Akustik-Blues aus Leipzig: Gitarrist Jörg Schneider im Interview
Daniel Thalheim
04.11.2011

Jörg Schneider und Franz Schwarznau zupften bei Last Fair Deal den Blues.
Bild: www.schneider-schwarznau.de
Er ist von Last Fair Deal bekannt. Von jener Bluesgruppe flogen inzwischen die Musiker in alle Winde. Formiert hat sich jetzt das Duett Jörg Schneider & Franz Schwarznau, das im Oktober "Feed that fire" veröffentlichtn. Jenes Album stellen sie am 4. November im Cotton Club vor. Mit der L-IZ hat sich Jörg Schneider kurz unterhalten.
Vergangenen Sonntag hat dein ehemaliger Bandkollege Thomas Hanke mit Plaintive Cry abgeräumt. Wie sieht es generell mit Blues in Leipzig aus?
Ja, schön, dass es wieder so voll war. Ich bin natürlich froh über diese Entwicklung, dass der Acoustic-Blues hier immer mehr Anhänger findet. In den letzten Jahren gab es etliche gute Konzerte in der Stadt, meist im UnterRock oder auf der Parkbühne im Bretschneiderpark, auch im Spizz treten ab und zu Bands auf, die diesen Stil repräsentieren. Meist sind diese Konzerte gut besucht und auch jüngere Leute sieht man dort wieder öfter.
Wie kamst Du zum Blues?
Ich spielte mit Thomas Hanke bereits beim Leipziger Chansonnier Jens-Paul Wollenberg. Irgendwie kamen wir dann darauf, eine Bluesband zu gründen. Das war 1991 mit Last Fair Deal. In den folgenden 15 Jahren spielten wir sehr viel und haben zwei CDs rausgebracht. Unsere erfolgreichste Zeit war zwischen 2002-2006, da waren wir meist im Quartett unterwegs, mit Franz Schwarznau am Kontrabass und Peter Krutzsch am Schlagzeug. Damals begannen Franz und ich erste Songs zu schreiben, von Franz kommt meist der Text, von mir die Musik, arrangiert wird gemeinsam. Das ist bis heute so.
Warst Du zu DDR-Zeiten schon Blueser?
Über die Zeit in der DDR als "Blueser" kann ich Dir nicht viel erzählen. Ich war damals keiner. Ich habe mich mehr für Chansons interessiert, auch für Singer/Songwriter, und kam erst später zu den eigentlichen Bluesmusikern wie Robert Johnson, Lightnin' Hopkins oder John Lee Hooker.
Warum ging Last Fair Deal auseinander?
Last Fair Deal ging unter anderem damals auseinander, weil wir uns musikalisch neu orientieren wollten, was ja dann auch so passierte.
Jetzt gibt es die neue CD. Wie entstanden die Ideen zu "Feed that fire"?
Die Ideen zu den Songs sind vielfältig. "Marrakech" entstand zum Beispiel nach einer erlebnisreichen Marrokko-Reise, "Raindrops" ist ein Liebeslied, "ebenso "A good soul" und auch "Out on the sea" - wenn auch ein sehr trauriges.
Vielen Dank für das Interview.
Last Fair Deal Online
www.schneider-schwarznau.de
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