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Leipzigs Musikszene
Kiss, Herbert Grönemeyer, Madonna, Queen, ... kennt man ja. Aber hat Leipzig eine eigene Musikszene wie Hamburg und Berlin? Brummt in den Musikmagazinen die Musik aus Leipzig in allerhöchsten Tönen? Wohl eher nicht. Doch das soll nicht heißen, dass Musiker in Leipzig weniger qualitätsvoll tönen wie anderswo. Sie werden nur nicht beachtet und wahrgenommen. Es gibt auch in der Messestadt viel zu entdecken. Die L-IZ war in Proberäumen, Clubs und Festivals unterwegs und hat so manche Geschichte hervorgeholt. Leipzigs Musikszene ist bunt und quirlig, so das Fazit.
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Blues im Unterrock: Thomas Hanke & Plaintive Cry räumen im Geyserhaus ab + Bildergalerie

Daniel Thalheim
Thomas Hanke & Plaintive Cry live im Leipziger Geyserhaus.
Thomas Hanke & Plaintive Cry live im Leipziger Geyserhaus.
Foto: Daniel Thalheim
Dieser Klub war gut besucht. Pünktlich zur Veröffentlichung des neuesten Studiowerks aus den Händen von Thomas Hanke, Rik Ulrich und Manfred Helmuth kam die Leipziger Bluesgemeinde herbei geströmt. Der Unterrock-Keller des Leipziger Geyserhauses zeigte sich empfangsbereit. Die L-IZ lugte rein.

Schon auf der Straße hörten vorbeilaufende Passanten aufgeregtes Tuscheln, aufbrausendes Lachen und aneinander klirrende Biergläser. Der Hof des Geyserhauses war voll. Aber das ist noch nicht alles gewesen. Der fröhliche Empfang ging eine Treppe tiefer weiter. Wer sich als Brillenträger hinein gewagt hatte, merkte sofort den Dunst ausgeatmeter Luft und feuchten Niederschlag auf den Brillengläsern. Der erste Gedanke konnte nur sein: Aha, eine Menge Leute hier.

Die Klänge einer Mundharmonika säuselten durch die schwüle Luft. Die meist älteren Gäste hatten ihre dicken Jacken nicht abgelegt - wohin hätten sie die auch nur hinhängen können? Alle Haken im Flur waren besetzt. Am Tresen standen Blues-Fans Schlange. Die drei Tresentiger hatten alle Hände voll zu tun. Gespräche brachen sich schallend an den Wänden, während Thomas Hanke zusammen mit seinen Mitmusikern von Plaintive Cry auf der erhöhten Bühne stand und den stimmungsvollen Blues fließen ließ.

Blues zieht: Volle Hütte Unterrock-Keller im Geyserhaus bei Plaintive Cry.
Blues zieht: Volle Hütte Unterrock-Keller im Geyserhaus bei Plaintive Cry.
Foto: Daniel Thalheim
Hanke - der Großmeister an der Mundharmonika - holte aus den Luftkanälen seines Instrumenten alles heraus. Die Puste ging ihm so schnell nicht aus. Vor ihm lag ein Zettel mit einer fast unendlichen Titelliste. Sänger Rik Ulrich saß auf einem Stuhl und schmetterte Texte mit viel Gefühl ins Mikro. Manfred Helmuth zupfte den Kontrabass, vertiefte sich ins Spiel - konnte aber auch jäh aus seinem Spiel aufwachen und von der Bühne gehen, um gelassener wieder auf dieselbe zurück zu kommen.

Die Zuhörer waren bei Titeln wie "I'm on your side", "Out of pain", "When it rains it pours" und "Another lucid moment" stets aus dem Häuschen - eine junge Dame hörte gar nicht auf zu tanzen.

"Out Of Pain" heißt die neue Scheibe der Drei, die sich nach der Trennung der Leipziger Blueslegende Last Fair Deal zusammen gefunden haben. Und diese stellten Thomas Hanke & Plaintive Cry ausgiebig vor. Sie ließen es sich auch nicht nehmen, nach ihrer langen und intensiven Show Joe Filisko und Eric Noden auf die Bühnenbretter zu bitten. Inklusive ausufernder Jamsession und jeder Menge im Publikum umher kreisendenden Bieres.

Die Leute genossen sichtlich die entspannte Blues-Atmosphäre und warten schon längst auf den 4. November. Dann wird die andere Hälfte von Last Fair Deal in Form von Jörg Schneider und Franz Schwarznau im Cotton Club, Sternwartenstraße 4, auftreten. Beide werden ihre neue CD "Feed that fire" vorstellen - und vielleicht ist Thomas Hanke als Mundharmonika-Gast anwesend. Und sicher auch viele Blues-Fans.

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