Finanzierung zum Leipziger City-Tunnel 2009 geklärt und einige Fragen offen
Michael Freitag
11.04.2009
So schaffte Leonie im August den Durchbruch am Markt.
Foto: Bauüberwachung Citytunnel/Rainer Gleß
Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland und Wirtschaftsminister Thomas Jurk sind´s zufrieden. Nun hat die Sucherei ein Ende und am Schluss fehlt niemandem Geld. Obwohl noch 58 Millionen zum Tunnelglück gefunden wurden. Wie so etwas geht?
Anzeige
Mit “nicht in Anspruch genommenen Geldern“ und durch “Umschichtungen nicht benötigter Mittel“. Teile der Herkunft bleiben im Nebel einer Pressemitteilung.
Ja, am Bau, am Bau – da ist man meist erst hinterher schlau. Da wird projektiert, gezeichnet, Idealmodelle werden gerechnet und irgendwie ist hinterher alles teurer, als anfangs gedacht. Das ist ja sogar beim Eigenheim so, falls es kein Fertigteilhaus mit Sofortmontage durch den Komplettanbieter ist. Gut, selbst der kann vom Regen überrascht werden. Bei der Suche nach den Geldern zum City-Tunnel-Finale spielte sich also das gleiche Hinterkopfkratzen ab wie überall: ich mach Dir das für drei Euro – wenn nichts dazwischen kommt. Und es kommt immer was dazwischen.
Dezember 2008: Demontage der Tunnelbohrmaschine Leonie.
Foto: Freistaat Sachsen
Nun haben sich die sächsischen Minister Prof. Dr. Georg Unland (Finanzen/Parteilos) und Wirtschaftsminister Thomas Jurk (Wirtschaft/SPD) am 9. April 2009 in einem Spitzengespräch auf die Lösung geeinigt. Sie haben noch Geld gefunden. Wirtschaftsminister Jurk: „Damit ist der Weg auch für die restlichen 58 von insgesamt 462 Millionen Euro frei für Investitionen in den kommunalen Straßenbau, den Staatsstraßenbau und den ÖPNV.“ Beide Minister sind sich einig, dass dies ein weiteres Konjunkturprogramm für Sachsen ist.
45 der 58 Millionen Euro für den Expresstunnel unter den Leipziger Füßen können aus der veranschlagten Finanzierungsbeteiligung des Freistaates an der A 72 finanziert werden, welche vom Bund in diesem Jahr nicht in Anspruch genommen wird. Das gilt dabei nur für dieses Jahr, ob ohne Revanche unklar, denn niemand lässt Geld einfach beim Verhandlungspartner (hier Bund und Länder) liegen.
Dann fehlten noch 13 Millionen und ab diesem Punkt nebelt es still vor sich hin. “Für die restlichen 13 Millionen kommt die Deckung aus Umschichtungen nicht benötigter Mittel“ heißt es in der Pressemitteilung nach dem Zweiergipfel.
Dezember 2008: Demontage der Tunnelbohrmaschine Leonie.
Foto: Freistaat Sachsen
Zwischenstrich
Am 7. April 2009 teilten die Leipziger Verkehrsbetriebe ihre Finanzierungsvorhaben für 2009 mit: „Wir freuen uns, dass wir im Jahr 2009 einige ganz wichtige Maßnahmen realisieren können, die wir in den vergangenen Jahren aus verschiedenen Gründen mehrfach verschieben mussten“, so Dirk Sikora, Geschäftsbereichsleiter Investitionen und Liegenschaften.
Hierbei handelt es sich um die Anschaffung von fünf modernen Midibussen, welche die alten Fahrzeuge für den Einsatz in Grünau und Böhlitz-Ehrenberg ersetzen sollen und allgemeinen notwendigen Verbesserungen von Blindenleitsystemen, Fahrgastinformation, Fahrgastunterstand und Spaltbreite an der Bahnsteigkante an circa 25 Haltestellen.
Und es taucht auch ein Posten auf, den auch die LVB nicht sicher zusagen kann. Und das liest sich dann so: “Prager Straße: Die Strecke der Linie 15 in Probstheida wird zur Stadtbahn mit separatem Bahnkörper ausgebaut. Die Haltestellen Russenstraße und Probstheida werden zu behindertengerechten Haltestellen ausgebaut und die Buswendeanlage umgebaut.“
Kosten dafür gesamt etwa 10,9 Millionen Euro. Doch der Fördermittelbescheid des Landes dafür liege noch nicht vor. „Die Stadt und die LVB haben die Absicht, diese Maßnahme noch dieses Jahr zu beginnen. Es sind jedoch noch einige baurechtliche Aufgaben zu erledigen“, so Dirk Sikora an diesem Tag.
Die neuen Straßenbahnen, hier Leoliner in Heiterblick und XXL-Wagen aus Bautzen, fehlen in der vorher bereits verschobenen Finanzprognose der Leipziger Verkehrsbetriebe 2009 ebenfalls.
Auf der einen Seite also Nebelaussagen, auf der anderen Seite zwei fehlende Finanzierungsposten für 2009. Scheinbar wurde in Dresden also kein neues Geld gedruckt, sondern gerechnet. Wenn es schlussendlich stimmt, ist es auf Kosten der LVB und mit ihr auf dem Rücken der Probstheidaer und den Herstellern neuer Straßenbahnen in der sächsischen Wirtschaft 2009 geschehen. Wenn es stimmt - aber die Variante, dass Geld gedruckt wurde oder eben nicht der ÖPNV in Leipzig "bestraft" wird, klingen unwahrscheinlicher.
Das Wissen, woher das Geld neben der richtigen Autobahneinsparung herkommt, ergibt sich also scheinbar aus den kommenden Meldungen der LVB, nicht aus der aktuellen Pressemitteilung der sächsischen Zweierrunde.
Oder irgend jemand lässt im sächsischen Finanzgetriebe einfach 13 Millionen Euro liegen. Auch gut, den würden wir gern kennen lernen.
Und was der City-Tunnel am Schluss gekostet hat, wird erst klar sein, wenn der prognostizierte Zukunftsnutzen neben den realen Umgebungskosten während der Bauzeit liegt.
Zuzüglich der Instanthaltungsaufwendungen der kommenden Jahre.
Informationen zum innerstädtischen Nahverkehr ohne Auto www.lvb.de
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…
Am Donnerstag, dem 24. Mai, 19:00 Uhr begrüßt die Schaubühne zur Filmpremiere von "Aber das Leben geht weiter" die Regisseurin Karin Kaper. In ihrem Dokumentarfilm setzen drei polnische und drei deutsche Frauen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, bewusst persönlich zum Thema „Flucht und Vertreibung“ ein Zeichen der Annäherung. mehr…
Am Ende hat wieder der Finanzminister gewonnen. Nicht nur den anderen Ministern gegenüber hat Georg Unland (CDU) den längeren Hebel in der Hand und kann die Richtung per Finanzzuweisung dirigieren, auch gegenüber Städten, Gemeinden und Landkreisen in Sachsen gibt er die Richtung vor. Und so hieß es am Freitag, 18. Mai, wieder einmal im Unland-Stil: „Wir sorgen vor!“ mehr…
Die Freiwilligen-Agentur Leipzig lädt am Dienstag, 22. Mai, Bürgerinnen und Bürger, die sich für ein Ehrenamt interessieren, herzlich zum Ehrenamtscafé in ihre Räumlichkeiten am Dorotheenplatz 2 ein. Von 16:00 bis 18:00 Uhr stellen fünf gemeinnützige Einrichtungen ihre ehrenamtlichen Angebote vor: Bürgerverein Kolonnadenviertel e. V., Durchblick e. V., Bürgerverein Waldstraßenviertel e. V., Jugendpresse e. V. und Caritasverband Leipzig e. V. mehr…
Am 6. Juni 2012 lädt die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) gemeinsam mit der Firma Würth Elektronik zu einem Industrieseminar in die Hochschule ein. Von 09:00 bis 15:00 Uhr werden in diesem praxisnahen Seminar Themen der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) diskutiert. mehr…
Am Donnerstag, 24. Mai, gibt es im Kulturclub „Horns Erben“, Arndtstraße 33, die nächste Show "Adolf Südknecht - The improvised alternative-history-show". Untertitel: Eine Kneipiersfamilie improvisiert die potenzielle Chronik des Südmeilen-Kiezes. Diesmal gibt's Folge 4: „Menschen, Messe, Megastadt!" mehr…
Tommi Sillanpää hat die SG LVB am Samstag vor 250 Zuschauern im letzten Saisonspiel zum 33:26 (19:10)-Sieg gegen die TSG Münster geschossen. Im Anschluss wählten ihn Fans, Mannschaft und Trainerteam sogar zum LVB-Spieler des Jahres - eines Jahres, in dem aus blaugelber Sicht vieles passte. mehr…
Zwei links, zwei rechts - wie langweilig! Mit Wolle kann man noch ganz andere Sachen machen. Mit Ruth Kindla hat der Buchverlag für die Frau jetzt eine Autorin ins Programm genommen, die das Stricken mit farbigen Garnen zu einer Kunst entwickelt hat. Ihre Geheimwaffe: verkürzte Reihen. Das Wichtigste, was man zum Funktionieren der verkürzten Reihen wissen muss, ist die Technik der Wendemasche. Rätsel über Rätsel. mehr…
In dem ca. 90 minütigen Solo-Programm wird der Roman „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf auf eine Sprecherin und eine Leinwand übertragen. Sprache wird ein Mittel des Bewusstseins, die handelnde Stimme wird ein aktives Medium, dass den Zuschauer verführen will, ihm auf seinem Erkenntnisweg zu folgen. mehr…
Das vorletzte Saisonspiel endete wieder mit einem Sieg für den SC DHfK. Nach sieben Auswärtsspielen ohne Sieg in Folge gewannen die Grünweißen mit 29:25 (14:11) beim TV Bittenfeld. Die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas bestimmte das Spiel über weite Strecken und lieferte eine stabile Leistung ab. mehr…
Täglich gehts voran, man strebt und lebt nach vorn. Vollgas, Sommer wie Winter, keine Zeit zur Besinnung. Schön so eigentlich, bevor man noch auf dumme Gedanken kommt, einfach weiter, weiter, weiter. mehr…
Die Stadt Leipzig wird die Kampagne „Alle bleiben“ unterstützen, so beschloss es der Stadtrat am 16. Mai. Bei dieser Kampagne geht es vor allem um das humanitäre Bleiberecht für langjährig in Deutschland geduldete Roma aus den Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien. Bei solch einem Thema rings um menschliche Schicksale konnte sich der NPD-Stadtrat Klaus Ufer nicht zurückhalten und meldete sich prompt zu einem Redebeitrag (siehe Audio). mehr…
Schock bei Lok Leipzig: Nur einen Tag nach dem Aufstieg in die Regionalliga ist Erfolgstrainer Willi Kronhardt von seinem Amt zurückgetreten. In einer Erklärung gab Kronhardt fehlende finanzielle Mittel für die Umsetzung seiner Vision von Fußball an. Außerdem soll auch Germania Halberstadt Interesse am 43-Jährigen haben. mehr…