Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche



Die EEG-Zahlungsströme in Deutschland: Erst ausbremsen, dann jammern

Ralf Julke
Solaranlage in Lüptitz.
Solaranlage in Lüptitz.
Foto: Solverde
Das Schräge an der sächsischen FDP ist: In der Regierung tut sie alles, um den Ausbau erneuerbarer Energie in Sachsen zu bremsen oder ganz zu verhindern. Doch wenn alljährlich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) seinen Bericht "Erneuerbare Energien und das EEG: Zahlen, Fakten, Grafiken (2013)" vorlegt, dann wird über das (finanzielle) Defizit lamentiert, das Sachsen dadurch erleidet.


Denn die Umlage nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) erfolgt ja nicht irgendwo im luftleeren Raum. Das Geld fließt in jene Bundesländer, in denen Anlagen zur Erzeugung alternativer Energien installiert sind. Die Umlage ist bei den meisten Anlagen höher als der Strompreis auf dem Markt. Aber zahlen müssen die EEG-Umlage alle Stromkunden. Was den logischen Effekt hat, dass die Umlage nicht in alle Bundesländer gleichermaßen fließt - sondern in stärkerem Maße da hin, wo überdurchschnittlich viele Windkraft-, Photovoltaik oder andere Anlagen zur alternativen Energiegewinnung installiert sind.

Das ist nun mal nicht Sachsen.

Auch das ist aus dem Bericht zu ersehen - gerade bei Photovoltaik und Windkraft ist Sachsen eins der Schlusslichter in Deutschland. Jedes Mathematikgenie kann sich selbst ausrechnen, was das dann bedeutet.

Aber Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP Sachsen, sieht jetzt auf einmal eine soziale Dimension.

Für ihn ist Bayern, das bei dieser Umleitung der Zahlungsströme den größten Reibach macht, "Netto-Gewinner": Unterm Strich flossen 2012 insgesamt 1,2 Milliarden Euro aus anderen Bundesländern nach Bayern. Sachsen hingegen war Netto-Zahler: 116 Millionen Euro flossen unterm Strich durch die Umlagen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus dem Freistaat ab.

Holger Zastrow: "Wieder einmal haben wir es Schwarz auf Weiß: Das EEG funktioniert spätestens nach der 'Energiewende' nicht mehr. Es verteilt Geld von unten nach oben, von den Normalverdienern zu den Ökostromerzeugern, von Ost nach West, von Sachsen nach Bayern. 116 Millionen Euro Kaufkraft gingen in Sachsen verloren, um beispielsweise Solaranlagen auf Villendächern am Starnberger See zu subventionieren. SPD und Grüne, die damals das EEG aus der Taufe gehoben haben und immer noch daran festhalten, müssen jetzt erklären, wie sich das mit der Monstranz 'Gerechtigkeit' vereinbaren lässt, die man so gern vor sich herträgt."

Solaranlage in Lüptitz.
Solaranlage in Lüptitz.
Foto: Solverde

Das ist natürlich nur ein winziger Aspekt bei diesem komplexen Wechselspiel. Vor einem Jahr waren die Verhältnisse noch drastischer, flossen solcherart sogar 150 Millionen Euro aus Sachsen ab. Was nicht daran liegt, dass sich die Verhältnisse wirklich geändert haben. Und es geht auch nicht unbedingt um Kaufkraft, sondern um fehlende Gelder für weitere Investitionen. Denn die meisten Solar- und Windkraftanlagen bauen sich eben nicht irgendwelche reichen Hausbesitzer am Starnberger See, sondern Unternehmen, die großflächig planen und bauen. Und die in Sachsen seit 2009 massiv ausgebremst werden.

Schon ein Blick über die Landesgrenze zeigt, dass Bundesländer und ihre erneuerbare Energiebranche sogar regelrecht profitieren können, wenn sie rechtzeitig in den Ausbau der Wind- und Sonnenparks investiert haben. Das benachbarte Brandenburg gehört zu den Profiteuren der Entwicklung. Hier wurden 2012 satte 408 Millionen Euro mehr an EEG-Umlage ausgezahlt, als über die Stromeinnahmen eingenommen wurden.

Man könnte viel ehrlicher sagen, die Sachsen zahlen für die reichen Brandenburger. Was noch nicht einmal hinkommt. Aber nicht nur Brandenburg gehört zu den Gewinnern bei der EEG-Umlage, sondern auch Sachsen-Anhalt - mit 308 Millionen Euro. Damit liegen beide Länder vor dem deutlich größeren Niedersachsen. Aber sogar Thüringen machte ein kleines Plus von 10 Millionen Euro.

Aber nicht nur die Gesamtsalden hat der BDEW ausgerechnet. Es hat auch grafisch aufbereitet, wie es bei den einzelnen Erzeugerarten aussieht. Und da ist unübersehbar: Während Sachsen bei Windkraft nur ein kleines (aber trotzdem völlig unnötiges) Minus von 19 Millionen Euro hat, ist es bei der Photovoltaik ein Minus von 69 Millionen Euro - und sogar bei der Biomasse gibt es ein Minus von 28 Millionen.

Das Gesamtbild der Zahlungsströme ist durchwachsen. Bayern profitiert vor allem durch das satte Plus bei der Photovoltaik von 1,4 Milliarden Euro. Aber das liegt nicht an den reichen Starnbergern, sondern an der Tatsache, dass sich gerade die beiden Südländer Bayern und Baden-Württemberg am besten für die Gewinnung von Sonnenenergie (zumindest innerhalb Deutschlands) eignen. Das hat man in Bayern sehr wohl erkannt, als die diversen CDU-Regierungen in Baden-Württemberg noch wie närrisch auf die Atomkraft setzten. "Stuttgart 21" ist ja nur die Spitze eines Eisberges politischer Ignoranz.

Der BDEW hat übrigens auch die Karten mit der Sonnenscheindauer mit in den Bericht aufgenommen. Wer genau hinschaut, sieht, das Sachsen von Natur aus eigentlich auch ein Land für Photovoltaik größeren Stils wäre.

Bayern profitiert noch zusätzlich, weil die Sonnenenergie bei der EEG-Umlage am höchsten honoriert wird.

Und nach Bayern sind es die Nordländer von Schleswig-Holstein bis Brandenburg, die vor allem aufgrund der installierten Windkraftleistung profitieren.

Das Ergebnis der ganz speziellen sächsischen Ignoranz ist, dass man sowohl Wind- wie Sonnenkraft ausbremst. Und auch - man schaue in den Entwurf zum Landesentwicklungsplan - die nächsten Jahre ausbremsen will. Solche Pläne lesen auch die in Frage kommenden Investoren. Die sich - wenn dieses Papierwerk zum Beschluss wird - natürlich hüten werden, sich mit der sächsischen Bürokratie anzulegen. Müssen sie ja auch nicht. Sie brauchen nur ein kleines Stück weiter zu gehen - nach Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen - und sie werden mit offenen Armen empfangen.

Ignoranz schafft nur eines: Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes zu demolieren.

Die Nachricht des BDEW: www.bdew.de/internet.nsf/id/20120206-pi-starkes-gefaelle-bei-eeg-zahlungsstroemen-bestaetigt-sich-de

Die Auswertung zur EEG-Umlage als PDF zum download.



Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks



Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Redefreiheit: Wie die Leipziger 1989 zu Wort kamen - der Buchbesprechung 2. Teil

Thomas Ahbe, Michael Hofmann, Volker Stiehler: Redefreiheit.
Was die anderen Tonbandmitschnitte in "Redefreiheit" betrifft, wurden diese dann nach dem legendären 9. Oktober schon offiziell angefertigt. Im Gewandhaus zum Beispiel ganz explizit mit der Absicht, das Gesagte hieb- und stichfest festzuhalten, aber auch die Gesprächspartner beim Wort zu nehmen. Der Glücksfall ist, dass neben den legendären Gewandhaus-Gesprächen auch die ersten Debatten "Politischer Frühschoppen" ab dem 15. Oktober in der Moritzbastei und die Debatten im Academixer-Keller, die am 14. Oktober begannen, aufgezeichnet wurden. mehr…

Sperrung in der Volbedingstraße: Haus Nummer 17 muss abgerissen werden

Das abgesperrte Haus Volbedingstraße 17.
Das leer stehende Wohnhaus Volbedingstraße 17 ist nach mehreren Deckeneinbrüchen akut einsturzgefährdet und muss abgerissen werden, um Gefährdungen zu vermeiden. Das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege hat die erforderlichen Schritte in die Wege geleitet, teilte dieses am Freitag, 24. Oktober, mit. mehr…

Trauer im Zoo Leipzig: Nashornjungtier trotz intensiver Behandlung gestorben

Spitzmaulnashorn Sarafine mit Jungtier.
Das knapp zwei Wochen alte Nashornjungtier von Sarafine und Ndugu ist tot. Trotz intensiver medizinischer Behandlung und kontinuierlicher Betreuung hat sich der Zustand am Freitagnachmittag, 24. Oktober, deutlich verschlechtert und das Jungtier ist am Abend gestorben, teilt der Zoo Leipzig mit. mehr…

Tchibo schließt sich Detox-Standards an: Greenpeace sagt Proteste ab

Der Kinderbekleidungstest von Greenpeace.
In einer Mitteilung hat die Hamburger Firma „Tchibo“ zugesagt, zukünftig auf den Einsatz aller gefährlichen Chemikalien in der Textilproduktion zu verzichten. Daraufhin hat Greenpeace die deutschlandweiten Proteste abgesagt. In einer aktuellen Mitteilung dazu heißt es seitens Tchibo: „Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsprogramms arbeiten wir seit langem daran, unerwünschte Chemikalien aus den Produktionsprozessen für unsere Textilien auszuschließen“, so Dr. Markus Conrad, Vorsitzender der Geschäftsführung der Tchibo GmbH. Nun würde man auch den DETOX-Standard übernehmen. mehr…

Altenfreundliches Wohnen als Zukunftsmodell für Grünau: Das Millionenprojekt “Wir für Grünau“ markiert den Beginn eines langfristigen Wandels für den Stadtteil

Das Projekt "Wir für Grünau" wird enthüllt.
Nach Jahren des Rückbaus und der Diskussionen wird im Stadtteil Grünau in Zukunft wieder investiert. Die Wohngenossenschaft Transport eG Leipzig (WOGETRA) baut den elfgeschossigen Wohnkomplex in der Offenburger Straße 5-15 zu einer seniorengerechten Wohnanlage um. Für eine ganzheitliche Standortentwicklung erwirbt sie darüber hinaus die Ludwigsburger Straße 18-24. mehr…

Am 28. Oktober im Stadtgeschichtlichen Museum: Bewahrte Augenblicke. Buchpräsentation und Signierstunde

Johannes Mühler: Bewahrte Augenblicke.
Einblicke in fast vergessene Ansichten der Stadt Leipzig erhalten Besucher am Dienstag, 28. Oktober, um 19 Uhr, im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. In einer Buchpräsentation mit anschließender Signierstunde im Böttchergäßchen 3 stellen die Autoren Katrin und Klaus Sohl ihr neuestes Werk "Bewahrte Augenblicke" vor. Darin haben sie eine Auswahl wunderbarer Aufnahmen des Leipziger Landschafts- und Pressefotografen Johannes Mühler zusammengestellt und kommentiert. mehr…

Greenpeace-Aktion am 25. Oktober in der Leipziger Innenstadt: Tchibo muss Textilproduktion entgiften + Aktionsabsage

Der Kinderbekleidungstest von Greenpeace.
Gegen den Einsatz giftiger Chemikalien in der Produktion von Kinderkleidung protestieren Greenpeace-Aktivisten am Samstag, 25. Oktober, ab 11 Uhr vor der Tchibo-Filiale in der Grimmaischen Straße in Leipzig, sowie in 34 weiteren Städten. Die Aktivisten tragen weiße Masken, deren eine Hälfte verschmutzt ist. Die geteilten Masken symbolisieren zum einen das saubere Image von Tchibo und zum anderen den Dreck in der Textilproduktion, teilt Greenpeace vorab mit. mehr…

Mehr als Chlorhühnchen: Dialogforum zum Markteinstieg in den USA und zu TTIP am 28. Oktober

Das Transatlantische Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa (TTIP) ist nicht nur durch die öffentliche Chlorhuhn-Debatte in aller Munde. Das Dialogforum "Pro und Contra zum Transatlantischen Freihandelsabkommen" setzt sich mit den geschäftlichen Chancen und Risiken aus Europäischer und US-amerikanischer Perspektive rund um das TTIP auseinander. Zudem wird die rechtliche und steuerliche Gestaltung des Markteinstiegs in den Vereinigten Staaten erörtert. mehr…

Am 26. Oktober in der Baustelle/Schauspiel Leipzig: 1984 in filmischer Vision und Dokumentation

Am Sonntag, 26. Oktober, wird der Underground-Film-Experte Dr. Claus Löser (Archiv Ex Oriente Lux/Berlin) in der Baustelle/Schauspiel Leipzig einen vielfältigen Einblick in die Filmkunst des Untergrundes der DDR und der sogenannten Bruderländer geben. Hautaugenmerk werden die Artefakte des Jahres 1984 sein: diverse Kurzfilme, aber auch Live-Mitschnitte oder Performance-Dokumentationen. mehr…

Mitgliederentscheid der SPD zum Koalitionsvertrag: Jusos wollen ein eigenständiges Votum einbringen

Anlässlich des Abschlusses der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU und der Vorlage der Koalitionsvereinbarung am Donnerstag, 23. Oktober, erklärt Juso-Landesvorsitzende Katharina Schenk: "Einhundertzehn Seiten gilt es nun auf ihren Inhalt zu prüfen. Welche Projekte für unser Sachsen für morgen haben Eingang gefunden? Wie konkret sind die Ziele formuliert?" mehr…

Am 26. Oktober: Countertenor Benno Schachtner gastiert im Bach-Museum

Der Countertenor und Bachpreisträger Benno Schachtner.
Solokantaten und Konzerte von J. S. Bach und A. Vivaldi kommen am Sonntag, 26. Oktober, um 15 Uhr im Sommersaal des Bach-Museums Leipzig zur Aufführung. Das Konzert der Reihe „Musik aus der Himmelsburg“ wird durch das Leipziger Barockorchester, Ensemble in residence, und Bachpreisträger Benno Schachtner (Altus) gestaltet. Tickets sind an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Tageskasse erhältlich. mehr…

Redefreiheit: Wie die Leipziger 1989 zu Wort kamen - der Buchbesprechung 1. Teil

Thomas Ahbe, Michael Hofmann, Volker Stiehler: Redefreiheit.
Es ist ein Mords-Trumm von Buch, das die drei Leipziger Wissenschaftler Thomas Ahbe, Michael Hofmann und Volker Stiehler jetzt vorgelegt haben, 800 Seiten dick zu einem Thema, von dem man zuweilen schon glaubte, dass ist jetzt durchdekliniert wäre, reif für die Ablage: den Herbst 1989 und die Sache mit der Redefreiheit. Mit der alles beginnt. Freiheit ist kein Himmelsgeschenk und keine Gnade, sondern der Moment, an dem Menschen den Mut finden, den Mund aufzumachen. mehr…

RB Leipzig vs. VfL Bochum 2:0: Rasenballer schießen sich aus der Ergebniskrise + Bildergalerie

RB Leipzig ist auf bestem Wege, sich aus der Ergebniskrise zu befreien. Am Freitag schlagen die Rasenballer den VfL Bochum 2:0 (2:0). Für die Treffer sorgen VfL-Keeper Andreas Luthe (6./ET) und Daniel Frahn (33.). mehr…

Punkerin im Hauptbahnhof attackiert: Azubi muss 80 Arbeitsstunden ableisten

Magdalena L. (28) behält den 28. November 2013 in schmerzhafter Erinnerung. Gegen 0:40 Uhr lief die Punkerin am Hauptbahnhof Kevin G. (21) über den Weg. Warum der Dachdecker-Azubi der Leipzigerin in der Westhalle vom Treppenabsatz aus ins Gesicht trat, kann das Amtsgericht am Freitag nicht mehr aufklären. mehr…

Polizeibericht: Gescheiterte Enkeltricks, Wasserleiche aufgefunden, Renitenter Ladendieb

Gestern scheiterten Enkeltrickbetrüger in zwei Fällen +++ In Eilenburg wurde eine unbekannte Wasserleiche aufgefunden +++ In Großpösna rastete ein renitenter Ladendieb aus +++ In mehreren Fällen gab es Einbrüche in abgestellte Autos, aus denen Wertsachen der Eigentümer gestohlen wurden. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Die L-IZ-Suche.
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Weltnest
Tüpfelhausen
Hafenbar
Zuletzt auf L-IZ.de veröffentlicht.
Alle Artikel von heute in der Tagesansicht.
Anzeigen.
Gewinnspiele & Aktionen.
Bücher:
Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher aus Leipzig.
Unser Senf
Anzeigen.
Größter Indoor-Spielplatz in Mitteldeutschland
Link-Tipps.
Forum Café LE
Bildblog