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Leipziger Zeitreise: SPD ehrt Hermann Liebmann mit einer kleinen, blauen Tafel

Ralf Julke
Die Leipziger SPD setzt ein Zeichen. Ein Zeichen, das durchaus zu denken gibt: Am Samstag, 18. August um 11 Uhr wollen die SPD Leipzig und der SPD-Ortsverein Leipzig-Ost an der Kreuzung Hermann-Liebmann-Straße/Eisenbahnstraße einen Mann ehren, der es in sich hat - den am 18. August 1882 in Paunsdorf geborenen Hermann Liebmann. Als Leipziger Stadtverordneter brachte er 1919 im Stadtrat etwas mit auf den Weg, was genau 88 Jahre später wieder auf der Kippe steht: die Kommunanilisierung der Leipziger Versorgungsbetriebe.


Es war die Stadtratsmehrheit aus SPD und USPD (zu der Liebmann zeitweilig übergetreten war), die 1919 beschloss, die Große Leipziger Straßenbahn, die Gas-, Wasser- und Elektrizitätsversorgung, den Zoo, aber auch Krippen und Schwimmbäder in städtische Regie zu nehmen. Auch die Kommunalisierung der Wohnungsverwaltung und des Wohnungsbaus wurden von der Stadtratsmehrheit in die Wege geleitet. Die Erfahrungen des 1. Weltkrieges und seiner drastischen Folgen gerade für die ärmeren Bevölkerungsschichten waren noch frisch, die Sympathien für das linke Parteienspektrum so hoch wie vorher unmd nachher nie wieder.

Was gerade die SPD in Sachsen einer Zerreißprobe aussetzte, gerade weil sie als wählerstärkste Partei auch die wirklich staatstragende Partei sein musste und entscheiden musste, ob sie Bündnisse mit dem bürgerlichen Lager einging oder eher mit den neuen Parteien am linken Rand, der USPD etwa oder später der KPD. Liebmann stand stets in den Brennpunkten dieser Entwicklung.

Er hatte Former gelernt, trat 1905 der SPD bei und arbeitete als Metallarbeiter. 1912 wurde er Berichterstatter in Leipzig-Stünz und war von Januar 1913 bis 1933 Redakteur der "Volkszeitung" in Leipzig. Im 1. Weltkrieg war er Soldat, trat aber schon 1917 in die USPD ein, zeigte so - wie viele andere SPD-Mitglieder - seinen Protest gegenüber der kriegsunterstützenden Politik der SPD-Parteiführung. Im November 1918 wurde er fast folgerichtig Mitglied des engeren Ausschusses des Leipziger Arbeiter- und Soldatenrats und 1919 Stadtverordneter in Leipzig, 1920 auch Mitglied des sächsischen Landtags. 1922 kehrte er in die SPD und wurde 1923 - erst unter Erich Zeigner, dann im Kabinett Fellisch - sächsischer Innenminister.

"Gerade als Innenminister wurde Hermann Liebmann zum Protagonisten des linksrepublikanischen Projekts in Sachsen", meint Gernot Borriss, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Leipzig-Borna. "Durch die Demokratisierung der Staatsverwaltung und der Gemeindeordnung brachte er die Konservativen gegen sich auf; durch sein entschiedenes Vorgehen gegen antidemokratische Aktivitäten zog er früh den Hass der extremen Rechten auf sich."

Und die Rechten hatten auch in Sachsen ein langes Gedächtnis, wenn es darum ging, ihren Hass auf ihre Gegner auszuleben. Gleich 1933 inhaftierten sie den streitbaren Sozialdemokraten, der nach 1924 stets eine führende Rolle in der SPD-Landtagsfraktion inne hatte. Nach mehreren Aufenthalten im Konzentrationslager starb Liebmann 1935 an den Haftfolgen.

Aber noch eines gäbe es zu erinnern bei diesem Mann, meint Borriss: "Die USPD setzte unter maßgeblicher Mitwirkung Hermann Liebmanns die Einführung einer ermäßigten Straßenbahn-Wochenkarte für Arbeiter durch." Womit Borriss nicht nur an das traditionelle Engagement der SPD für unabhängige kommunale Versorgungsunternehmen erinnert, sondern auch an ein aktuell schwelendes Projekt, das "Sozialticket" für Leipzig.

So gesehen ist der Festakt zum 125. Geburtstag von Hermann Liebmann am 18. August, an dem auch SPD-Oberbürgermeister Burkhard Jung teilnimmt, ein recht deutliches Zeichen. Eine Erläuterungstafel am Straßenschild wird angebracht, die neugierigen Passanten künftig erzählt, nach wem die Straße im August 1945 benannt wurde. Der Text auf der kleinen blauen Tafel lautet: "Hermann Liebmann; 1882 - 1935; Sozialdemokrat, Stadtverordneter, Vorsitzender der Leipziger SPD; 1923/24 sächsischer Innenminister; Redakteur der Leipziger Volkszeitung; 1933 - 1935 in verschiedenen Konzentrationslagern, inhaftiert; verstorben an den Haftfolgen".


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