Paulus, Tannhäuser und Heinrich I.: Neue Staffel der Geschichte Mitteldeutschlands im MDR
Ralf Julke
15.10.2011
Dreharbeiten zu "Die Mätresse des Königs".
Foto: MDR
Es ist schon ein geschichtsträchtiges Pflaster, dieses Mitteldeutschland, das in seiner Geschichte schon allerlei Namen trug. Die Mitte von Deutschland war es tatsächlich nur für einen historisch kurzen Moment. Heute ist es eine Namensklammer für die drei Bundesländer, in denen der MDR sendet - ab Sonntag, 16. Oktober, zum Beispiel die nunmehr 13. Staffel der "Geschichte Mitteldeutschlands".
Anzeige
Sie ist eine der professionellsten Reihen, die für den MDR produziert werden. Sie ist auch entsprechend aufwändig. Denn um die Geschichten aus der Geschichte lebendig zu machen, werden authentische Schauplätze besucht - und wo die nicht mehr auffindbar sind, wird auch über die Grenzen der drei Bundesländer hinaus nach authentischen Kulissen gesucht, in denen die Filmszenen gedreht werden können. Ähnlich authentisch wird mit Kostümen und Ausstattung gearbeitet. Die Zuschauer sollen wirklich ein Gefühl für die Zeit bekommen, für das Leben der Menschen, die gezeigt werden. Und selbst wenn es Könige, Kaiser oder Grafen sind - sie erscheinen stets mit einem ganzen Ensemble von Darstellern, die auch den Hintergrund sichtbar machen für die hohen Herren.
Für die neue Staffel fuhr das Drehteam unter anderem auf die Wartburg, wo die Handlung um Tannhäuser ihre Kulisse findet, nach Stolberg und Schönebeck, aber auch nach Tschechien. Und mit der Dokumentation "Der erste Sachse auf dem Thron" (die am 6. November ausgestrahlt wird) geht die Reihe diesmal zu den Ursprüngen dessen zurück, was man heute als Sachsen kennt. Was natürlich 929, als Heinrich I., erster deutscher König und Reichsgründer, die Burg Meißen gründete, auch noch nicht Sachsen hieß. Auf welchen launigen Wegen die sächsische Kurwürde im Lauf des Mittelalters ins heutige Sachsen wanderte, schilderte ja Jürgen Hart so humorvoll in seiner "Unglaublichen Geschichte Sachsens". Da kommt auch die Burggründung Heinrich I. drin vor. Eine Burggründung, die noch lange nicht entschied, wem diese von Sorben bewohnten Gebiete zwischen Saale und Elbsandsteingebirge künftig gehören würden.
Xenia Assenza spielt Ursula Katharina Lubomirska, Fürstin von Teschen.
Foto: MDR
Selbst die Ungarn bedrohen Heinrichs Erwerbungen im Osten. 933 kam es zur großen Entscheidungsschlacht in Thüringen. Wie aufreibend das Leben des ersten deutschen Königs war, schildert die Episode "Der erste Sachse auf dem Königsthron - Heinrich I". Die unter Heinrich begonnene Osterweiterung des Deutschen Reiches schuf die Grundlagen für die später entstehende Markgrafschaft Meißen, in der die Wettiner zu einem der mächtigsten deutschen Fürstengeschlechter wurden.
Natürlich kommt der berühmteste aller Wettiner auch in dieser Staffel vor. Aber diesmal hat August der Starke nicht mit der eigensinnigen Gräfin Cosel zu tun, sondern mit einer anderen seiner vielen Mätressen: Ursula Katharina Lubomirska, Fürstin von Teschen. Xenia Assenza spielt die junge Dame, die dem sächsischen August 1697 den Kopf verdrehte.
Dreharbeiten zu "Der erste Sachse auf dem Königsthron – Heinrich I."
Foto: MDR
Auftakt der Staffel ist am Sonntag, 16. Oktober, um 20.15 Uhr die Geschichte von Generalfeldmarschall Friedrich Paulus, mit dessen Namen die Niederlage der Wehrmachttruppen bei Stalingrad verbunden ist und der sich - wie wenige der einstigen Wehrmachtsgeneräle - auch persönlich mit diesem Trauma beschäftigte. Dass er später das Angebot der DDR-Führung annahm, in der DDR zu bleiben (wohl versorgt mit Villa, Personal und West-Auto), macht ihn natürlich zu einem ganz besonderen Akteur der Reihe: Wer war der Mann wirklich? Was stimmt eigentlich vom öffentlichen Bild überein mit dem, was den "Verlierer von Stalingrad" tatsächlich ausmachte?
Es müssen auch nicht nur die hohen Herren der Geschichte sein, die in der Reihe gewürdigt werden. Am 30. Oktober, nicht ganz zufällig am Reformationstag (der für andere neuerdings Halloween ist), wird "Die Brockenhexe - Hetzjagd an der Elbe" gezeigt - die Geschichte der Maria Kleinecke aus Schönebeck, die 1619 das Schicksal erlebte, als Hexe angeklagt zu werden und auf dem Scheiterhaufen zu sterben. Denn Reformation in Mitteldeutschland hieß eben leider noch nicht Aufklärung. Auch Martin Luther war zutiefst von der Existenz von Hexen überzeugt. Und die tatsächliche Welle der Hexenverfolgungen raste tatsächlich erst im 16. und 17. Jahrhundert durch Mitteldeutschland.
Dreharbeiten zu "Liebe im Mittelalter – Die Skandale des echten Tannhäuser".
Foto: MDR
„Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen", sagte Luther, bezog sich dabei explizit auf das Alte Testament und verlieh seiner Abscheu gegenüber der Hexerei in seiner bekannten Hexenpredigt vom 6. Mai 1526 Ausdruck. Ein Filmbeitrag, der durchaus zum Denken anregen sollte an diesem Tag, an dem sich zahlreiche Menschen als Halloween-Hexe verkleiden.
Es war übrigens der 1655 in Leipzig geborene Christian Thomasius, der durch sein Eintreten für eine humane Strafordnung im Sinne der Aufklärung wesentlich zur Abschaffung der Hexenprozesse beitrug. Auch darauf geht die Dokumentation ein.
Für die Einzelbeiträge werden auch jeweils die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse herangezogen, Fachleute aus den jeweiligen Forschungsbereichen kommen auch selbst ins Bild. Dieter Jacobi, Fernsehdirektor des MDR: „Ich bin davon überzeugt, dass der MDR mit der Geschichte Mitteldeutschlands einen wertvollen Beitrag zum modernen Geschichtsbewusstsein und damit dem Selbstverständnis und Selbstbewusstsein unserer drei Bundesländer leistet.“
Prägendes Gesicht der Reihe freilich ist von Anfang an der Moderator, Schauspieler und Synchronsprecher Gunter Schoß, der die Zuschauer jeweils einführt in den 45-minütigen Film. Und die 13. Staffel wird wohl noch längst nicht die letzte sein. Schoß: "Mitteldeutschland ist ein solch geschichtsträchtiger Landstrich, dass uns das Material wohl nie ausgehen wird. Hier wurde Weltgeschichte geschrieben und von hier gingen Entwicklungen aus, die mitunter Auswirkungen bis in die Gegenwart haben."
Und in die Zukunft logischerweise auch. Manchmal wissen die Akteure ja selbst nicht, welche Rolle sie später tatsächlich einmal in den Geschichtsbüchern und Filmdokumentationen spielen werden. Ob sie überhaupt dort landen - oder ob es nicht gar ihre ungeliebten und "kriminellen" Gegenspieler sein werden, die dort die Rolle des positiven Helden bekommen.
Eigentlich ist die Reihe auch eine Möglichkeit für alle, die hienieden gern die großen Rollen spielen, etwas bescheidener zu werden in ihren Ansprüchen. Es gibt keine Logik in der Geschichte, kein für immer gesetztes Gut und Böse. Mancher, der glaubt, einen gesetzestreuen und braven Job getan zu haben, landet als Jammergestalt oder falscher Augustin im Gedächtnis der Menschen. Und mancher, der sich scheinbar sein Leben lang zum Klops gemacht hat, erscheint dort als lebendiges Vorbild. Hinterher erst ist man wirklich klüger. Und wie bunt die Leidenschaften, Irrtümer und Träume der Menschen immer waren, das zeigt die Reihe "Geschichte Mitteldeutschlands" recht anschaulich.
Die Sendetermine der 13. Staffel, Beginn ist immer um 20.15 Uhr:
23. Oktober: „Die Mätresse des Königs – Fürstin von Teschen und August der Starke“
30. Oktober: “Die Brockenhexe – Hetzjagd an der Elbe“
6. November: “Der erste Sachse auf dem Königsthron – Heinrich I.“
13.November: “Liebe im Mittelalter – Die Skandale des echten Tannhäuser“
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…
Am Donnerstag, dem 24. Mai, 19:00 Uhr begrüßt die Schaubühne zur Filmpremiere von "Aber das Leben geht weiter" die Regisseurin Karin Kaper. In ihrem Dokumentarfilm setzen drei polnische und drei deutsche Frauen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, bewusst persönlich zum Thema „Flucht und Vertreibung“ ein Zeichen der Annäherung. mehr…
Am Ende hat wieder der Finanzminister gewonnen. Nicht nur den anderen Ministern gegenüber hat Georg Unland (CDU) den längeren Hebel in der Hand und kann die Richtung per Finanzzuweisung dirigieren, auch gegenüber Städten, Gemeinden und Landkreisen in Sachsen gibt er die Richtung vor. Und so hieß es am Freitag, 18. Mai, wieder einmal im Unland-Stil: „Wir sorgen vor!“ mehr…
Die Freiwilligen-Agentur Leipzig lädt am Dienstag, 22. Mai, Bürgerinnen und Bürger, die sich für ein Ehrenamt interessieren, herzlich zum Ehrenamtscafé in ihre Räumlichkeiten am Dorotheenplatz 2 ein. Von 16:00 bis 18:00 Uhr stellen fünf gemeinnützige Einrichtungen ihre ehrenamtlichen Angebote vor: Bürgerverein Kolonnadenviertel e. V., Durchblick e. V., Bürgerverein Waldstraßenviertel e. V., Jugendpresse e. V. und Caritasverband Leipzig e. V. mehr…
Am 6. Juni 2012 lädt die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) gemeinsam mit der Firma Würth Elektronik zu einem Industrieseminar in die Hochschule ein. Von 09:00 bis 15:00 Uhr werden in diesem praxisnahen Seminar Themen der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) diskutiert. mehr…
Am Donnerstag, 24. Mai, gibt es im Kulturclub „Horns Erben“, Arndtstraße 33, die nächste Show "Adolf Südknecht - The improvised alternative-history-show". Untertitel: Eine Kneipiersfamilie improvisiert die potenzielle Chronik des Südmeilen-Kiezes. Diesmal gibt's Folge 4: „Menschen, Messe, Megastadt!" mehr…
Tommi Sillanpää hat die SG LVB am Samstag vor 250 Zuschauern im letzten Saisonspiel zum 33:26 (19:10)-Sieg gegen die TSG Münster geschossen. Im Anschluss wählten ihn Fans, Mannschaft und Trainerteam sogar zum LVB-Spieler des Jahres - eines Jahres, in dem aus blaugelber Sicht vieles passte. mehr…
Zwei links, zwei rechts - wie langweilig! Mit Wolle kann man noch ganz andere Sachen machen. Mit Ruth Kindla hat der Buchverlag für die Frau jetzt eine Autorin ins Programm genommen, die das Stricken mit farbigen Garnen zu einer Kunst entwickelt hat. Ihre Geheimwaffe: verkürzte Reihen. Das Wichtigste, was man zum Funktionieren der verkürzten Reihen wissen muss, ist die Technik der Wendemasche. Rätsel über Rätsel. mehr…
In dem ca. 90 minütigen Solo-Programm wird der Roman „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf auf eine Sprecherin und eine Leinwand übertragen. Sprache wird ein Mittel des Bewusstseins, die handelnde Stimme wird ein aktives Medium, dass den Zuschauer verführen will, ihm auf seinem Erkenntnisweg zu folgen. mehr…
Das vorletzte Saisonspiel endete wieder mit einem Sieg für den SC DHfK. Nach sieben Auswärtsspielen ohne Sieg in Folge gewannen die Grünweißen mit 29:25 (14:11) beim TV Bittenfeld. Die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas bestimmte das Spiel über weite Strecken und lieferte eine stabile Leistung ab. mehr…
Täglich gehts voran, man strebt und lebt nach vorn. Vollgas, Sommer wie Winter, keine Zeit zur Besinnung. Schön so eigentlich, bevor man noch auf dumme Gedanken kommt, einfach weiter, weiter, weiter. mehr…
Die Stadt Leipzig wird die Kampagne „Alle bleiben“ unterstützen, so beschloss es der Stadtrat am 16. Mai. Bei dieser Kampagne geht es vor allem um das humanitäre Bleiberecht für langjährig in Deutschland geduldete Roma aus den Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien. Bei solch einem Thema rings um menschliche Schicksale konnte sich der NPD-Stadtrat Klaus Ufer nicht zurückhalten und meldete sich prompt zu einem Redebeitrag (siehe Audio). mehr…
Schock bei Lok Leipzig: Nur einen Tag nach dem Aufstieg in die Regionalliga ist Erfolgstrainer Willi Kronhardt von seinem Amt zurückgetreten. In einer Erklärung gab Kronhardt fehlende finanzielle Mittel für die Umsetzung seiner Vision von Fußball an. Außerdem soll auch Germania Halberstadt Interesse am 43-Jährigen haben. mehr…
Schon im Vorjahr gaben die Rasenballer nur das Gastspiel bei der Aufstiegsfeier in Chemnitz, wo ihre Niederlage die Himmelblauen jubeln ließ. Beim Auftritt in Halle hätte wegen der deutlichen Kieler Niederlage, auch ein Sieg der Leipziger den HFC nicht gestoppt. Es blieb beim torlosen, recht durchschnittlichen Spiel. mehr…