Grenzlinde Alte Salzstraße: Am Radweg vor dem Tore fällt bald ein Lindenbaum
Gernot Borriss
02.12.2011
Die Grenzlinde in der Alten Salzstraße.
Foto: Gernot Borriss
Leipzig verliert in Kürze eines seiner Naturdenkmale. Die Grenzlinde Alte Salzstraße muss wegen Pilzbefall und zur Wahrung der Verkehrssicherheit gefällt werden, teilt das städtische Umweltschutzamt mit. Der Baum markierte einst den Grenzpunkt zwischen den Gemarkungen der Dörfer Lausen, Miltitz und Schönau.
Anzeige
Leipzig ist ein Ort der Linden. Das wussten schon die Slawen, die hier einst siedelten. Deshalb gaben sie ihrer Ansiedlung besagten Namen, natürlich in ihrer Sprache. Daraus wurde später „Leipzig“.
Linden gibt es auch heute noch viele an Weißer Elster und Pleiße. Doch eine muss in Kürze fallen. Noch dazu eine sehr markante und besonders geschützte.
Vom Pilz befallen: Die Grenzlinde in der Alten Salzstraße.
Foto: Gernot Borriss
Es geht um das städtische Naturdenkmal Nr. 95: die Grenzlinde Alte Salzstraße. „Anlässlich der Winterkontrolle im November 2011 wurde durch den Sachverständigen für Baumsanierung und Bewertung der Verkehrssicherheit von Bäumen attestiert, dass die Grenzlinde abgestorben und die Fällung zur Herstellung der Verkehrssicherheit erforderlich ist“, teilte dazu jüngst das Umweltschutzamt der Stadt mit.
Bereits 2007 sei an dem geschichtsträchtigen Baum ein beginnender Pilzbefall festgestellt worden. Und nun ist Gefahr im Verzug: für Anwohner der Kirschbergsiedlung und alle, die dort die Alte Salzstraße zu Fuß oder mit dem Fahrrad passieren. Auch sind die Pilzkulturen auf dem Baum deutlich zu erkennen.
Die Grenzlinde vor 25 Jahren.
Quelle: Gesellschaft für Heimatgeschichte Leipzig im Kulturbund der DDR: Historisches rund um Grünau, Leipzig 1986
„Die Fällung ist im Monat Dezember 2011 vorgesehen“, heißt es aus dem Umweltamt gegenüber L-IZ, „ein genauer Termin konnte von der beauftragten Firma noch nicht benannt werden.“
Zugleich prüft das Amt die Möglichkeit einer Ersatzpflanzung. „Als kritisch ist zu bewerten, dass unmittelbar am jetzigen Standort diverse Leitungen verlaufen“, so ein Stadtsprecher.
Doch wie kommt ein Grenzbaum mitten nach Grünau? Ist hier seit 1976 nicht einfach nur freies Feld bebaut worden? Im Prinzip ja, aber eben dann doch nicht so ganz. Zum einen entstanden bereits in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts auf dem Gebiet des heutigen Stadtbezirks West verschiedene Siedlungen. Neben der Siedlung Grünau, die später dem ganzen Wohngebiet den Namen geben sollte, auch die Kirschbergsiedlung.
Und an deren Westrand, unweit der Krakauer Straße, steht besagte Grenzlinde. Hier stoßen nämlich die Gemarkungen der ehemals selbstständigen Dörfer Lausen, Miltitz und Schönau aufeinander. Für diese sind Ersterwähnungen aus dem 13. Jahrhundert überliefert. Zeitweise gehörten sie zum damaligen Bistum Merseburg, von dem sie die Stadt Leipzig erwarb. Als Ratsdörfer lagen sie weiterhin weit vor den Mauern der Stadt.
Schönau wurde 1930 nach Leipzig eingemeindet. Den Ausschlag gab letztlich der bis heute unvollendete Kanal- und Hafenbau im Westen der Stadt. Den wollte die Messemetropole unbedingt innerhalb der eigenen Grenzen realisieren.
Im Dezember 1979 kamen Teile der Miltitzer und Lausener Flur nach Leipzig, um den Bau des neuen Plattenbaustadtteils realisieren zu können. Seit gut einem Jahrzehnt gehören die Dörfer komplett zu Leipzig.
Überdauert hat all diese Gebietsreformen die Grenzlinde Schönau, wie sie lange hieß. Sie steht mitten auf der Alten Salzstraße, der historischen West-Ost-Verbindung. Auch in der Broschüre „Historisches rund um Grünau“, den die Gesellschaft für Heimatgeschichte Leipzig im damaligen Kulturbund der DDR 1986 herausgab, ist sie in voller Pracht fotografisch festgehalten. Doch nun macht ihr ein heimtückischer Pilz den Garaus.
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…
Am Donnerstag, dem 24. Mai, 19:00 Uhr begrüßt die Schaubühne zur Filmpremiere von "Aber das Leben geht weiter" die Regisseurin Karin Kaper. In ihrem Dokumentarfilm setzen drei polnische und drei deutsche Frauen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, bewusst persönlich zum Thema „Flucht und Vertreibung“ ein Zeichen der Annäherung. mehr…
Am Ende hat wieder der Finanzminister gewonnen. Nicht nur den anderen Ministern gegenüber hat Georg Unland (CDU) den längeren Hebel in der Hand und kann die Richtung per Finanzzuweisung dirigieren, auch gegenüber Städten, Gemeinden und Landkreisen in Sachsen gibt er die Richtung vor. Und so hieß es am Freitag, 18. Mai, wieder einmal im Unland-Stil: „Wir sorgen vor!“ mehr…
Die Freiwilligen-Agentur Leipzig lädt am Dienstag, 22. Mai, Bürgerinnen und Bürger, die sich für ein Ehrenamt interessieren, herzlich zum Ehrenamtscafé in ihre Räumlichkeiten am Dorotheenplatz 2 ein. Von 16:00 bis 18:00 Uhr stellen fünf gemeinnützige Einrichtungen ihre ehrenamtlichen Angebote vor: Bürgerverein Kolonnadenviertel e. V., Durchblick e. V., Bürgerverein Waldstraßenviertel e. V., Jugendpresse e. V. und Caritasverband Leipzig e. V. mehr…
Am 6. Juni 2012 lädt die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) gemeinsam mit der Firma Würth Elektronik zu einem Industrieseminar in die Hochschule ein. Von 09:00 bis 15:00 Uhr werden in diesem praxisnahen Seminar Themen der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) diskutiert. mehr…
Am Donnerstag, 24. Mai, gibt es im Kulturclub „Horns Erben“, Arndtstraße 33, die nächste Show "Adolf Südknecht - The improvised alternative-history-show". Untertitel: Eine Kneipiersfamilie improvisiert die potenzielle Chronik des Südmeilen-Kiezes. Diesmal gibt's Folge 4: „Menschen, Messe, Megastadt!" mehr…
Tommi Sillanpää hat die SG LVB am Samstag vor 250 Zuschauern im letzten Saisonspiel zum 33:26 (19:10)-Sieg gegen die TSG Münster geschossen. Im Anschluss wählten ihn Fans, Mannschaft und Trainerteam sogar zum LVB-Spieler des Jahres - eines Jahres, in dem aus blaugelber Sicht vieles passte. mehr…
Zwei links, zwei rechts - wie langweilig! Mit Wolle kann man noch ganz andere Sachen machen. Mit Ruth Kindla hat der Buchverlag für die Frau jetzt eine Autorin ins Programm genommen, die das Stricken mit farbigen Garnen zu einer Kunst entwickelt hat. Ihre Geheimwaffe: verkürzte Reihen. Das Wichtigste, was man zum Funktionieren der verkürzten Reihen wissen muss, ist die Technik der Wendemasche. Rätsel über Rätsel. mehr…
In dem ca. 90 minütigen Solo-Programm wird der Roman „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf auf eine Sprecherin und eine Leinwand übertragen. Sprache wird ein Mittel des Bewusstseins, die handelnde Stimme wird ein aktives Medium, dass den Zuschauer verführen will, ihm auf seinem Erkenntnisweg zu folgen. mehr…
Das vorletzte Saisonspiel endete wieder mit einem Sieg für den SC DHfK. Nach sieben Auswärtsspielen ohne Sieg in Folge gewannen die Grünweißen mit 29:25 (14:11) beim TV Bittenfeld. Die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas bestimmte das Spiel über weite Strecken und lieferte eine stabile Leistung ab. mehr…
Täglich gehts voran, man strebt und lebt nach vorn. Vollgas, Sommer wie Winter, keine Zeit zur Besinnung. Schön so eigentlich, bevor man noch auf dumme Gedanken kommt, einfach weiter, weiter, weiter. mehr…
Die Stadt Leipzig wird die Kampagne „Alle bleiben“ unterstützen, so beschloss es der Stadtrat am 16. Mai. Bei dieser Kampagne geht es vor allem um das humanitäre Bleiberecht für langjährig in Deutschland geduldete Roma aus den Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien. Bei solch einem Thema rings um menschliche Schicksale konnte sich der NPD-Stadtrat Klaus Ufer nicht zurückhalten und meldete sich prompt zu einem Redebeitrag (siehe Audio). mehr…
Schock bei Lok Leipzig: Nur einen Tag nach dem Aufstieg in die Regionalliga ist Erfolgstrainer Willi Kronhardt von seinem Amt zurückgetreten. In einer Erklärung gab Kronhardt fehlende finanzielle Mittel für die Umsetzung seiner Vision von Fußball an. Außerdem soll auch Germania Halberstadt Interesse am 43-Jährigen haben. mehr…