AMI 2010: RWE und Renault machen Elektroauto zur gemeinsamen Sache
Robert Weigel
15.04.2010
Gibt's bald auch in groß auf deutschen Straßen: Elektroautos und RWE-Stromzapfsäulen
Foto: Robert Weigel
Eigentlich ist diese Kooperation nur logisch: In den nächsten zwei Jahren wollen der Energieriese RWE und der französische Autobauer Renault das Elektroauto in Deutschland salonfähig machen. Dafür soll eine Flotte verschiedener Fahrzeugtypen und eine Infrastruktur zum Aufladen der Elektroautos entstehen.
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Erstes Kind der RWE-Renault-Ehe: Ein Elektro-Kangoo.
Foto: Robert Weigel
Zum ersten Mal sind bei der diesjährigen Messe Auto Mobil International (AMI) mit RWE und Eon auch zwei große deutsche Stromerzeuger mit Ständen vertreten. Denn in Sachen Elektromobilität können die Energieriesen einiges an Know-How beisteuern. Auf der RWE-Roadshow, die demnächst auch in weiteren Städten zu sehen sei wird, steht auch schon ein vierrädriges Gefährt als Beispiel bereit.
Der „Kangoo“ von Kooperationspartner Renault fährt komplett auf Batterie – und das serienmäßig schon ab kommendem Jahr. Ziel der Kooperation von Stromerzeuger und Autobauer ist es, Elektrofahrzeuge als Alternative für deutsche Autofahrer zu etablieren. Dem Kangoo sollen bald drei weitere Modelle folgen – damit für jeden Interessenten das passende Auto verfügbar ist. Wobei der Kangoo vor allem Gewerbetreibende für sich gewinnen soll.
In zunächst acht Ballungsräumen will RWE in den nächsten gut zwei Jahren dafür die entsprechenden Ladestationen aufstellen, damit dem E-Auto nicht der Saft ausgeht. Erste Zentren sind das Ruhrgebiet und die Bundeshauptstadt Berlin – 1000 Stationen sollen bis Ende 2010 aufgestellt sein. Ziel des Stromerzeugers ist es, elektrisches Laden so einfach wie Parken und die Abrechnung so einfach wie beim Handy zu machen. Eine flächendeckende Infrastruktur soll schon in wenigen Jahren erreicht werden.
Und RWE setzt noch eins oben drauf: „Wir garantieren, dass der Strom zu 100 Prozent aus regenerativen Energien erzeugt wird“, erklärt Carolin Reichert, bei RWE Chefin über die Elektromobilität. Das wolle man sich auch vom TÜV Süd zertifizieren lassen.
Spannend findet diese Ideen auch der ADAC. Der Automobilclub will noch in diesem Jahr selbst 50 E-Zapfsäulen an seinen Standorten aufbauen. Der Clou: ADAC-Mitglieder können bis Ende nächsten Jahres kostenlos „tanken“. Und auch die fleißigen Pannenhelfer in den gelben Fahrzeugen sollen alsbald auf die neue Technik eingestellt werden.
Noch Zukunftsmusik - bald schon Realität? Die Steckdose fürs Auto auf jedem Parkplatz.
Foto: Robert Weigel
Auf der gemeinsamen Pressekonferenz zum Auftakt der AMI vermochten derweil die Kooperationspartner noch keine Informationen über die Kosten für den geneigten Autokäufer zu geben. Da Elektroautos aber (noch) relativ teuer in der Anschaffung sind, zudem die Reichweite mit knapp über 100 Kilometern stark eingeschränkt ist, dürfte der Kauf auch und vor allem eine Gewissensfrage sein.
Für den Osten der Republik ist das Projekt zudem im Moment noch Zukunftsmusik – die Landkarte der Ladestationen ist bis dato beinahe blütenweiß, einzig Rostock und Berlin tauchen bisher auf.
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