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Wettbewerb zum Stadtraum Bayrischer Bahnhof: 30 Planungsbüros im Rennen

Matthias Weidemann
Pressekonferenz zum Wettbewerb.
Pressekonferenz zum Wettbewerb.
Foto: Matthias Weidemann
Das Areal um den Bayrischen Bahnhof ist seit langem eines der stadtplanerischen Sorgenkinder Leipzig. Das Stadttor zum Süden hat aber großes Potential und gewinnt mit dem kommenden City-Tunnel an Bedeutung. In 10 bis 15 Jahren soll hier ein neuer Stadt- und Landschaftsraum entstehen. Dazu hat die Stadt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG einen Realisierungswettbewerb ausgelobt.

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Am Mittwoch wurde das Projekt passenderweise in der Gaststätte Bayrischer Bahnhof vorgestellt. Das rund 40 Hektar große Areal erstreckt sich entlang der Trasse des im Bau befindlichen City-Tunnels vom Bayerischen Bahnhof im Norden bis zur Richard-Lehmann-Straße im Süden.

Im Westen wird es von der Südvorstadt und der MDR Media City begrenzt, im Osten von der Straße des 18. Oktober und der Alten Messe. Das Areal gilt als eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete der Stadt.

Blick von der Semmelweisbrücke zum MDR-Hochhaus.
Blick von der Semmelweisbrücke zum MDR-Hochhaus.
Foto: Ralf Julke

Diesen Umstand hob auch Baubürgermeister Martin zur Nedden noch einmal ausdrücklich hervor: „Deshalb freuen wir uns auch, dass es von Anfang an eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn gab. Gemeinsam waren wir sofort der Meinung, dass ein städtebaulicher Wettbewerb das richtige Mittel ist. So kommt man auch auf Ideen, auf die man von alleine nicht gekommen wäre.“

Das Areal um den Bayrischen Bahnhof sei bisher eher ein Trenngebiet gewesen, so der Baubürgermeister weiter. Und: „In Zukunft soll es ein Verbindungsstück von Innenstadt zum Leipziger Südostraum werden, wo aus den Bergbaufolgelandschaften mehr und mehr Naherholungsgebiete werden. Auch die Stadtquartiere im Süden werden von der Entwicklung profitieren.“

Positiv sei auch, dass mit der Stadt und der Deutschen Bahn nur zwei Eigentümer auf den Plan treten, somit umständliche Eigentumsansprüche beziehungsweise juristische Prozesse wegfallen. Der Bürgermeister weiter: „Dass dies eine äußerst reizvolle Aufgabe darstellt, beweist die große Zahl der Bewerber.“

Matthias Kiekebusch, Martin zur Nedden, Inge Kunath und Wolfgang Kunz (vlnr.)
Matthias Kiekebusch, Martin zur Nedden, Inge Kunath und Wolfgang Kunz (vlnr.)
Foto: Matthias Weidemann

Auch die Deutsche Bahn arbeitet mit Hochdruck daran, gemeinsam mit der Stadt den städtebaulichen Wettbewerb voranzutreiben. Matthias Kiekebusch, Geschäftsführer Vertrieb der DB Services Immobilien GmbH: „Das Projekt City-Tunnel Leipzig gibt uns die einmalige Chance, auf der Fläche zwischen Bayrischem Bahnhof und Richard-Lehmann-Straße ein großes Areal städtebaulich zu erschließen, das für Unternehmen und Anwohner künftig eine hohe Attraktivität entfalten soll. Unser Ziel ist es, starke Partner auf diesem Gebiet anzusiedeln und damit wichtige wirtschaftliche Impulse für die Stadt Leipzig zu setzen. Neben der zentralen Stadtlage ist die unmittelbare Nähe zum City-Tunnel sowie die künftige Anbindung des Geländes durch die S-Bahn ein wichtiger Standortvorteil.“

Dabei müsse man beachten, so der DB-Manager, dass es in den letzten Jahren bei solchen Projekten einen Wandel gegeben habe: „Früher wurde der Wirtschaftlichkeit oberste Priorität eingeräumt. Heute strebt man eine intelligente Anbindung an die Stadtquartiere an. Das heißt, dass Wohn- und Lebensqualität eine große Bedeutung beigemessen wird. Es wird ein gesunder Mix aus Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit angestrebt. Diese Qualität zieht wieder viele Menschen in die Städte. Kürzere Wege, ein attraktives kulturelles Angebot, Freizeitmöglichkeiten und eine vernünftige Erschließung des Öffentlichen Personennahverkehrs sind dabei entscheidende Faktoren und werden hier ideal umgesetzt.“

Eine solche Aufgabe hat auch potentielle Bewerber angezogen. Über 90 Planungsbüros hatten sich beworben, 30 kamen in die engere Wahl. Mindestens ein Planungsbüro kommt aus Leipzig, zwei jeweils aus Edinburgh und Amsterdam. Das 40 Hektar große Gelände soll zu jeweils 50 Prozent bebaut beziehungsweise begrünt werden. Durch den Bau der Semmelweisbrücke und die Straßenverbindung zwischen der Semmelweisstraße im Osten und der Kurt-Eisner-Straße im Westen sowie durch den Bau des City-Tunnels ist es künftig mit allen Verkehrsmitteln hervorragend zu erreichen.

Über die Kosten für das Projekt konnten weder Deutsche Bahn noch Stadtverwaltung zum jetzigen Zeitpunkt Angaben machen. Bis zur Fertigstellung rechnet man angesichts der Größe der Aufgabe mit einem Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Der Abgabetermin für die Wettbewerbsarbeiten ist der 18. Februar 2011. Das Preisgericht tagt am 30. März 2011.

Zum Artikel vom 2. Juli 2010 auf L-IZ.de
Vierspurig durch den Leipziger Süden: Freie Fahrt auf der Semmelweisstraße


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