Ans Licht geholt: Archäologen erforschen Geschichte der Dölitzer Wassermühle
Redaktion
24.03.2009
Mauerreste aus dem Mittelalter.
Foto: Sven Kretzschmar, Landesamt für Archäologie
Seit dem Sommer 2008 werden verschiedene Bereiche des im Jahr 1814 wiedererrichteten Gebäudes der Dölitzer Wassermühle archäologisch untersucht. Nicht ohne Fingerzeig; Nach dem Abtrag jüngster Fußbodenschichten im Gebäude wurden verschiedene Mauerzüge sichtbar.
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In Zusammenarbeit mit dem vor Ort ansässigen Verein Grün-Alternatives Zentrum Leipzig e. V. hat das Landesamt für Archäologie die für die kommenden Dekaden einzigartige Gelegenheit ergriffen, bauliche Veränderungen der Mühle und mögliche Vorgängerbauten der heute sichtbaren Wassermühle freizulegen und zu dokumentieren. Zum Tag des Offenen Denkmals im vergangenen Jahr konnte bereits ein kleiner Einblick in die laufenden Arbeiten gegeben werden. Mittlerweile wurden weitere Details herausgearbeitet.
Blick in die Ausgrabung im Mühlengebäude.
Foto: Sven Kretzschmar, Landesamt für Archäologie
In einer Tiefe von einem halben Meter unter dem modernen Fußbodenniveau mit Bestand von 1951 bis 2008 konnte ein Vorgängerbau der in den Kriegswirren von 1813 abgebrannten Wassermühle freigelegt werden. Dieser Vorgängerbau hat deutlich kleinere Ausmaße, als der aktuell sichtbare Gebäudekomplex. Zu vermuten sind zwei Gerinne für die Aufnahme der Wasserräder, die sich ehemals unter dem Dach des heutigen Mühlengebäudes befanden. Der Pleißemühlgraben verlief zu dieser Zeit wohl noch direkt unter dem heutigen Gebäude. Sichtbar wurden zudem zahlreiche Umbauten des vermuteten Vorgängers, der bislang noch nicht näher datiert werden kann, wohl aber hochmittelalterlich sein dürfte.
Aus verschiedenen modernen Verfüllungen konnten Funde an Metall, Keramik, Glas und Knochen geborgen werden. Die Mehrheit dieser Funde ist neuzeitlich bzw. modern zu datieren.
Unterm Mühlenboden kamen Reste der Vorgängermühle zum Vorschein.
Foto: Sven Kretzschmar, Landesamt für Archäologie
Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang, dass dieser Vorgängerbau seinerseits auf älteren Bodenschichten ruht. Die hier gefundenen slawischen Keramikscherben sind nach erster Sichtung dem 11. Jahrhundert zuzuordnen, wobei darunter befindliche Schichten und der natürlich gewachsene Boden noch gar nicht erfasst werden konnten.
Die archäologischen Untersuchungen im Innenraum der Wassermühle gestalten sich aufgrund des baulichen Zustands des Gebäudes schwierig. Daher können leider nicht alle Bereiche des Gebäudes untersucht werden. Durch die aktuellen archäologischen Untersuchungen konnte aber ein erster Einblick in den geschichtsträchtigen Untergrund der Mühle gewagt werden. Nach den derzeitigen Untersuchungen des Landesamtes werden die Bauarbeiten an der Wassermühle noch weiter begleitet mit einer detaillierten Auswertung der gewonnenen Befunde. Bereits zum heutigen Zeitpunkt kann eine positive Bilanz der Zusammenarbeit zwischen Landesamt für Archäologie und dem Verein gezogen werden. Die Ergebnisse und Funde können als Leihgaben im späteren Mühlenmuseum der Öffentlichkeit gezeigt werden.
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