglieder in seine Regierung aufnahm und der Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) die Reichsexekution über den Freistaat verhängte und Zeigners Regierung absetzte. Was - vorerst - nicht dazu führte, dass die SPD in Sachsen die Regierung verlor. Bis 1929 wurde der Freistaat von Max Wilhelm August Heldt (SPD) weiter regiert. Aber Friedrich Ebert hatte mit dieser Reichsexekution der Weimarer Republik einen schweren Schlag zugefügt und auch die eigene Partei in einem ihrer Kernländer entscheidend geschwächt.

Geschwächt war fortan auch der Leipziger Einfluss auf die sächsischen Staatsgeschäfte, denn sowohl Lipinski als auch Zeigner waren Leipziger. Beide einte auch die Idee eines "linksrepublikanischen Reformprojekts im Freistaat", wie es Gernot Borris formuliert. Bis 1933 übte Lipinski auch noch sein Reichstagsmandat aus, das er seit 1920 inne hatte. 1933 und 1934/35 inhaftierten ihn die Nationalsozialisten. 1936 starb er in Bennewitz bei Wurzen.

1907 bis 1917 und 1922 bis 1933 war er Vorsitzender des SPD-Bezirksvorstandes in Leipzig, zwischen 1917 und 1922 Bezirksvorstand der USPD. Das Besondere an der Leipziger SPD ist, dass unter Lipinskis Leitung praktisch der komplette Bezirksverband zur USPD übertrat und fast ebenso zahlreich zur SPD zurückkehrte, als sich 1922 abzeichnete, dass es zu einem handfesten Dauerzwist zwischen der aus der USPD hervorgegangen KPD und der SPD kommen würde, Vorbote jener Fehden, die die demokratische Linke 1932/1933 lähmte vor dem Phänomen des heraufziehenden Faschismus.

Die Leipziger SPD ehrte ihren einstigen Vorsitzenden damit, dass sie 1996 ihr Parteihaus in der Rosa-Luxemburg-Straße 19/21 nach Richard Lipinski benannte.

So ganz "nebenbei" arbeitete Lipinski auch von 1894 bis 1901 als Redakteur bei der Leipziger Volkszeitung, wie es einige namhafte Leipziger SPD-Funktionäre seinerzeit taten. Von 11.000 gedruckten Exemplaren arbeitete sich die aus dem Vorgängerblatt "Wähler" hervorgegangene sozialdemokratische Zeitung bis 1914 auf 53.000 Exemplare Auflage hoch. Dazu trug nicht unwesentlich Franz Mehring bei, der von 1902 bis 1907 Chefredakteur der LVZ war. Nach 1917 war die LVZ das "wichtigste Sprachrohr" des linken Flügels in der SPD, aus dem ja bekanntlich die USPD hervorging. Mit eben jener oben genannten Leipziger Besonderheit: Mit dem Wechsel des Bezirksverbandes zur USPD wechselte auch die LVZ ihren "Besitzer", wurde bis zur Wiedervereinigung der USPD mit der SPD 1922 ein USPD-Blatt.  Mittendrin immer: Leipzigs Bezirksvorsitzender Richard Lipinski.

1945 wurde ein Teil der heutigen Käthe-Kollwitz-Straße nach Richard Lipinski benannt. Aber schon 1962 verschwand der Straßenname wieder. Seit 2001 heißt eine kleine Anliegerstraße in Großzschocher Lipinskistraße.



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