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Nachwuchs in der AMI-Familie: Das kleine Schwesterchen heißt AMISTYLE

Robert Weigel
Zwei gute Nachrichten hatte Volker Lange, Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), am Montag Vormittag im Presseclub der Leipziger Messe im Gepäck: Erstens habe Spanien Angst vor Fußball-Deutschland. Und zum Zweiten habe die Leipziger Messe einen neuen Messe-Verbund.


2011 beginnt für die Messe eine neue Zeitrechnung – es ist das Jahr 1 ohne Automesse AMI. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken und den Wechsel einer der publikumswirksamsten Messen am Standort in den Zwei-Jahres-Rhythmus wie eine bittere Kröte runterzuschlucken, haben die Messemacher etwas Neues aus dem Hut gezaubert: die AMISTYLE. Die Ausstellung zur Individualisierung, Veredelung und Umrüstung des fahrbaren Untersatzes wird 2011 den Messekalender ergänzen.


Auf dem standen vom 9. bis zum 13 April bereits AMITEC und AMICOM, die beiden kleinen Zöglinge der großen AMI. Erstere hat bereits sieben Auflagen hinter sich, letztere war erst in diesem Jahr mit großem Zuschauerzuspruch in die Spur gegangen. Nun wird aus dem Duo ein Verbund, der in den ungeraden Jahren auch ohne die große Autoschau AMI die Messehallen im Norden der Stadt füllen soll.

Mit dem dritten Kind in der Familie wird auch die angesprochene Zielgruppe noch schärfer umrissen: Anders als bei der AMI sollen überwiegend Auto-Besitzer aufs Messegelände gelockt werden, die ihr liebstes Kind noch etwas aufpeppen wollen. Im zweiten Jahr nach der Umweltprämie ist das eingedenk der zahlreichen noch recht neuen Wagen auf Deutschlands Straßen gar keine so schlechte Idee.

Immerhin, so wusste Volker Lange zu berichten, ist das Automobil hierzulande im Schnitt gute acht Jahre alt – und da sind die zahlreichen staatlich subventionierten Neukäufe nach der Abwrackprämie bereits im Zahlenwerk abgebildet.


Individualisierung und Veredelung sind also die Stichworte, mit denen die AMISTYLE beim Kunden punkten möchte. Volker Lange versteht den neuen Messeverbund als „Anreiz zwischen den Jahren“, in denen die AMI ohnehin für genügend Aufmerksamkeit sorgt. Sowohl Lange als auch Messegeschäftsführer Martin Buhl-Wagner machten dabei bei der Vorstellung des Konzepts klar, dass die AMISTYLE keine reine Tuning-Veranstaltung sein solle.

Auch ältere Autofahrer mit ihren besonderen Ansprüchen an Automobilität und -komfort sollen mit der neuen Ausstellung angesprochen werden. Ob das mit dem eher jugendlichen Titel AMISTYLE gelingen kann, wird vor allem an der Liste der Aussteller ablesbar sein. Denn natürlich soll die AMISTYLE auch die „Freaks“ unter den Autobesitzern, wie Martin Buhl-Wagner schmunzelnd anfügte, anlocken, ohne zur reinen Tuningveranstaltung zu verkommen. Denn klar ist auch: Bei den Enthusiasten in der Tuningszene sitzt das Geld durchaus recht locker, wird gern noch der ein oder andere Hunderter oder Tausender in der 3er Golf investiert, anstatt das Autohaus aufzusuchen.

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Matthias Kober, Projektdirektor der AMI-Familie ist aber optimistisch, dass diese Gratwanderung gelingen könne. Die Zielgruppen von -TEC, -COM und -STYLE ähnelten sich, es seien hohe Synergieeffekte zu erwarten, glaubt Kober. In Gesprächen mit potentiellen Ausstellern habe man ein starkes Interesse am neuen Messekonzept feststellen können, erklärte Kober: „Deutlich wurde dies speziell im Hinblick auf die klare Differenzierung zu bestehenden Automobilmesse und den reinen Tuningveranstaltungen.“

Die nun anlaufende Akquisition der Aussteller wird zeigen, wie ernst es der Messe mit der Abgrenzung ist. Und im April 2011 wird die spannende Frage beantwortet, ob der Messeverbund von AMITEC, AMICOM und AMISTYLE auch für sich allein funktionieren kann. Denn da wagt die Leipziger Messe quasi den Feldversuch – und der kann trotz bester Voraussetzungen auch nach hinten losgehen.

www.ami-leipzig.de


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