Handydatenaffäre: Sachverständige bestätigen Grüne und Datenschutzbeauftragten
Ralf Julke
08.12.2011
Sachverständige bestätigen Kritik an der Handyaffäre.
Foto: Ralf Julke
Am Mittwoch, 7. Dezember, gab es in Dresden auch die Sachverständigenanhörung zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen "Funkzellenabfragen im Freistaat Sachsen sofort beschränken" im Ausschuss für Verfassung, Recht und Europa. Und die Grünen sahen sich bestätigt: Was da in Sachsen noch immer läuft, ist völlig unangemessen.
Anzeige
"Die Sachverständigen aus Justiz, Datenschutz und von den Gewerkschaften haben dem Sächsischen Datenschutzbeauftragten Andreas Schurig in seiner Kritik am Vorgehen von Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Dresden sowie des Landeskriminalamtes im Fall der Funkzellenabfragen im Februar 2011 in Dresden den Rücken gestärkt", stellt Johannes Lichdi, rechtspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, nach der Anhörung fest.
Dr. Thilo Weichert (Landesdatenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein), von der Grünen-Fraktion beauftragter Sachverständiger, hatte unter anderem darauf verwiesen, dass die Dresdner Funkzellenabfragen in Deutschland einzigartig, inhaltlich unverhältnismäßig und rechtswidrig waren.
Der Präsident des Landgerichts Görlitz, Friedrich-Leopold Graf zu Stolberg Stolberg, relativierte die Vorwürfe des Sächsischen Richtervereins und des Präsidenten des Oberlandesgerichts, Ulrich Hagenloch, der Sächsische Datenschutzbeauftragte habe mit den Beanstandungen von Polizei und Staatsanwaltschaft in die richterliche Unabhängigkeit eingegriffen: "Man muss das nicht so sehen wie Herr Hagenloch. Ich würde das tendenziell anders sehen."
Der ehemalige Sächsische Datenschutzbeauftragte, Rechtsanwalt Dr. Thomas Gießen, verwies auf die eigene Verantwortlichkeit von Polizei und Staatsanwaltschaft, die Verhältnismäßigkeit einer Ermittlungsmaßnahme zu prüfen und äußerte sein Unverständnis darüber, dass die Beschlüsse durch die Staatsanwaltschaft Dresden auf dem Briefbogen des Amtsgerichts Dresden vorformuliert worden waren.
Ralf Hron, DGB-Regionsvorsitzender Dresden Oberes Elbtal des DGB Sachsen, verwies auf den Einschüchterungseffekt gegenüber der Zivilgesellschaft durch die heimlichen und uferlosen Funkzellenabfragen, bei der zum überwiegenden Anteil Unbeteiligte betroffen waren, die gegen den Naziaufmarsch demonstrieren wollten.
Dr. Thilo Weichert meinte, dass die Handreichung zur Funkzellenabfrage für die Polizei nicht ausreicht, um eine gesetzeskonforme Verhältnismäßigkeitsprüfung sicherzustellen.
"Ich halte es für eine ausgemachte Respektlosigkeit, dass sich die Staatsregierung weigert, öffentlich zum Bericht des Datenschutzbeauftragten Stellung zu nehmen, und auch seinen Forderungen nachkommt", so Lichdi abschließend.
Und während sich die Opposition in ihrer Kritik vollauf bestätigt sieht, sieht die Regierungskoalition keinen Grund, überhaupt einzulenken. Sie beruft sich darauf, dass höhere Instanzen erst mal klären mussten, in welchem Umfang so eine Datenabfrage überhaupt erlaubt sei.
Marko Schiemann, rechtspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, nach der Anhörung: "Die Anhörung hat gezeigt, dass die Staatsregierung zu Recht mit einer Bundesratsinitiative darauf drängt, die Voraussetzungen für eine Funkzellenabfrage zu präzisieren. Künftig bedürfen sowohl die Zweckmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit von Funkzellenanfragen als auch datenschutzrechtliche Belange einer stärkeren Beachtung. Die geltenden Regelungen müssen präzisiert werden. Dessen ungeachtet ist und bleibt die Funkzellenabfrage auch weiterhin ein wirksames Instrument zur Bekämpfung schwerer Kriminalität. Sie muss den Ermittlern in geeigneten Fällen zur Verfügung stehen.“
Der Antrag der Grünen-Fraktion: "Nichtindividualisierte Funkzellenabfragen im Freistaat sofort beschränken" (Drs. 5/7033): http://edas.landtag.sachsen.de
Nach dem überraschenden Rücktritt von Lok-Trainer Willi Kronhardt hat beim 1. FC Lok Ernüchterung Einzug gehalten. Präsident Michael Notzon rekapituliert noch einmal für L-IZ.de die Ereignisse am Sonntagvormittag und bezieht Stellung zur Finanzsituation des Vereins. mehr…
Ein Film über eine einzigartige Begegnungsreise durch die Krisenregion Nahost ist am Dienstag, dem 22. Mai, um 19:30 Uhr der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 8, zu sehen. Für den Film „Wir weigern uns Feinde zu sein“ begleiteten Stefanie Landgraf und Johannes Gulde zwölf deutsche Jugendliche. mehr…
Am Mittwoch, dem 23. Mai um 19:30 Uhr wird Wolfgang Tiefensee, MdB (SPD), im BüroCafé Tiefensee, Gottschedstraße/Ecke Zentralstraße in Leipzig, mit Günter Gloser, MdB (SPD), Staatsminister a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Nahen und Mittleren Osten, über den Aufstand in Syrien und die Auswirkungen auf die Region sowie den „Arabischen Frühling“ sprechen. mehr…
Eine Riesenanspannung auf dem Markt hat Frank Sennhenn, Vorstandschef der DB Regio AG, ausgemacht. Denn der Schienenpersonennahverkehr befinde sich inmitten einer „Vergabespitze“. Zwischen 2012 und 2014 werden insgesamt 260 Millionen Zugkilometer ausgeschrieben. Zwischen 2014 und 2017 werden weitere 100 Millionen folgen. mehr…
Am Donnerstag, dem 24. Mai, 19:00 Uhr begrüßt die Schaubühne zur Filmpremiere von "Aber das Leben geht weiter" die Regisseurin Karin Kaper. In ihrem Dokumentarfilm setzen drei polnische und drei deutsche Frauen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte, bewusst persönlich zum Thema „Flucht und Vertreibung“ ein Zeichen der Annäherung. mehr…
Am Ende hat wieder der Finanzminister gewonnen. Nicht nur den anderen Ministern gegenüber hat Georg Unland (CDU) den längeren Hebel in der Hand und kann die Richtung per Finanzzuweisung dirigieren, auch gegenüber Städten, Gemeinden und Landkreisen in Sachsen gibt er die Richtung vor. Und so hieß es am Freitag, 18. Mai, wieder einmal im Unland-Stil: „Wir sorgen vor!“ mehr…
Die Freiwilligen-Agentur Leipzig lädt am Dienstag, 22. Mai, Bürgerinnen und Bürger, die sich für ein Ehrenamt interessieren, herzlich zum Ehrenamtscafé in ihre Räumlichkeiten am Dorotheenplatz 2 ein. Von 16:00 bis 18:00 Uhr stellen fünf gemeinnützige Einrichtungen ihre ehrenamtlichen Angebote vor: Bürgerverein Kolonnadenviertel e. V., Durchblick e. V., Bürgerverein Waldstraßenviertel e. V., Jugendpresse e. V. und Caritasverband Leipzig e. V. mehr…
Am 6. Juni 2012 lädt die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) gemeinsam mit der Firma Würth Elektronik zu einem Industrieseminar in die Hochschule ein. Von 09:00 bis 15:00 Uhr werden in diesem praxisnahen Seminar Themen der Elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) diskutiert. mehr…
Am Donnerstag, 24. Mai, gibt es im Kulturclub „Horns Erben“, Arndtstraße 33, die nächste Show "Adolf Südknecht - The improvised alternative-history-show". Untertitel: Eine Kneipiersfamilie improvisiert die potenzielle Chronik des Südmeilen-Kiezes. Diesmal gibt's Folge 4: „Menschen, Messe, Megastadt!" mehr…
Tommi Sillanpää hat die SG LVB am Samstag vor 250 Zuschauern im letzten Saisonspiel zum 33:26 (19:10)-Sieg gegen die TSG Münster geschossen. Im Anschluss wählten ihn Fans, Mannschaft und Trainerteam sogar zum LVB-Spieler des Jahres - eines Jahres, in dem aus blaugelber Sicht vieles passte. mehr…
Zwei links, zwei rechts - wie langweilig! Mit Wolle kann man noch ganz andere Sachen machen. Mit Ruth Kindla hat der Buchverlag für die Frau jetzt eine Autorin ins Programm genommen, die das Stricken mit farbigen Garnen zu einer Kunst entwickelt hat. Ihre Geheimwaffe: verkürzte Reihen. Das Wichtigste, was man zum Funktionieren der verkürzten Reihen wissen muss, ist die Technik der Wendemasche. Rätsel über Rätsel. mehr…
In dem ca. 90 minütigen Solo-Programm wird der Roman „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf auf eine Sprecherin und eine Leinwand übertragen. Sprache wird ein Mittel des Bewusstseins, die handelnde Stimme wird ein aktives Medium, dass den Zuschauer verführen will, ihm auf seinem Erkenntnisweg zu folgen. mehr…
Das vorletzte Saisonspiel endete wieder mit einem Sieg für den SC DHfK. Nach sieben Auswärtsspielen ohne Sieg in Folge gewannen die Grünweißen mit 29:25 (14:11) beim TV Bittenfeld. Die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas bestimmte das Spiel über weite Strecken und lieferte eine stabile Leistung ab. mehr…
Täglich gehts voran, man strebt und lebt nach vorn. Vollgas, Sommer wie Winter, keine Zeit zur Besinnung. Schön so eigentlich, bevor man noch auf dumme Gedanken kommt, einfach weiter, weiter, weiter. mehr…
Die Stadt Leipzig wird die Kampagne „Alle bleiben“ unterstützen, so beschloss es der Stadtrat am 16. Mai. Bei dieser Kampagne geht es vor allem um das humanitäre Bleiberecht für langjährig in Deutschland geduldete Roma aus den Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien. Bei solch einem Thema rings um menschliche Schicksale konnte sich der NPD-Stadtrat Klaus Ufer nicht zurückhalten und meldete sich prompt zu einem Redebeitrag (siehe Audio). mehr…